Cemetery Echo - Civitas Lacrimarum

Review

Fünf Jahre sind mittlerweile ins Land gegangen, seitdem die erste EP von CEMETERY ECHO, „Come Share My Shroud“ erschienen ist. Nach einer weiteren EP namens „Carnivorous Lunar Activities“ hat der Fünfer aus Buffalo im Bundesstaat New York nun endlich sein erstes Album zusammen. Langsam nicht mehr die frischen Newcomer, wird es Zeit zu prüfen, ob sie es auf „Civitas Lacrimarum“ geschafft haben, ihren Stil zu festigen oder gar zu perfektionieren.

CEMETERY ECHO – Wollen den Gothic Rock nicht neu erfinden

Neu erfinden wollen die Amis den Gothic Rock in jedem Fall nicht, das zeigt schon der Opener „Hell Night“. Zu ernst nehmen sie ihn, wie auch sich selbst offenbar auch nicht, wie „Cannibalistic Underground Nihilist Teens“ beweist, in dem sich auch die Einflüsse der Bandmitglieder aus Black- und Death Metal deutlicher ausmachen lassen. Hat hier irgend jemand TRIBULATION gesagt? Natürlich, eine Ähnlichkeit zu den umtriebigen Schweden ist nicht von der Hand zu weisen, dennoch klingen CEMETERY ECHO gerade im gesamten Verlauf des Albums deutlich kauziger, was neben Sänger Rob Palumbo vor allem am deutlich stärkeren Punk-Einfluss liegt.

Dazu kommt natürlich, wie schon auf der Debüt-EP, ein ordentlicher Schuss UNTO OTHERS, ohne sich diesen in irgendeiner Weise anzubiedern. Auch wenn Palumbo stellenweise ein wenig an Gabriel Franco erinnern mag, klingt er wenige Momente später wieder wie ein junger Robert Smith (THE CURE) oder eben ein keifender Johannes Andersson.

Stilistisch scheinen sich CEMETERY ECHO der Verantwortung, auf einem Longplayer für genügend Abwechslung sorgen zu müssen, durchaus bewusst. Das gelingt über weite Strecken auch ziemlich gut, denn Banger wie eben „Cannibalistic Underground Nihilist Teens“ wechseln sich mit atmosphärischen Passagen („Snakeland’s Pull“), unerhört eingängigen Gothic-Rock-Nummern („Dungeon Of Love“, „Babylon“) oder New-Wave-Punk-Songs („Knight Rider“) ab.

Ganz vermeiden lässt es sich dann aber offenbar doch nicht: Zum Ende geht „Civitas Lacrimarum“ ein wenig die Luft aus, vielleicht auch deshalb, weil es der Platte ein wenig an absoluten Hits mangelt, die eben sofort im Gedächtnis bleiben.

Transportiert die 80er in die Neuzeit – „Civitas Lacrimarum“

CEMETERY ECHO fangen den Sound des 80er-Gothic-Rock ziemlich perfekt ein, was vor allem auch die für den Stil extrem gelungene Produktion unterstreicht. Mit Elementen aus Punk, Death- und Black Metal angereichert, transportiert die Band aus Buffalo diesen Sound in die Jetztzeit, auch wenn sie dabei gelegentlich stark nach TRIBULATION klingen.

„Civitas Lacrimarum“ ist letztlich ein gelungenes Debüt-Album geworden, dem es außer an echten Hits an wenig fehlt. Um allerdings zu den großen Bands des Gothic-Revivals aufschließen zu können, fehlt dann zwar doch noch ein wenig, mindestens Genre-Fans sollten aber in jedem Fall dringend ein Ohr riskieren.

22.08.2026

"Time doesn't heal - it only makes you forget." (Ghost Brigade)

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