Airbourne
Interview mit Justin Street zu "Black Dog Barking"

Interview

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„Black Dog Barking“. So ist der Titel der neuen Hard-Rock-Granate aus dem Hause AIRBOURNE. Dass die Jungs den Rock ’n‘ Roll mit der Muttermlich aufgesogen haben, ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr. Und demzufolge klingt auch das neue Album wie die Reinkarnation des 70er und 80er Jahre Hard Rocks mit einem klasse Sound. Bassist Justin Street konnte für ein Interview etwas seiner Zeit aufbringen, die, wie er selbst sagen wird, derzeit ziemlich knapp ist.

Justin, euer neues Album hört auf den Namen „Black Dog Barking“. Was hat es damit auf sich und warum habt ihr gerade diesen Titel gewählt?

„Black Dog Barking“ ist die Bezeichnung für diesen schwarzen Hund des Rock ’n‘ Roll, der zurückgekommen ist, um all diese moderne, populäre und kommerzielle Musikscheisse, welche die Welt erstickt, zu zerstören. Dieses Thema ist irgendwie auf der ganzen Platte unterlegt und wir mussten es deswegen als Titel bzw. Titeltrack bringen.

Die ersten Eindrücke des Albums vermitteln jedenfalls, dass AC/DC dieses Mal nicht an erster Stelle für die Platte Pate standen. Die Stücke erinnern vielmehr an Gruppen wie MÖTLEY CRÜE, DOKKEN, RATT, TWISTED SISTER oder W.A.S.P. Würdest du dem zustimmen?

Bei dieser Scheibe wollten wir wirklich den Sound einfangen, der in den 80ern ganze Stadien füllen konnte. Die genannten Bands waren mit Sicherheit ein Einfluss für uns. Doch schon mit dem ersten geschriebenen Gitarrenriff oder der ersten Stimmlage von Joel im Studio wussten wir, wie die Platte zu klingen hat. Und wir sind sehr zufrieden damit.

Die ganze Scheibe klingt jedenfalls klasse und es gibt so viele Songs, die Hitpotential haben. Euer erstes Video wurde zu dem Song „Live It Up“ gedreht. Wurde das Teil eigentlich in den U.S.A. oder in Australien gedreht?

Das Video haben wir zu Hause in Melbourne, Australien gedreht. Ein Kerl namens Bart Borghesi, der auch schon den Clip zu „Too Much, Too Young, Too Fast“ zu verantworten hat, ist hier wieder tätig geworden.

Was haben eigentlich die Sirenen und der Flugzeuglärm zu Beginn des Songs zu bedeuten?

Wir alle lieben epische und bombastisch klingende Intros. Und als Joel (O’Keeffe, Gesang, Gitarre) mit den ersten Ideen dazu ankam, konnten wir uns alle bereits vorstellen, wie dieses Intro zu klingen hat, mit den Flugzeugen und den Explosionen. Es war irgendwie eine ganz natürliche Entscheidung.

Wie schon erwähnt, beinhaltet „Black Dog Barking“ eine Menge sehr starker Stücke. Ist es euch denn schwergefallen, wieder solche Granaten zu schreiben? Oder macht ihr das mittlerweile recht locker?

Wir haben natürlich eine Menge Zeit damit verbracht, solche Songs zu schreiben. Jeder kleine Part sollte richtig sitzen und möglichst viel Power mit sich bringen. Es war schon harte Arbeit und wir haben uns so einige Gedanken zu den Songs gemacht. Da wir Herausforderungen jedoch lieben, ist das schon ok so. Und ich denke, dass wir einen guten Job gemacht haben.

Sind denn Joel und Ryan (O’Keeffe, Gitarre) nach wie vor die Hauptsongwriter bei AIRBOURNE?

Meistens kommt Joel mit einer Idee zu einem Riff und Ryan arbeitet dann die jeweilige Härte aus. Danach jammen wir mit der kompletten Band zusammen und schauen, wie die Nummer am besten rüberkommt und arbeiten den Chorus usw. aus. Im Studio werden die Tracks dann in der Regel noch verfeinert, bis wir alle zufrieden mit dem Ergebnis sind.

„Black Dog Barking“ ist ja eure dritte Scheibe. Wer war denn dieses Mal der Produzent? Wieder Bob Marlette? Oder Johnny K.?

Dieses Album hat Brian Howes produziert. Er ist ein Kanadier. Wir haben so einige Produzenten ausprobiert, aber er war derjenige, der mit unserern Vorstellungen komplett übereinstimmt und auch eine sehr große Liebe zum Rock ’n‘ Roll mit uns teilt.

Bist du der Meinung, dass ihr die ganze Rock ’n‘ Roll-Sache in dieser Qualität weiter und weiter fortführen könnt? Habt ihr keine Angst, dass euch irgendwann mal die Ideen ausgehen werden?

Also ich denke, dass wir den Rock ’n‘ Roll noch viele Jahre weiterspielen können – und werden! Es wird garantiert noch eine lange Zeit dauern, bis uns die Ideen ausgehen werden. Es mag vielleicht eine simple Art von Musik sein, aber wenn du erstmal drin steckst, gibt es fast keine Grenzen.

AIRBOURNE haben sich zu einem konstanten Verfechter des traditionellen Hard Rocks entwickelt. Mittlerweile gibt es aber auch Bands wie STEEL PANTHER oder BUCKCHERRY, die auf der gleichen Schiene fahren und den klassischen Hard Rock wiederbeleben. Sind solche Bands in euren Augen eher Freunde oder doch Kontrahenten?

Wir haben mit beiden Gruppen schon gespielt, sowohl mit BUCKCHERRY als auch mit STEEL PANTHER. Im Anschluss haben wir immer zusammen rumgehangen und ein paar Bier getrunken – man kann also sagen, dass wir Freunde sind. Natürlich versuchen wir bzw. haben versucht, die Jungs zu übertreffen, weshalb schon von einem Wettbewerb die Rede sein könnte.

Was können eure Fans denn in Zukunft von euch erwarten? Ich denke, viele Leute wollen euch hier mal wieder live auf der Bühne sehen…

Im Sommer kommen wir jedenfalls zu den großen Festivals Rock am Ring und Rock im Park. Später wollen wir dann noch eine Headlinertour vollziehen. Erwartet die größten Shows von uns!

Was macht ihr Jungs eigentlich, wenn ihr nicht gerade mit AIRBOURNE beschäftigt seid? Gibt es ein Leben neben dem Rock ’n‘ Roll?

Wir hängen in Melbourne ab, treffen Freunde und gehen zusammen einen trinken. Nicht zu vergessen unsere Familien. Und dann machen wir uns wieder fertig, um auf Tour zu gehen. Allzuviel Zeit für andere Sachen bleibt uns nicht.

Justin, vielen Dank für das Interview!

17.05.2013
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