Metal Church - Damned If You Do

Review

Soundcheck Dezember 2018# 4 Galerie mit 21 Bildern: Metal Church - 70000 Tons Of Metal 2018 - 4. Tag

Mit „XI“ war dem viel lange in der Versenkung verschwundenen Mike Howe eine tolle Rückkehr in die Musikszene gelungen, und auch seine Band METAL CHURCH konnte nicht nur Chartplatzierungen einfahren sondern auch viele Kritiker als auch Fans begeistern. Der gute Mann, dessen Stimme einst die Klassikeralben „Blessing In Disguise“, „The Human Factor“ und „Hanging In The Balance“ veredelte, hatte nichts von seinem Können eingebüßt. Nun folgt mit „Damned If You Do“ das zweite Album nach der Wiedervereinigung. Können METAL CHURCH das Niveau halten oder gar ein heißeres Eisen schmieden?

„Damned If You Do“ von METAL CHURCH

Das Album wird mit dem Titelsong „Damned If You Do“ eröffnet. Sorgen zunächst die ungewöhnlichen „Hummmm“-Gesänge für Fragezeichen beim Hörer, aber die lösen sich zum Glück schnell wieder auf da eigentlich gut im Song integriert. Das Stück selbst ist ein guter, energiegeladener und flott nach vorne preschender Opener mit starken Stakkoto-Riffs, massig Double-Bass und tollem, eingängigem Refrain. Mike Howe erneut in bestechender Form. Einfach nur stark! Das folgende „The Black Things“ beginnt mit einer „Badlands“ Reminiszenz, ist noch eine Spur flotter als der Opener, mit typischem Riffing a la METAL CHURCH, hätte so auch gut auf „Hanging In The Balance“ gepasst. Der Song wächst mit jedem Mal. Wir schwelgen weiter in Erinnerungen – das erste Riff von „By The Numbers“ erinnert an den Klassiker „Start The Fire“, auch wieder recht flott gehalten, der Refrain ist mir aber eine Spur zu simpel und platt geraten, der zu tief gedrückte Gesang macht es nicht besser, schade! „Revolution Underway“ beginnt atmosphärisch balladesk und steigert sich im weiteren Verlauf. Das abwechslungsreiche Stück hat ordentlich Power und griffige Melodien, einen ruhigeren Mittelteil und starken Chorus, erinnert stark an die „Blessing In Disguise“ und ist sicherlich der stärkste Song auf „Damned If You Do“. Die folgenden Stücke können dieses hohe Niveau leider nicht ganz halten. Bei „Guillotine“ herrscht der Speed, das Stück ist METAL CHURCH Standard. „Rot Away“ galoppiert auch ordentlich, die Riffs sind wieder messerscharf, gut aber nicht überragend! Der Kracher „Into The Fold“ ist nicht weniger schwungvoll, variiert aber im Tempo häufiger. Das rockigere „Monkey Finger“ swingt lässig und sorgt für weitere Abwechslung auf „Damned If You Do“. Ein wirkliches Highlight folgt aber mit „Out Of Balance“, das wieder viele Stärken von METAL CHURCH in sich kulminiert: Speed, eingängig melodischer Refrain, bestechende Riffs und Soli. Das abschließende flotte „The War Electric“ ist dann wieder routinierter METAL CHURCH Power Metal.

Verglichen mit dem Vorgänger „XI“ klingt der Gesang von Mike Howe etwas lebhafter, aggressiver und rauer, zweitweise packt er eine richtige Reibeisenstimme aus. Ich würde mir noch ein wenig mehr stilistische Abwechslung in den Songstrukturen wünschen. Der Sound ist transparent und recht authentisch gehalten, Bass und Rhythmusgitarre könnten aber ein wenig mehr Dampf vertragen.

Was bleibt hängen?

Unweigerlich fühlt man sich beim Anhören von „Damned If You Do“ an die Bandklassiker von METAL CHRUCH. Das Album übertrifft nicht den Vorgänger und auch nicht die eigenen Klassiker, kann aber locker das Niveau von „XI“ halten. Sehr gut!

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11.12.2018

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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9 Kommentare zu Metal Church - Damned If You Do

  1. nili68 sagt:

    Youtube sagt: „Opa Mucke.“ Ist ja aber kein Problem, es gibt ja auch Opas. 🙂

    Der Gesang ist aber schon.. naja.. Mainzelmännchen mit Erkältung.

  2. BlindeGardine sagt:

    Wenn man musik nach altersgruppen oder zumindest dem geschätzten geistigen alter einteilt müsstest du ja den ganzen tag nur aggro berlin hören ;).

    Was metal church angeht: irgendwie so ein typischer fall aus der zweiten reihe. Man kennt sie, sie haben ihren eigenen stil, die veröffentlichungen sind auch immer zumindest ok bis gut, aber so richtig richtig klasse waren sie dann trotz langer karriere doch nur ein paar mal. Werde mir das neue album trotzdem mal reinziehen, einen musikalischen jungbrunnen wie die letzte priest oder riot v erwarte ich aber nicht.

    1. nili68 sagt:

      Du machst mir das zu einfach. Wo bleibt da die Herausforderung? 😛

    2. Nether sagt:

      Ääääh …
      Was ist denn dann in der Sparte erste Reihe für dich? Mit ihrer Mischung aus ernstzunehmendem Power Metal und Thrashversatzstücken waren sie mindestens bis ’93 (also erste 5 Platten) vordere erste Reihe. Da gab es nicht viel ähnliches.
      Dann ging Lowe und sie verschwanden nahezu vom Radar.
      Seit 2 Platten ist Lowe nun wieder da und Metal Chuch mit ihm.
      Die neue Platte braucht zwar noch ein paar Durchläufe, soweit kann ich aber das Review unterschreiben.

      1. ClutchNixon sagt:

        Bis 93 unschlagbar!

      2. BlindeGardine sagt:

        Das mit der zweiten Reihe Bezog sich auch eher auf Erfolg und sollte nur bedingt etwas über die Qualität der Musik aussagen. Ich spreche da im Übrigen auch von der Heavy-Metal-Szene insgesamt, da sie Übergänge zwischen Unterkategorien wie Power Metal usw. dort doch recht fließend sind.
        Wie gesagt, grade auf den frühen Alben tummeln sich ja auch einige Klassiker, aber grade später war es dann eher „geht so“ und ich finde es gab besonders in den 90ern doch deutlich zwingendere Bands als Metal Church. So richtig vom Hocker gehauen hat mich das spätere Material jedenfalls nicht mehr. Tatsächlich habe ich mich mit den neueren Platten noch nicht so richtig befasst und werde das mal nachholen.

      3. Nether sagt:

        Ich hab sie ’91 auf dem Dynamo Open Air gesehen, wo sie absolut zurecht Headliner waren.
        Wie gesagt, nach Lowes Ausstieg sank der Stern. Wie Clutch sagt, bis ’93 unschlagbar.
        Vor 2 Jahren mit „XI“ und Lowe im Gepäck wurd mir vor der Bühne ganz nostalgisch zumute und die Chartplatzierungen von „XI“ waren doch auch recht ordentlich.

      4. Huetti sagt:

        @Nether: nur dass es mal jemand gesagt hat: HOWE! Der Kerl heißt Mike Howe. Robb Lowe war/ist(?) bei Solitude Aeturnus und bei Candlemass 😉

        Abgesehen davon bin ich da eigentlich bei der Blinden Gardine. Die ersten beiden Alben, und dann mit Abstrichen noch die Alben drei und fünf waren richtig stark und im Genre echte Granaten. Alles was danach kam war immer irgendwo zwischen „ganz okay“ und „gut“, aber den richtigen Knaller haben sie nie wieder veröffentlicht. Du sagst es ja selbst: bis ’93 unschlagbar. Nur… ’93 ist 25 Jahre her! Seither eben gutklassig, aber eben irgendwo zumindest was die Erfolge und auch den Bekanntheitsgrad angeht immer irgendwie zweite Reihe.

        Auch das aktuelle Album finde ich gut. Gut. Mehr nicht. 7 Punkte mit nem kleinen Sympathie-Bonus.

        7/10
      5. Nether sagt:

        Autsch! Das kommt davon, wenn man nicht noch mal drüber liest. Mea Culpa! 😀