Metal Church - Dead To Rights

Review

Vergangenen Mittwoch blickten wir in die Historie von METAL CHURCH. Heute geht es um das aktuelle Geschehen Namens „Dead To Rights“. Es gibt jedoch mehr zu verkünden als ein neues Album. METAL CHURCH sind 2026 von der Bandbesetzung eine Art Supergroup des US-Metal. David Ellefson (ex. MEGADETH), Ken Mary (FLOTSAM AND JETSAM, FIFTH ANGEL) und Brian Allen (DARK ARENA, TRAUMA, ex. VICIOUS RUMORS) ergänzen das Gitarrenduo Kurdt Vanderhoof und Rick Van Zandt. METAL CHURCH präsentieren sich runderneuet. Gilt das auch für die neue LP?

METAL CHURCH werden zu einer Supergroup des US-Metal

In der langen und bewegten Geschichte von METAL CHURCH waren Tragödien und damit verbundene Veränderungen in der Bandbesetzung an der Tagesordnung. Musikalisch war und ist Bandchef Vanderhoof nie auf eine Ausrichtung fixiert und vermischte zum Beispiel auf den Klassikern mit dem leider verstorbenen Sänger Mike Howe US-Power-Metal, Thrash Metal und progressive Ansätze. 2026 klingen die Altmeister deutlich angepisster als auf vorherigen Platten. „Brainwash Game“ knüpft vom Sound und den Vocals an die 80er Jahre an. Es geht zügig nach vorne und Allen keift vorzüglich. Querverweise zu David Wayne sind durchaus berechtigt. Das nachfolgende „F.A.F.O.“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, der Titeltrack „Dead To Rights“ setzt etwas mehr auf Melodie und klassischen Metal, ohne die bisherige Aggressivität zu vernachlässigen. METAL CHURCH interpretieren das aktuelle Weltgeschehen und klingen so, wie sich die Protagonisten gerade fühlen.

Aber nicht nur aggressiv und angepisst können METAL CHURCH 2026. Der verspielte, progressive Einschlag kommt bei „Deep Cover Shakedown“ zum Vorschein und findet mit „Feel To The Fire“ und dem unorthodoxen „The Show“ seine Fortsetzung. Die weiteren Stücke („Heaven Knows (Slip Away“), „No Memory“ oder „Wasted Time“) bewegen sich im klassischen US Metal, ohne an Ohrwürmer der Marke „Fake Healer“ oder „In Harm’s Way“ anzuknüpfen. Der Schlusspunkt „My Wrath“ zieht nochmals den Temporegler noch oben und zwischen Thrash und US-Metal dreht sich „Dead To Rights“ zum Plattenende.

„Dead To Rights“ ist gutklassig, aber kein Bandklassiker

Von einer Band, die ihre Klassiker vor mehr als 30 Jahren abgeliefert hat, erwartet niemand eine große Innovation oder eine Platte, die sich mit „The Dark“ oder „The Human Factor“ messen will. METAL CHURCH 2026 liefern ein starkes, abwechslungsreiches US-Metal-Album, das sich zu den LPs nach der Reunion 2012 sortiert. Der neue Mensch am Mikro hinterlässt einen hervorragenden Eindruck und sorgt für eine Brücke zu den Veröffentlichungen mit David Wayne in den 80ern. Was fehlt sind Hits und Ohrwürmer, die auf einem starken Release noch hervorstechen.

Unterm Strich bleibt eine Empfehlung für Old-School-US-Metal-Fans, die aber eher auf abwechslungsreiche Musik stehen. Wer zum Beispiel „Damned If You Do“ goutierte, sollte auch an „Dead To Rights“ seine Freude haben.

03.04.2026

Ein Leben ohne Musik ist möglich, jedoch sinnlos

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