Witch Ripper - Through The Hourglass

Review

Soundcheck April 2026# 3

Der Vorgänger „The Flight After The Fall“ hatte es bereits im Subtext stehen: Sollten WITCH RIPPER ihre musikalischen und kompositorischen Fähigkeiten nur noch ein wenig bündeln, steht dem Akustikpublikum Großartiges ins Haus. Nun steht „Through The Hourglass“ in den Startlöchern und vergoldet den Anspruch der Band aus Seattle fast schon mühelos. Inhaltlich schließt man direkt an die Vorgängerscheibe an, in welcher der Hauptcharakter der Erzählung auf der Suche nach Frieden in ein schwarzes Loch geflogen war. Jetzt erwacht er in einer zeitlosen Welt und sieht sich mit seiner Vergangenheit konfrontiert…

Anspruch mühelos vergoldet

Mit Songs wie „Enter The Loop“ oder dem Epos „Everlasting In Retrograde Pts I & II“ führten die US-Amerikaner den Diktierstab für außerweltliche Erfahrungen bereits mit Bravour, umspült mit leicht reibendem Produktionssand, der mit Imperfektion vielleicht auch für die nötige Anziehung gesorgt haben mag. Das Einzige, was auf „Through The Hourglass“ dagegen nicht auf Ideallinie fährt, ist der harsche Gesang, der im Vergleich etwas mehr Charakter haben könnte. Dafür wird das Ganze durch die tolle Klarstimme von Curtis Parker mehr als aufgewogen. Dieser hat sich ohnehin noch einmal gewaltig verbessert, klingt runder und treibt ein ums andere Mal die Tränenflüssigkeit nach oben.

Das Gleiche gilt für die Instrumentalfraktion, insbesondere für Parker und Chad Fox an den Gitarren, die alleine in „The Portal“ und dem Quasi-Titeltrack „Symmetry Of The Hourglass“ eine ganze Spielwiese an göttlichen Riffs raushauen und diese immer wieder mit dem roten Faden des Songs verknüpfen. „Echoes And Dust“ ist der härteste Track auf „Through The Hourglass“ und verbindet KYLESA mit MASTODON und flirrenden Space-Rock-Elementen. Trotzdem die einzelnen Tracks allesamt wahnsinnig detailverliebt auskomponiert sind, so bleibt das Drittwerk von WITCH RIPPER emotional verfügbar wie man im Datinggeschäft sagen würde.

Detailverliebt auskomponiert

Nicht umsonst fallen im Promotionkontext auch Rock-Bombast-Referenzen wie QUEEN oder DAVID BOWIE, und das obwohl das Quartett eine deutlich subtilere Opulenz vermittelt. „Through The Hourglass“ als Gesamtwerk hat etwas von einer ausufernd entrückten Geschichte jenseits von Zeit und Raum, gleichsam aber auch eine enorm introvertierte, verletzliche Seite. Viel treffsicherer kann man in der Schnittmenge zwischen Sludge- und sämtlichen progressiven Spielarten nicht agieren. Jahreshighlight!

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24.03.2026

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2 Kommentare zu Witch Ripper - Through The Hourglass

  1. Lake sagt:

    Das ist genau meine Baustelle und das Vorgängeralbum war schon klasse. Ich würde Baroness und neuere Mastodon aber auch Dvne oder diverse neue und alte klassische (Heavy-,True-, HardRock-, was auch immer…) Bands als Referenz aufführen. Bowie (mag ich eh nicht) und Queen höre ich da aber nicht raus. Bin echt gespannt, ne Wertung gibt’s erst nach dem Release.

  2. Lake sagt:

    …ach so, das wunderschöne Plattencover bekommt natürlich ne 10/10… but don’t judge people by their style hat meine Mam schon immer gesagt. 😉