
Soundcheck April 2026# 12
RIKET gründeten sich 2016 und haben nach zwei EPs ihr Debütalbum fertiggestellt, das via Black Lion Records erscheint. Auf „2026“ präsentiert die Band neun Songs, die zeigen, dass der Albumtitel nicht nur das aktuelle Jahr widerspiegelt. Die Schweden nehmen uns mit auf eine Zeitreise und beleuchten verschiedene Jahre großer Katastrophen in ihrem Heimatland. Ein spannendes Konzept – textlich jedoch nur bedingt nachvollziehbar, da die Vocals in der Landessprache gehalten sind.
RIKET – Death Metal als Geschichtsstunde
Mit Gründungsmitglied und Sänger Nepenthe sowie Bassist Micke André, der seit 2022 dabei ist, sind zwei ehemalige Mitglieder von NETHERBIRD an Bord. Musikalisch gibt es jedoch Unterschiede: Auf „2026“ erwartet uns ehrlicher, handgemachter Death Metal. Seine geografische Herkunft ist hörbar – kein klassischer Stockholm-Sound, aber viele Leads und Rhythmusriffs sind klar von skandinavischen Bands inspiriert.
Die Stücke balancieren zwischen Atmosphäre und Melodie à la INSOMNIUM sowie doomigen Momenten, die an SWALLOW THE SUN erinnern. Ein gutes Beispiel ist „1897 – Mot Polen“, das Gewalt, Atmosphäre und Melancholie verbindet. Auch die übrigen Songs halten ein hohes Niveau und transportieren eine Stimmung, die ohne Sprachkenntnisse verständlich ist.
Dennoch wäre es spannend, die Texte nachlesen zu können. Nach Release lassen sich die Lyrics heute schnell übersetzen, denn die Chronologie schwedischer Krisen und Katastrophen reicht von 1867 bis 2009. Der zeitlich jüngste Track ist ein Cover des Musikers STEFAN SUNDSTRÖM und fällt musikalisch etwas aus dem Konzept.
„2026“ ist ein spannendes Debütalbum
Mit „2026“ liefern RIKET ein interessantes, wenn auch zwiespältiges Hörerlebnis: Die schwedischen Texte unterstützen das Konzept, erschweren aber vielen den Zugang zur erzählten Geschichte. Dennoch sollte man die Band im Auge behalten – Potenzial ist reichlich vorhanden.

Riket - 2026
Jannik Kleemann































Kommentare
Sag Deine Meinung!