Hills Like White Lions - Meander

Review

HILLS LIKE WHITE LIONS haben vor drei Jahren ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlicht, welches bei uns in der Redaktion sehr gut angekommen ist. Die österreichische Progressive-Metal-Band verwob damals eine spannende Melodiemischung mit ausgearbeiteter Story. Dieses Konzept, soviel sei bereits verraten, wollen sie auch auf ihrem Zweitwerk fortführen. Dabei dominieren auf „Meander“ die Themen Wahrheit, Liebe und Sehnsucht.

HILLS LIKE WHITE LIONS sind musikalisch im Fluss

„Mäander ist die Bezeichnung einer Flussschlinge in einer Abfolge weiterer Flussschlingen, wie sie sich in unbefestigten Fließgewässerabschnitten mit sehr geringem Sohlgefälle und gleichzeitig transportiertem, feinkörnigem Geschiebe auf natürliche Weise bildet.“ – So definiert die deutschsprachige Wikipedia einen Mäander. HILLS LIKE WHITE LIONS verstehen unter ihrem neuen Album folgendes:

„Die Reise hochstilisiert zum perfekten Konzept um die Wirklichkeit zu hinterfragen und die vermeintliche Wahrheit der Dinge Schritt für Schritt ins Licht zu rücken – Ein meandernder Fluss, der Mond, Gipfel und Täler bilden die Szenerien der ersten beiden Alben.“

Das bedeutet musikalisch für uns, dass die sieben Teile des Albums sich wie im Fluss aneinander anschmiegen und in eins in einander übergehen. Demzufolge sind sie auch nur in einzelne Parts unterteilt, die alle den Albumtitel „Meander“ als übergeordneten Begriff tragen.

Dabei Vergleiche zu anderen Bands zu ziehen fällt recht schwer, HILLS LIKE WHITE LIONS sind musikalisch recht eigenständig unterwegs und reihen immer wieder emotionale Härteausbrüche an ruhige Akustik-Passagen und andere seichte Zwischenspiele. Die Stimme von Sänger und Gitarrist Florian Wagner thront dabei über dem Geschehen, oftmals lassen aber auch lange Instrumentalpassagen die Musik für sich sprechen. Nach dem gleichen Muster wird dabei aber nur selten verfahren, der vierte Teil des Songs, „Black Tide“ ist dabei ein guter Einstiegspunkt für den Abwechslungsreichtum, den das Trio hier an den Tag legt.

Auf den ersten Blick kann „Meander“ etwas überbordend und sperrig wirken, insbesondere da es ja mehr oder weniger ein zusammenhängender Song samt Geschichte ist. Aber wer sich Zeit nimmt, die einzelnen Passagen der Scheibe zu erkunden, der wird auf Feinheiten und Spielereien stoßen, die beim einfachen Hören möglicherweise verloren gehen. Nur die Lyrics alleine sind ohne Interpretationshilfe etwas kryptisch geraten.

„Meander“ ist wieder eine vielschichtige Angelegenheit geworden

Mit „Meander“ haben HILLS LIKE WHITE LIONS erneut ein Album zum Eintauchen, zum Träumen, zum Nachdenken und Interpretieren geschaffen. Fans des Post- und Progressive Metals sollten ihre Augen und Ohren auf jeden Fall nach einem der schönen Digipaks offen halten, denn warum diese Band noch keinen Labelvertrag an Land gezogen hat, ist unverständlich.

03.07.2023

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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