Crown The Lost - Blind Faith Loyalty

Review

CROWN THE LOST haben mir bis zu deren aktuellem Album überhaupt nichts gesagt. Dabei haben die Thrasher aus Pittsburgh (Pennsylvania) vor drei Jahren bereits ein in der Öffentlichkeit wohlwollend aufgenommenes Debüt veröffentlicht. Gelandet sind die Amis mittlerweile bei Cruz Del Sur Music und die liegen mit Signings momentan ja eher selten daneben. Um es vorweg zu nehmen, auch mit CROWN THE LOST hat das Label eine vielversprechende Band unter Vertrag genommen. Auch, wenn noch nicht alles stimmig ist.

Frisch und unverbraucht gehen CROWN THE LOST ans Werk und bieten dem Hörer eine eigenständige Mixtur aus Thrash- und Power Metal. Völlig unbeschwert springen die Jungs dabei zwischen beiden Genres hin und her, so dass mit “Blind Faith Loyalty“ ein rifforientiertes und zugleich sehr melodisches Album entstanden ist. Dabei knallen die Gitarren an allen Ecken und Enden und kommen, dank der fetten Produktion, dennoch immer schön differenziert aus den Boxen. Die Gitarristen Joe Bonaddio und David E. Gehlke spielen sich bildlich gesprochen die Finger wund und bauen in die zehn Songs derart viele (Hammer-) Riffs ein, dass es bei manch anderer Combo auch locker für zwei bis drei Alben gereicht hätte.

Die Gitarrenfraktion harmoniert auf “Blind Faith Loyalty“ nahezu perfekt mit der Rhythmusgruppe, was sich in sehr vielen Takt- und Tempowechseln widerspiegelt. Durch derart vielschichtige musikalische Komponenten kommt man natürlich schnell und ohne große Umschweife auf den Begriff Progressive Metal. Der ist hier auch überhaupt nicht fehl am Platz, sondern zeigt eher, dass sich CROWN THE LOST nicht in eine bestimmte Schublade stecken lassen, sondern ihren eigenen musikalischen Visionen folgen. In diesem Zusammenhang stören zum Beispiel auch die vereinzelt eingestreuten Blastbeats nicht im Geringsten. Songs wie der Opener “Defame The Hypocrites“, “Finality“ oder “Drawing The Parallel“ gehen trotz ihres Anspruchs ordentlich nach vorne und lassen dem Hörer eigentlich kaum Zeit zu Atem zu kommen.

Musikalisch ist auf “Blind Faith Loyalty“ also alles im grünen Bereich. Die Produktion ist sehr gut, die Musik anspruchsvoll, aber immer mit der richtigen Portion Härte versehen und die Songs selbst strotzen vor Energie, die entladen werden will. Das entsprechende Ventil ist in solchen Fällen meistens der Gesang. Darauf haben vermutlich auch CROWN THE LOST gesetzt, was aber nicht so recht funktionieren will. Sänger Chris Renaldi verfügt zwar über ein eigenständiges, klares Organ, welches er auch kraftvoll in den Songs zur Geltung kommen lässt. So recht passen will es aber dennoch nicht zu hundert Prozent. Das liegt daran, dass sich die Gesangslinien zu gleich anhören und dadurch auch zu wenig Wiedererkennungswert besitzen. Zudem bewegt Renaldi sich bei allen Songs meist in derselben Tonlage, was seinen Gesang ein Stück weit monoton erscheinen lässt und das wirkt sich natürlich auch negativ auf die Lieder selbst aus.

Was bleibt also zu sagen? CROWN THE LOST haben ein musikalisch anspruchsvolles Werk abgeliefert, das sich völlig eigenständig in der Schnittmenge zwischen Thrash- und Power Metal bewegt und daher überzeugen kann. Im Soll stehen dagegen die Gesangsmelodien, die schlicht nicht einprägsam genug sind. Daran sollten die Pittsburgher noch arbeiten, denn das Potential ist zweifelsohne vorhanden. Als Anspieltipp nenne ich mal “Dreaming In Reverse“. Macht euch selbst ein Bild.

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29.03.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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