Batlord - Music To Be Buried To

Review

Manchmal flattern einem wahrhaftig die merkwürdigsten Kuriositäten ins Haus, mit denen man zunächst kaum etwas anzufangen weiss, die dann aber nach eingehender Untersuchung für umso mehr Begeisterung sorgen. So geschehen mit BATLORD und ihrem Debüt „Music To Be Buried To“, einer ominösen Mixtur aus 60er-Jahre-Rock und Gothic-Elementen, die zudem mit dem Charme eines guten alten Horrorfilm-Soundtracks angereichert wurde.

Das klingt erstmal seltsam, ist es auch, aber mit Marilyn Manson hat das Ganze also schon mal auch nichts zu tun, auch wenn Frontmann und gleichzeitig Mastermind Scorpio dem Schockrocker recht ähnlich sieht. Bei BATLORD kriegt man einen authentischen 60er-Jahre-Vintage-Sound mit Hammond-Orgel und Fuzz-Gitarren zu hören, ohne sich dabei aufwendiger Effekte bedient zu haben, was der Band sicherlich einen gewissen Seltenheitswert verleiht. Zudem ist trotz der gruseligen Grundausrichtung immer ein gewisser Spassfaktor auszumachen, der aus den vielen nett-gruseligen (Orgel)Melodien und der mit äusserst viel schwarzem Humor angereicherten klischeehaften Titel und Texte („Just because I wish that you were dead – doesn’t mean I don’t love you“) resultiert. Man hat sich hier also erfreulicherweise zur Abwechslung mal eher mit der charmant-morbiden Seite des Horrorgenres befasst, anstatt dem übermäßigen Horrorfilmkonsum in bluttriefenden Metzel-Texten Ausdruck zu verleihen.
Dabei ist die Scheibe musikalisch äußerst abwechslungsreich und variiert immer wieder zwischen rockigeren Nummern und zum Teil Loungeartigen Swingnummern, was angereichert mit Horrorfilm-Sprech-Passagen zu einer gelungenen Mischung führt.
Die Produktion ist eher minimalistisch gehalten und klingt daher etwas drucklos, passt aber deswegen im Prinzip umso besser zum 60er-Jahre-Thema und wirkt somit nur noch authentischer. Musikalisch sind die Songs eher einfach strukturiert und auch von der Instrumentierung her keine Wunderwerke, trotzdem wird man von Anfang bis Ende bestens unterhalten und besonders die Orgel-Passagen („The Worst Of Dracula & Jesus Christ“) haben es mir aufgrund ihres Retro-Charmes angetan.

BATLORD sind der beste Beweis dafür, dass man das Horrorthema durchaus auch gut von einer anderen Seite beleuchten kann. Auch wenn man damit eingefleischte Splatter-Freaks und tageslichtscheue Gruftbewohner eher nicht für sich gewinnen kann, so dürften zumindest Rocky-Horror-Picture-Show-Fanatiker und Orgelliebhaber einen Heidenspass mit „Music To Be Buried To“ haben. Ob man sich aber tatsächlich zu solch einer schrägen Mucke begraben lassen möchte, sei dann noch mal dahingestellt.

28.05.2007

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