Sink The Ship - Persevere

Review

SINK THE SHIP machen es mir und sich selber heute aus vielerlei Hinsicht nicht ganz einfach. Die Band aus Cleveland, Ohio, die sich bisher erstaunlicherweise meinem Radar entziehen konnte, macht mich jedoch aufgrund des angekündigten Genre-Mix aus Metalcore und Easycore erstmal neugierig. „Persevere“ heißt die neue Langrille. Übersetzt: durchhalten. Durchhaltevermögen habe ich, dann kann ja quasi nichts schief gehen.

Bekannte Strukturen – locker entschleunigt

Mit dem Opener „Second Chances“ legen die Jungs entgegen jeden Zweifels einen soliden Kaltstart hin. Zwischen Gegrunze und Cleangesang kippt der Track immer wieder zu fröhlich easy und klaut dem Song damit eine gewaltige Schippe Bedrohlichkeit. Gleichzeitig platzieren SINK THE SHIP mit dem ersten Track einen Refrain, der sich sofort ins Gehirn fräst und da auch erstmal bleibt. Die angenehm melodisch ausgespielten Gitarren unterstützen dies noch zusätzlich. Grundsätzlich hat das Ganze die typischen Metalcore-Strukturen, die durch die lockeren Vocals seitens der Band um einiges entschleunigt werden, was einerseits nicht so verbittert und verbissen wirkt, aber auch irgendwie stören kann, wenn man sich erstmal auf solides, böses gutterales Gegrunze eingestellt hat.

Relativ schnell wird hier nämlich deutlich: Das, was auf „Persevere“ passiert, schrammelt zwar immer wieder in die Richtung des Core-Bereiches, ist aber alles andere als heavy und mächtig, und zeigt sich mit Gangshouts sowie Sing-A-Long-Parts deutlich spaßiger, lockerer und poppiger als ich erwartet hatte.  Die Vocals von Fronter Calton erinnern, vor allem wenn es in die sauberen Tonlagen geht, stark an Billie Joe Armstrong von GREEN DAY oder auch Mark Hoppus von BLINK-182. Da ist dann immer wieder ein Hauch Punk Rock, der den Kopf aus dem Wasser steckt und mitspielen möchte.

Durchhalten mit SINK THE SHIP

Zur zweiten Hälfte der Platte wirkt es dann leider so, als würde den Jungs die Puste ausgehen, als hätten sie sich zuviel zugemutet. Denn während sich die erste Hälfte noch brachialer und wütender vorwärts walzt und mit Tracks wie „Everyhing“ punktet, in dem MISS MAY I-Frontmann Levi Benton massiv in den Vocals unterstützt und das Ding zu einem ansehnlichen Brett macht, driftet es dann immer weiter ab in Richtung Pop-Punk/Popcore. „Persevere“ büßt über die Dauer einiges an Bissigkeit ein und verliert nach hinten heraus deutlich an Druck. Die Tracks gehen fließend ineinander über und liefern weniger Abwechslung. Da benötigt es dann doch so einiges von diesem sogenannten Durchhaltevermögen meinerseits.

SINK THE SHIP haben es mir mit „Perserve“ echt nicht einfach gemacht. Die Platte funktioniert und fasziniert durchaus mit ihrem Mix aus Core und Punk und dem Spagat zwischen Verbissenheit un Leichtigkeit, kann dies aber nicht über 48 Minuten halten. Dennoch ist SINK THE SHIP eine Band, die man durchaus in seinem Radar haben sollte und getrost in eine gute Easycore-Sammlung passt.

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16.04.2018

It`s all about the he said, she said bullshit.

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