Monuments - The Amanuensis

Review

Galerie mit 22 Bildern: Monuments auf dem Summer Breeze Open Air 2016

Vor knapp zwei Jahren ging er auf – der Stern der Briten MONUMENTS. Damals hatte die Truppe aus London mit ihrem starken Debütalbum „Gnosis“ ein dickes Ausrufezeichen in der Modern-/Progressive-Metal-Szene gesetzt. Seitdem ist einiges geschehen – unter anderem gab es diverse Veränderungen im Line-Up. Die wohl bemerkenswerteste betrifft den Posten hinter dem Mikro: Matthew Rose ging, Chris Barretto (EVER FORTHRIGHT, ex-PERIPHERY) übernahm.

In neuer Besetzung präsentiert der Fünfer nun also sein Zweitwerk: Die Scheibe trägt den Namen „The Amanuensis“ (Dt.: Schreiber, Sekretär) und beschäftigt sich inhaltlich mit dem Samsara-Zyklus – dem immerwährenden Kreislauf von Leben und Tod. Der Titel wiederum wurde laut Aussage der Band von David Mitchells Roman „Cloud Atlas“ („Der Wolkenatlas“) inspiriert.

Musikalisch besitzen die elf Tracks erwartungsgemäß den modern-vertrackten Anstrich: Neben Elementen aus Metalcore, Modern und Progressive Metal finden sich in vielen Momenten Stilmittel aus dem Djent-Gerätelager im Sound der Briten. Allerdings sind MONUMENTS dabei stets darauf bedacht, ihre Kompositionen nicht auf ausgefeilte Rhythmik zu reduzieren, sondern – wie beispielsweise im sehr versiert vorgetragenen „Garden Of Sankhara“ – das Ganze mit starken Refrains und immer wieder auch melodischen Hintergrund-Fragmenten anzureichern. Dabei kristallisiert sich auch eine wesentliche Stärke von „The Amanuensis“ heraus: Homogenität. Denn obwohl das hier Dargereichte eine beeindruckende stilistische Bandbreite besitzt, bilden die verschiedenen Facetten am eine stets ein stimmiges Gesamtbild. Am eindrucksvollsten kann dies anhand des überragenden „Saga City“ veranschaulicht werden: Im Anschluss an den unerwarteten, mit einem Augenzwinkern versehenen Gesangs-Auftakt, bewegt sich der Track zunächst in eingängigen Djent-Sphären, feuert danach einen energisch-mitreißenden Barretto-Refrain ab, um schließlich wesentlich ruppiger, aber vor allem technisch-verkopfter daherzukommen – bevor gegen Ende nochmals zu fiesen Screams die Groove-Keule geschwungen wird.

Mit dem griffigen Opener „I, The Creator“, dem düster-wuchtigen „Origin Of Escape“ oder dem streckenweise an die altehrwürdigen MESHUGGAH erinnernden „I, The Destroyer“ hat die Scheibe zudem weitere Kracher im Gepäck, die so ziemlich alles bieten, was der Modern-Metal-Freund begehrt: versiertes Riffing, große Melodien, fette Grooves und abwechslungsreiche Vocals.

Dabei dürfte sich der geneigte Hörer, dem nicht nur an emotionalen Gesichtspunkten, sondern auch der instrumental-technischen Ausführung gelegen ist, sofort in zwei Dinge verlieben: Die jeweilige Schlaghand der Gitarristen John Browne und Olly Steele sowie das superbe Drumming von Mike Malyan – unfassbar, wie tight und präzise diese drei Herrschaften ihre Instrumente bearbeiten. Das man im Hause MONUMENTS aber auch besinnlichere Töne anschlagen kann, beweisen die Londoner dann mit dem – wenngleich stilistisch völlig anders gelagerten – sphärischen Gesangsstück „Samsara“ zum Abschluss.

Am Ende steht ein ausgesprochen starkes Album, das mit viel kompositorischem Geschick und technischer Fertigkeit, vor allem aber mit richtig guten Songs besticht. Lediglich in ganz wenigen Momenten, beispielsweise beim äußerst aggressiven „Jinn“, lässt das Material etwas Tiefe und Abwechslung vermissen – Eigenschaften, die „The Amanuensis“ ansonsten auszeichnen. Insgesamt gesehen haben MONUMENTS mit ihrem neuen Werk aber dreierlei Dinge bewiesen: Sie sind keine Eintagsfliege, sie können herausragende Songs schreiben – und sie sind derzeit zurecht eine der angesagtesten Truppen ihres Genres.

28.06.2014

"Am Ende isses immer Arbeit."

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