Rippe, Gitarrist von MAJAK

Diese Musik hatte den größten Einfluss auf meine persönliche musikalische Entwicklung:
Guns N’ Roses – Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem nur mal Radio im Auto lief. Musik war nie ein Thema. Ich kannte keine Künstler und keine Songs. Mit 10 habe ich Gitarrenunterricht bekommen, weil ich an jedem Schaufenster kleben blieb, in dem auch nur etwas Gitarrenähnliches hing. Mein Lehrer hat mir in meiner zweiten Stunde die Akkorde von „Knocking On Heaven’s Door“ gezeigt. Als er mir den Song dann vorspielte und die erste verzerrte Gitarre einsetzte, habe ich zum ersten Mal gespürt, was Musik und Klänge erreichen können.
Die persönliche Top 10 von Rippe
Rippe von MAJAK – playlist by metal.de | Spotify
PINK FLOYD – „Us And Them“
Aus der „Nur Metal ist gute Musik“-Phase rausgetreten zu werden hat sich noch nie so gut und befreiend angefühlt. „The Dark Side Of The Moon“ und besonders der genannte Song haben das Tor zur Musik erst in alle Richtungen für mich eröffnet. Der beste Flohmarktfund, den ein 15-Jähriger haben kann.
LANA DEL REY – „Black Beauty“
Fragil und beinahe intim und gleichzeitig brutal ehrlich und selbstbewusst standhaft. Der Song säuselt einem im ersten Moment eine süße und fragile Melodie ins Ohr, bis das Gehirn checkt, wie gnadenlos der Song in das eigene System fährt und alles auf links dreht. Bin ich jetzt traurig, nostalgisch, rastlos, zufrieden, ängstlich, wütend oder alles gleichzeitig? Keine Ahnung, aber ich liebe es.
TOSKA – „Abomasum“
Drei Menschen aus Brighton. Kein Gesang. Gitarre, Bass und Schlagzeug. Das beste Storytelling, das ich je erfahren durfte. Wie man es schafft, so viel Spannung aufzubauen und selbst die Auflösung so extrem lang und absolut perfekt auszuarbeiten, ohne Bild und Text, ist mir schleierhaft. Mal abgesehen davon, dass deren Sound klingt, als würden sich riesige Felsbrocken gegenseitig auf die Fresse hauen.
DISSECTION – „Maha Kali“
Man könnte diesen Song und das Album „Reinkaos“ heute exakt genauso veröffentlichen und niemand würde darauf kommen, dass Song und Album schon 20 Jahre alt sind. Für mich und mindestens die Hälfte von MAJAK eines der wichtigsten Alben. Black Metal mit Groove, schönen Melodien, fantastischen Harmonien, Sound und allem, was die dunkle Seite des Herzens begehrt.
DOOL – „Dust & Shadow“
Das Album „Summerland“ war der Corona-Dauerbrenner. „Dust And Shadow“ ist der Rausschmeißer auf dem Album – und was für einer. Acht Minuten hysterisch lachende Existenzkrise mit einer Frage im Gehirn: Wie schafft die Spezies Mensch – die Spezies, die es nicht gebacken kriegt, mit sich selbst auszukommen – etwas so Perfektes zu erschaffen?
ARCHITECTS – „The Seventh Circle“
1 Minute 48 Sekunden – alles gesagt, was es zu sagen gibt.
TOM WAITS – „Make It Rain“
Tom Waits ist absolutes Chaos … schon immer. Was ihm durch den Kopf geht, wird zum Song beziehungsweise zu einer Geschichte gemacht. Keine eigenen Limitierungen, keine Regeln. Pure musikalische Anarchie.
NICK CAVE & THE BAD SEEDS – „Cinnamon Horses“
Ähnliches Phänomen wie bei Tom Waits. Live eine Gewalt und ein Paradebeispiel dafür, wie man ein Publikum in der Hand haben kann und sollte. Mit dem Album „Wild God“ ist Nick Cave mit seiner bösen Saat tief in den Gospel eingetaucht. Technisch ist der Typ kein wirklich guter Sänger, aber der beste Beweis, dass man die schönsten Songs schreiben kann, wenn man einfach will oder sogar muss.
METALLICA – „Battery“
Muss man zu Metallica noch etwas schreiben? Die müssten doch mittlerweile so allgegenwärtig sein wie Jesus oder so … „Battery“, weil Riff.
UNCLE ACID & THE DEADBEATS – „Death’s Door“
Die Band hat mit „Blood Lust“ vermutlich beschlossen, vier Mikrofone in den Proberaum zu schmeißen, die Dinger an einen Kassettenrekorder anzuschließen und einfach alles auf Anschlag zu drehen. Zack, fertig. Das Ergebnis drückt einen ähnlich hart in den Sessel wie drei schlaflose Nächte.
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