Hellripper
Man würde denken, dass es bei einem Solo-Projekt weniger Diskussionen gibt. 

Interview

Mit „Coronach“ steht das vierte Album von HELLRIPPER in den Startlöchern und konnte sowohl in der Rezension als auch im Soundcheck blendend abschneiden. Wir haben uns Mastermind und Sympathiebolzen James McBain zum auführlichen Plausch über das neue Album, seine Inspirationsquellen und seine Arbeitsweise als Solo-Kämpfer geschnappt.

HELLRIPPER „Coronach“ Cover Artwork

HELLRIPPER „Coronach“ Cover Artwork

Zunächst einmal danke für deine Zeit und entschuldige im Voraus, falls ich einige oder sogar alle Songtitel des neuen Albums verhunze. 

Alles gut!

Lass uns mit einem kleinen Rückblick anfangen. Dein letztes Album „Warlocks Grim & Withered Hags“ ist überraschend auf Platz 11 der UK Rock- und Metal-Albumcharts eingestiegen und wurde allgemein sehr gut aufgenommen. Hat dich dieser Erfolg beim Schreiben von „Coronach“ unter großen Druck gesetzt? 

Nicht wirklich, ich denke beim Schreiben von Musik eigentlich gar nicht so sehr an Erfolg oder so etwas. Ich mache einfach das, was sich für mich natürlich anfühlt, und was für mich gut klingt, ist das Wichtigste. Ja, Warlocks Grim ist in ein paar Charts eingestiegen, auch in einige amerikanische Charts und in die UK Rock- und Metal-Charts, was unglaublich war, weißt du – für ein Album, das ich allein zu Hause aufgenommen habe. Und für ein Projekt, das vor etwa zehn Jahren oder so in meinem Schlafzimmer angefangen hat, als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe. Es ist wirklich großartig, diese Unterstützung von den Leuten zu bekommen.

Aber ja, die Hauptsache beim Schreiben ist einfach, was ich finde, was gut klingt und da steckt nicht viel mehr dahinter. Der einzige Druck, den ich spüre, kommt von mir selbst, etwas zu machen, das ich für gut genug halte und man würde denken, dass es bei einem Solo-Projekt weniger Diskussionen gibt. Aber es gibt viel Hin und Her mit mir selbst, wenn ich entscheide, welche Version eines Tracks die beste ist, in welche Richtung ich gehen sollte und all solche Dinge.

Auf „Coronach“ hast du wieder ein paar Experimente eingebaut. Das Songwriting hat ein paar mehr Details, aber das Black-Thrash- und Black-Speed-Metal-Fundament deiner Musik bleibt erhalten. Legst du beim Schreiben deiner Songs großen Wert darauf, eine Balance zu finden zwischen einem gewissen Maß an Experimentierfreude und Weiterentwicklung einerseits und dem treu bleiben zum Kernerlebnis andererseits?

Es hängt wirklich davon ab – ich meine, ich versuche, mir beim Schreiben keine Einschränkungen aufzuerlegen, außer dass ich möchte, dass der Black-Thrash-Kernsound so bleibt, wie er ist, damit dieser HELLRIPPER-Vibe erhalten bleibt. Abgesehen davon setze ich mir eigentlich keine Grenzen bei dem, was mir einfällt. Das kann bedeuten, dass es davon abhängt, was ein Song verlangt und in welcher Stimmung ich beim Schreiben bin.

Wenn ein Song fertig ist und nur zwei Minuten lang ist, mit nur zwei Riffs, so im Punk-Stil oder so, und es keine wirklichen Experimente gibt – wenn da alles passt, dann ist das für mich perfekt. Und wenn ein Song am Ende neun Minuten lang ist, mit unterschiedlichen Gesangsstilen und verschiedenen Instrumenten, dann ist das für mich genauso gut, solange er diese HELLRIPPER-Essenz hat, was ich eigentlich erst wirklich beurteilen kann, wenn ich ihn aufgenommen oder ausprobiert habe.

Und das ist ein Vorteil davon, alles selbst zu Hause aufzunehmen, weißt du – ich habe gewissermaßen unbegrenzt Zeit, um viele verschiedene Dinge auszuprobieren und zu experimentieren, und wenn etwas nicht funktioniert, kann ich es einfach entfernen oder löschen oder ändern oder woanders verwenden und es geht nichts dabei verloren. Es ist einfach ein Experiment, und wenn es funktioniert, dann perfekt – es bringt dem Sound etwas Neues.

Es fühlt sich so an, als könnte es manchmal schwierig sein, diese Balance zu treffen, weil es viele Bands gibt, die entweder in die eine oder die andere Richtung gehen. Sie halten entweder streng an ihrer etablierten Formel fest oder sie übertreiben es mit den Experimenten und riskieren, ihre Fanbase zu vergraulen. Gibt es Bands, die dich speziell inspiriert haben, was diesen Balanceakt angeht?

Ähm, ich bin mir nicht ganz sicher, das ist nichts, worüber ich wirklich nachdenke. Es gibt so viele verschiedene Arten von Musik, die ich liebe, weißt du, und ich höre alles Mögliche – Metal, elektronische Musik, Indie-Pop und viele verschiedene Unterarten von Metal. Und es gibt Bands, die ihren Sound im Laufe der Jahre verändert haben, die ich liebe, selbst wenn es in eine völlig andere Richtung geht. Zum Beispiel TRIBULATION. Sie haben als Death-Metal-Band angefangen und dann all diese Gothic- und Rock’n’Roll-Elemente eingebaut und ich liebe all ihre Musik. Ich finde alles was sie gemacht haben, war großartig.

Sogar eine Band wie METALLICA – weißt du, sie haben ziemlich geradlinigen Speed Metal auf „Kill Em All“ gemacht und als sie bei „And Justice For All“ ankommen, sind es dann diese ausufernden Songstrukturen und 10-minütigen Songs mit mehr progressiven Elementen. Also denke ich, es ist ganz natürlich, dass sich Bands auf irgendeine Weise verändern und es gibt ein paar, die irgendwie bei derselben Formel bleiben.

Es ist Musik und es ist Kunst, also gibt es kein richtig oder falsch darin, wie man Dinge macht, solange ein Song gut ist. Weißt du, das ist so mein Maßstab: Wenn ein Song gut ist, höre ich ihn mir an. Es ist mir egal, ob die Band ihren Stil komplett verändert hat oder was auch immer, aber bei dem, was ich für HELLRIPPER mache, möchte ich die Essenz von HELLRIPPER beibehalten, mit diesem Black-Speed-Sound im Kern.

Galerie mit 24 Bildern: Hellripper - Summer Breeze Open Air 2025

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26.03.2026

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

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