Red Death - Sickness Divine

Review

Soundcheck November 2019# 10

Man kann als (ehemaliger) MACHINE HEAD-Connaisseur schon etwas ins nostalgische Schwelgen geraten, wenn man die neue, dritte Full-Length-Platte „Sickness Divine“ der Thrasher RED DEATH auflegt. Der Grund ist vor allem Sänger DHD, der scheinbar das gleiche Gurgelwasser wie Rob Flynn verwendet und eine geradezu perfekte Imitation seiner raueren Shouts aufs Parkett legt. Wenn sich dann noch die musikalische Untermalung etwas beherzteren Trittes in die Nackenmuskulatur des Hörers einarbeitet, könnte man fast von einem MH-Revival reden.

Trotz beeindruckend glaubhafter Flynn-Intonation kein MACHINE HEAD-Imitat

Doch RED DEATH hüten sich auf „Sickness Divine“ davor, eine reine Kopie zu sein, indem sie ihrem Thrash eine Prise rockenden Hardcores beimischen, der die Grooves weniger metallisch eng schnürt, sondern zum Teil richtig rockig und gerne auch punkig durch die Straßen jagt. „Face The Pain“ ist da ziemlich gut drin, das metallische Volk per pedes zum Aufmarsch zu mobilisieren und die Straße zum Moshpit zu transformieren. Das folgende „Sword Without A Sheath“ schafft das auch, legt dabei ein paar schwerer groovende Kohlen obendrauf.

Ebenso tritt das nervöse „(Refuse To Be) Bound By Chains“ reichlich Hintern und ist größtenteils flott unterwegs. Hier fühlen sich die US-Amerikaner einfach am wohlsten: wenn’s richtig schön rotzig auf die Nase gibt. Klassischere Thrash-Passagen arbeiten sich dazwischen aber auch immer wieder durch, wie etwa „Ravage“. Es gibt schönes Geschrubbe zu hören, auch wenn das Riffing hier ansonsten kaum Interessantes zu bieten hat – hätte hier und da definitiv noch etwas reifen können. Aber dennoch beißt der Song dank seines hohen Tempos beherzt zu.

RED DEATH fahren vor allem mit Volldampf am besten

Doch wenn die Band ihr Tempo dann mal drosselt, kommen die Makel zum Vorschein. Zum einen fällt dann auf, dass DHDs inbrünstige Flynn-Intonation, so originalgetreu sie auch sein mag, langfristig ziemlich eintönig gerät. Besonders im eröffnenden Titeltrack fehlt ihm die dynamische Reichweite, um den Track in seinem behäbig stampfenden Mittelteil zu verstärken; sobald der Song gegen Ende an Fahrt aufnimmt, reguliert sich das Problem dank der erhöhten Intensität ganz von selbst. Das gleiche Glück fehlt jedoch dem tranigen Rausschmeißer „Exhalation Of Decay“, bei dem die Chemie zwischen Gesang und Musik nicht so sehr fruchten möchte.

Und dann tummeln sich mit „The Anvil’s Ring“ und „Dreadful Perception“ noch zwei Interludes auf der Trackliste, die zwar nett anzuhören sind, die aber auch eher wie bestellt und nicht abgeholt da stehen. Macht im Gesamten ein zwar positives aber auch nicht wirklich herausragendes Album mit einer wiedererkennbaren Stimme, die aber noch etwas mehr an Facetten zulegen könnte, während das Songwriting künftig gerne etwas wagemutiger, frecher und wilder werden darf. Und die Interludes wird künftig sicher auch niemand vermissen.

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25.11.2019

Sitzt, passt, wackelt, hat Luft.

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