Outrage - Conspirator

Review

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Die aus Pforzheim stammende Thrash-Band OUTRAGE hat ihre Wurzeln in den 80er Jahren, schaffte es damals aber nur auf vier Demo-Tapes. Bevor eine Full Length-Platte zustande kam, zerschlug sich die süddeutsche Formation. 2004 sprangen OUTRAGE dann auf den Reunion-Zug mit auf und warfen endlich ihren ersten richtigen Longplayer auf den Markt. Daraufhin wurden die fünf Thrasher regelrecht arbeitswütig und präsentieren uns anno 2010 mit “Conspirator“ nun ihr mittlerweile fünftes vollwertiges Album.

Den Spirit der 80er können die Schwaben ins neue Jahrtausend transportieren, was auf “Conspirator“ auch deutlich zu hören ist. Die Gitarrenriffs sind schrammelig, nach schleppenden Parts folgen häufig Breaks, in denen eine Gitarre mit Uptempo-Riffing loslegt, bevor die restliche Instrumentalabteilung mit einsteigt. Man bewegt sich also auf bewährten Pfaden, was nicht unbedingt verwerflich ist, denn auch die eine oder andere Szenegröße setzt auf dieses Konzept und kann damit nach wie vor Erfolge verbuchen. Grundvoraussetzung für diese Herangehensweise ist allerdings eine interessante Gestaltung der einzelnen Songs, doch genau das bleibt auf dieser Platte leider aus. Stattdessen werden einem flache Riffs präsentiert, die über weite Strecken aus einfachem Akkordgeschrammel bestehen und schlichtweg zu eindimensional sind. Ebenso sind die Arrangements viel zu einfach gestrickt und vorhersehbar. Das lässt die Scheibe schon nach dem ersten Durchlauf langweilig erscheinen. Zudem wirkt der streckenweise sehr krächzende Gesang etwas unpassend, denn er treibt die Musik in Richtung Black Metal, wohingegen die Instrumentalisten kompromisslosen Thrash servieren. Besonders “Of Things That Never Were“ lässt kurzzeitig DARKTHRONE-Flair aufkeimen, ist aber nicht annähernd so atmosphärisch und fällt seinem weiteren Verlauf der Diskrepanz zwischen Vocals und Instrumentalarbeit zum Opfer.

“Conspirator“ wirkt einfach an vielen Stellen unstimmig, was insbesondere beim Song “The Line That I Did Not Draw“ auffällt, dessen Strophenriff von einem Gute-Laune-Schlagzeugbeat begleitet wird. Man stelle sich “No One Knows“ der QUEENS OF THE STONE AGE in Kombination mit räudig-aggressivem Gekeife vor, das passt einfach nicht zusammen.
Was allerdings tatsächlich passt, ist die technisch saubere Darbietung. Da gibt es, wie übrigens auch bei der guten Produktion, nichts zu meckern.

Dennoch täuscht dies nicht über das bestenfalls mittelmäßige Songwriting hinweg, und so sind für den Blackened Thrash Metal der Baden-Württemberger heute leider nicht mehr als vier Punkte drin.

24.11.2010

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