Circle Of Tyrants - Deamocracy

Review

Ende letzten Jahres konnte ich mir auf der Night Of Power bereits live ein Bild von den Hessen CIRCLE OF TYRANTS machen. Damals konnten die Jungs mit feschen Songs und einer tighten Darbietung punkten und machten damit Lust auf ihre neue Konserve, die jetzt in Form der zweiten, selbstproduzierten Scheibe „Deamocracy“ vorliegt.
In der beachtlichen Spielzeit von etwas mehr als einer Stunde zocken die Tyrannen eine ordentlich rockende Mischung aus Power-Thrash und klassischem Heavy Metal herunter, die dank interessanter Ideen einiges Potenzial erkennen lässt. Da treffen traditionelle Bay-Area-Erbstücke auf griffige Hooks und eingängige, teils sehr schwedische Soli, europäische Harmonien auf amerikanisches Riffing. Wie man eingängiges Material schreibt, muss man den Hessen nach dem Genuss von Hymnen der Marke „Circle Of Tyrants“ jedenfalls nicht mehr beibringen.
Dennoch wirken einige Stellen in den Songs noch etwas uninspiriert und riechen nach Füllmaterial. Bei einer so amtlichen Spielzeit hätte man die gut rauskürzen und sich auf die Stärken der Songs konzentrieren können. Denn daneben haben CIRCLE OF TYRANTS wirklich genügend spritzige Ideen, starke Riffs, herrliche Licks und eindrucksvolle Soli, die für eine Verwässerung viel zu schade sind. Eine weitere zweischneidige Geschichte ist der Gesang. Sänger Holger hat ein sehr markantes, da cooles, heiser-rauchiges Organ, und deckt damit sowohl Shouts, cleane als selten auch mal gegrunzte Stellen ab. Leider ist er beim Einsatz seiner Stimme etwas unsicher und liegt häufig, wenn oft auch nur minimal, etwas neben der Spur, was besonders den cleanen, halbballadesken Stellen einige Atmosphäre raubt. Wenn er es schafft, das in Zukunft besser hinzubekommen, kann daraus noch was Großes werden! Denn besonders in den höheren Tonlagen traut man sich kaum auszumalen, welches Potenzial da schlummert.
Der Sound ist für eine Eigenproduktion respektabel, kommt ziemlich transparent und sehr direkt, wenn dadurch auch etwas trocken aus den Boxen. Das steht den kraftvollen Songs aber durchaus gut zu Gesichte. „Deamocracy“ ist ein ungeschliffener Rohdiamant, der aber – sowohl beim Songwriting als auch bei der Technik – bereits genau erkennen lässt, wo er zu bearbeiten ist, um ein Schmuckstück daraus zu machen. Wenn sich CIRCLE OF TYRANTS diesen Punkten annehmen, dürfte man ziemlich bald auch auf Platte so überzeugen wie auf der Bühne. Knapp an sieben Punkten vorbei, aber mit deutlicher Tendenz nach oben!

22.05.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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