Rude Revelation - Lost In Entropy

Review

Mut zur Lücke: Was Generationen von Schülern und Studenten beherzigen, sollte vielleicht auch im Musik-Genre mehr berücksichtigt werden. Denn nicht jeder Stil oder jedes Instrument muss auf Teufel komm raus in Songs eingebaut werden. So versuchen die Neo-Thrasher RUDE REVELATION aus Luxemburg auf ihrem Erstlingswerk „Lost In Entropy“ nicht nur Melodic Death Metal, sondern auch Metalcore und Bluesrock zu verwursten. Mit mittelmäßigem Erfolg. Und was die Violine in den Songs verloren hat, erschließt sich mir auch nicht ganz.

Treibender Sound mit groovenden Riffs: So präsentiert sich der Großteil der Songs auf „Lost In Entropy“. Vor allem das abwechslungsreiche und schnelle Schlagzeugspiel bleibt im Ohr hängen. Der Drummer versucht scheinbar mit viel Engagement die einfach gehaltenen Gitarrenriffs seiner Bandkollegen zu überspielen. Das gelingt auch, denn von den Riffs bleibt nichts in Erinnerung.

So ist das Stakkato-Gewitter am Anfang von „There Is No God“ zwar ganz interessant, doch der Songs verliert sich dann schnell in belanglosem Gerödel. Auch der Übergang von langsam-melodisch zu schnell und hart wie in „Evening Prayer“ gelingt selten, die Violine wirkt wie ein Fremdkörper im Sound der Band. Und warum die Gitarrenriffs gegen Ende der Platte vom Blues inspiriert sind, wo die Band ansonsten doch eher nach FIVE FINGER DEATH PUNCH oder DIVINE HERESY klingt, kann ich auch nicht nachvollziehen. Scheinbar ist die Band noch auf der Suche nach einem passenden Stil, so dass von den Songs wenig hängen bleibt.

Hängen bleibt vielleicht, dass RUDE REVELATION eine Frontfrau mit Namen Noémie Leer hat. Über ihre Stimme wurde ein seltsamer Effekt gelegt, so dass es klingt, als würde Leer unter Wasser kreischen. Auch der Klargesang ist Geschmackssache. Meiner Meinung nach passt er nicht ganz in die Songs. Zwar trifft die Frau die Töne, trotzdem kommt ihre Stimme eher dünn daher. Geschmackssache Nummer drei: Die Songtexte. Dafür ist ebenfalls die Frontsängerin verantwortlich und deswegen sind die Texte auch sehr… öhm, emotional. Vor allem die Art und Weise, wie sich die Dame im unfreiwillig komischen Video zu „Evening Prayer“ präsentiert, offenbart einige psychische Probleme.

Was von diesem Review hängen bleiben sollte: Für Fans von FIVE FINGER DEATH PUNCH, die es musikalisch auch härter mögen, vielleicht mal eine Hörprobe wert.

27.07.2009

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