Stam1na - Uudet Kymmenen Käskyä

Review

Galerie mit 15 Bildern: Stam1na - Rockharz 2019

Wenn man sich so einen Allerweltsnamen wie „Stamina“ gibt, dann muß man zu einem Kniff greifen, um nicht in der virtuellen Versenkung des Internets zu verschwinden. Die „1“ drückt also keine unbedingte Affinität zum 1337-speech der Online-Community, sondern sorgt dafür, dass die Finnen bei Google & Co. stets Oberwasser gewinnen.

Neben dieser kleinen Anekdote zur Namensfindung bleibt nur noch zu erwähnen, dass STAM1NA vielerorts (viell. kann das unser Korrespondent Erik ja bestätigen) als DER Zukunftsträger für den finnischen Metal gehandelt werden. Wie zukunftsträchtig die Musik des Quartetts wirklich ist, liegt nun in der Beurteilung jedes Hörers selbst.

Fakt ist, dass der ausschließliche Gebrauch der Muttersprache eine gute Portion Lokalpatriotismus widerspiegelt (und unter der Hand mangelhafte Englischkenntnisse, aber das bleibt unter uns), aber andererseits nunmal zu Stromgitarrenmusik passt, wie die Faust aufs Auge, wie Sack auf Gesicht. Ich kann zwar selbst keinen einzigen finnischen Satz bilden, höre diese Sprache aber immer wieder gern zu Musik, bei der man Haupt und Haar schütteln kann.

Fakt Nummero 2 ist, dass sich das Album (Nachfolger des 2005 erschienenen, selbstbetitelten Debüts) anhört, wie eine Reise durch die „City“-Epoche von STRAPPING YOUNG LAD. Längst nicht so heftig und brutal, wie die jugendliche Gewaltorgie eines Herrn Townsend, dafür treffen die Riffs, das Schlagwerkspiel und die atmosphärischen Elemente schon eher die Wellenlänge von SYLs Meisterwerk.

„Uudet Kymmenen Käskyä“ steht für modernen, melodischen Thrash Metal mit eingängigen Songs. Der Opener und gleichzeitig Titelsong erinnert sofort an „Velvet Kevorkian“, und danach gibt’s leckeres Stakkato-Riffing mit Doublebass-Beilage. Die Songs halten sich tempomäßig alle im oberen Mittelfeld auf, welches durch immer mal wieder durch Raserei durchbrochen wird. Und genau darauf spielte ich bereits an: Eine flotte Thrash-Nummer, die durch eine amtliche Produktion fett aus den Boxen wummert, und dazu hektisches Finnisch aus einer lauten Männerkehle – so muß das sein.

Nach einer guten Dreiviertelstunde ist der Spaß vorbei, und eigentlich spricht nichts dagegen, dieses kurzweilige und mehr als solide Werk gleich nochmal aufzulegen. Sie werden damit zwar nicht die Speerspitze des finnischen Metal bilden, werden aber sicherlich viele Freunde damit gewinnen – im Heimatland, sowie im Rest der Welt.
Also nicht unter „Trash“ einordnen, wie es hinten auf der CD steht, sondern im Player rotieren lassen!

Achso, noch eins, Jungs: Sucht Euch beim nächsten Mal ein besseres Cover, so eine brennende Schaufensterpuppe macht nicht grad viel her 😉

10.01.2008

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