Naildown - Dreamcrusher

Review

Wüsste man es nicht besser, könnte man behaupten, es gäbe auch im modernen Metal so etwas wie gecastete Bands, denn konstruierter als die Finnen von NAILDOWN kann man fast gar nicht mehr zu Werke gehen. Man fülle verschiedene Reagenzgläser mit IN FLAMES- und SOILWORK-Säure, SYL-Extrakten, OPETH-Pulver, CHILDREN OF BODOM-Granulat und Alibi-Echtmetalloxyd, schüttle alles gründlich durch und wärmt das Gemisch über dem Bunsenbrenner auf – und kabumm! – fertig ist moderner Retorten-Metal, wie gemacht für VIVA und MTV. „Heureka!“ schreit der Professor, streift sich Baggy-Pants und ein stylisches Shirt über, zieht sich Baseballcap und Sneakers an und hopst – ganz außer sich – durch sein Labor.

Klar, professionell tönt das: ein fetter Jacob Hansen-Sound schiebt ordentlich die Boxen über den Flur, alles klingt transparent, und auch die Instrumentalisten plus Sänger Daniel sind Meister ihres Fachs, aber „Dreamcrusher“, das zweite Album des Fünfers, ist über weite Strecken identitätslos, vorhersehbar und – pardon – überflüssig. Nur wenige Parts bleiben wirklich hängen, der Rest versiegt wie ein Fingerhut voll Wasser im heißen Wüstensand. Klicker-Klacker-Trigger-Drums, klinische Gitarren, obligatorischer Gesang á la „Ich kreische in der Strophe/in Refrains, da schrei’n nur Doofe/drum sing ich dort dann glockenklar/und finde das ganz wunderbar!“ – all das machen andere Bands zwar auch, doch bei NAILDOWN kommt’s irgendwie einfach nur öde rüber. Dieses Agieren nach Schema F ist nicht nur ermüdend, nein, es nervt.

Schade eigentlich, denn gerade die geile Gitarrenarbeit und die originellen, spacigen Keyboards könnten so etwas wie das Markenzeichen der Band werden. Hoffen wir für das nächste Album auf mehr Eigenständigkeit. Hoffen wir, dass NAILDOWN das viele Plastik in ihrem Sound in den gelben Sack stopfen. Denn zwischendurch zeigt sich immer wieder, wozu die Skandinavier in der Lage sind. NAILDOWN haben es nicht nötig, so sehr auf der anbiedernden Schiene zu fahren – das beweist die hörbar kreative Energie, die hier einfach noch nicht ihre explosive Wirkung zeigen mag.

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20.04.2007

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