Hacktivist - Outside The Box

Review

Die Synthese von Rap und harter Rockmusik ist nichts nennenswert Innovatives. Nach teils bahnbrechenden Alben von Bands wie RAGE AGAINST THE MACHINE, CYPRESS HILL, SUICIDAL TENDENCIES und LIMP BIZKIT entstand irgendwann nach der Jahrtausendwende allerdings ein gewisses Vakuum innerhalb der Szene. Drastischer gesagt: Rap Metal war mehr oder weniger tot. Nun schicken sich die Briten HACKTIVIST an, das Genre wiederzubeleben. Über die Sinnhaftigkeit dessen wird sich der ein oder andere Hartmetaller ausgiebig das Maul zerfetzen. Fakt ist allerdings: „Outside The Box“ ist objektiv betrachtet ein gut gemachtes Album – und vor allem ein ausgesprochen interessantes.

Stilistisch vermengt der Fünfer auf seinem Debüt ausgedehnte, beatdurchsetzte Rap-Strophen mit wuchtigem Riffing aus dem Nu-Metal-/Djent-Baukasten. Angereichert wird die Mixtur gelegentlich mit melodischen Refrains und Klargesangspassagen. Das Ganze kracht im Falle von Songs wie dem ruppigen „Elevate“ und dem entfernt an TESSERACT erinnernden „Falso Idols“ durchaus amtlich aus den Membranen. „No Way Back“ mit seinen aberwitzig schnellen Rap-Parts wiederum ist mit viel Drive unterwegs, und auch wenn der Refrain ein bisschen arg auf die Tränendrüse drückt – Busta Rhymes wäre zweifelsfrei stolz auf die jungen Herren.

Tatsächlich hat sich aber auch etwas Füllmasse eingeschlichen. Songs wie „Buszy“, „Deceive And Defy“ oder das etwas kaftlose „Taken“ rauschen ohne nennenswerte Ausschläge vorbei – im Falle der beiden letztgenannten Stücke trotz des Mitwirkens prominenter Gäste wie Jamie Graham (HEART OF A COWARD) und Roughton „Rou“ Reynolds (ENTER SHIKARI).

Andererseits: Im Rap-Metal-Segment ist eben nicht nur die Musik, sondern vor allem der Text ein Qualitätskriterium. Und ebenjene Lyrics sind es auch, welche „Outside The Box“ in ihrer Gesamtheit am Ende nochmals aufwerten. So schwadronieren die beiden Fronter Jermaine Hurley und Ben Marvin zwar hin und wieder auch darüber, was für dufte Typen sie und ihre Kollegen sind, widmen sich aber auch ernstem Stoff und „besprechen“ diesen auf wirklich ansprechende, provozierende und clever pointierte Weise.

I wanna take down who’s in power
Like ground zero
Two twin towers
The president was a coward
Trying to take what’s ours
Spend money on wars
Watch bullets get showered
But things ain’t gonna change in a matter of hours
Until we turn up at the White House

Das Ganze ist letztlich – wie gesagt – nicht neu, und schon gar nicht bahnbrechend. Tatsächlich aber wirkt es ehrlich. Und wenn HACKTIVIST in Zukunft noch ein wenig an musikalischer Tiefe gewinnen und ihre Songs überzeugend auf die Bühnen dieser Welt bringen, könnte es für die Briten durchaus weit nach oben gehen. Für alle verbohrten Puristen haben die Jungs übrigens noch einen netten Gruß auf ihrer Platte hinterlassen:

Coz we live how we sound
Outside the box, cross borders
Causing storms in forums
Fuck a genre coz that’s not important

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04.03.2016

"Am Ende isses immer Arbeit."

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