



Das Vater-Sohn-Projekt TUNGSTEN veröffentlicht mit „Ashes“ sein fünftes Studioalbum. Tatsächlich ist die komplette Bandbesetzung seit der Gründung 2016 unverändert. Die Besonderheit im Line-up sind Papa Anders Johansson am Schlagzeug, der 15 Jahre bei HAMMERFALL getrommelt hat, und Sohn Nick Andersson, der hier die Gitarre bearbeitet – und jodelt.
TUNGSTEN bringen uns Alpen-Flair aus Schweden
Schon im Interview auf dem Rockharz 2026 verriet uns Nick Johansson, dass neben dem bekannten Power Metal der Band auch neue Elemente in den Sound von TUNGSTEN Einzug gehalten haben. Dazu gehört unter anderem sein Gejodel, was hier komplett wörtlich zu nehmen ist. Die Single „Joker“ baut es gut ein, ohne dass wir eine schwedische Metal-Version der KASTELRUTHER SPATZEN bekommen.
Mit „Fuego Del Sol“ hat das Quartett einen Track mit mexikanischem Flair im Gepäck, dessen Refrain direkt dazu animiert, den Sombrero aufzusetzen, ein paar Tequilas einzuschenken und sich anschließend den guten alten Suff-Taco zu bestellen. Abseits dieser Stereotypen ist es einfach ein flotter Stampfer mit spanischem Refrain, der dank seines Keyboard-Teppichs leicht ins Ohr geht.
Refrains wie der von „Supernova“ sind für Mitmachspielchen auf Konzerten geschrieben und bei der Bühnenerfahrung von Papa Johansson auch nicht weiter überraschend. Danach spielen TUNGSTEN weitestgehend das Power-Metal-Einmaleins irgendwo zwischen SABATON und HAMMERFALL herunter. Das Keyboard ist stets präsent, stört aber nicht. Bei „The North Will Rise“ ist sogar Tony Kakko von SONATA ARCTICA mit an Bord, und ein wenig musikalische Familienbande ist nie verkehrt.
Mangelnde Vielseitigkeit kann man „Ashes“ jedenfalls nicht vorwerfen. TUNGSTEN setzen immer wieder interessante Farbtupfer in ihren Sound, sodass es einiges zu entdecken gibt.
„Ashes“ wirkt nicht ausgebrannt
Für die absolute Power-Metal-Oberklasse, die Schlagzeuger Anders Johansson seinerzeit mit „Renegade“ eingespielt hat, reicht es mit „Ashes“ noch nicht. Im Vergleich zu den bisherigen TUNGSTEN-Alben, die zumindest bei diesem Rezensenten unter „eher fad“ liefen, kann „Ashes“ jedoch über weite Strecken überzeugen. Damit hat sich die Gruppe endgültig auf der metallischen Landkarte platziert.

Jannik Kleemann































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