Suffocation - Blood Oath

Review

Hat irgendwer da draußen ernsthaft befürchtet, SUFFOCATION würden nach dem Wechsel zu Nuclear Blast massentauglicher? Die Antwort darauf, lautet so sicher wie das Amen in der Kirche: Nein verdammt noch mal! Anfang der Neunziger durch das Brachialwerk “Effigy Of The Forgotten“ auf den Plan gerufen, entwickelten sich die Jungs symbolisch zu den Gründern eines neuartigen Stils, dem Brutal Death Metal. Heute gelten sie bereits als lebende Legenden und fungieren gleichsam als Inspirationsquelle für unzählige Newcomer. Selber haben es SUFFOCATION allerdings immer noch am Besten drauf, was deren neues Prügelwerk “Blood Oath“ erneut zu Genüge beweisen sollte.

Der Einstand in “Blood Oath“ beginnt mit dem Titeltrack, und zwar recht ungewöhnlich. Anstelle von schnell runtergezockten Riffs und fanatisch hohem Tempo, beginnt die Platte mit einem wahrlich zermürbenden Brecheisen, wie es intensiver kaum sein könnte. Die Gitarrenfraktion, zäh wie Leder, wird lediglich vom monströsen Drumming flankiert. Dennoch agierten SUFFOCATION unauthentisch, wenn die ganze Prozedur nicht hochtechnisiert wäre, also demnach von einigen Tempowechseln, schneidenden Breaks und variablem Fellgedonner durchsetzt ist. Die langjährige Erfahrung der Truppe, verleiht dem Ganzen die Eigenschaft, dass die einzelnen Bauteile niemals willkürlich zusammengesteckt, sondern viel mehr bis ins Detail aufeinander abgestimmt wirken.

Auf dem mittlerweile sechsten Album der New Yorker Zerstörer, ist die Produktion dieses Mal etwas steriler und weiter differenzierter ausgefallen. Das mag man nun bewerten, wie man es angesichts des eigenen Geschmacks am Liebsten hat, in meinen Gehörgängen kam allerdings die rabiatere Variante der Vorgänger besser an. Nichtsdestotrotz bleiben sich SUFFOCATION treuer als bayrische Kirchengänger der CSU. Bereits in den ersten Takten ist die charakteristische Ader der Amerikaner auszumachen, sei es durch das authentisch klingende Beißorgan von Fronter Frank Mullen oder durch die kontrolliert technische Instrumentalabteilung. Mike Smith entpuppt sich erneut als absolutes Ungeheuer, wenn es um präzise, temporeiche und unheimlich variable Bearbeitung des Schlagwerkes geht – also alles beim Alten, und das ist auch gut so!

Wer SUFFOCATION kennt und zu schätzen weiß, dem ist zum einen klar, was ihn auf “Blood Oath“ erwarten wird und zum anderen ist ihm bereits jetzt bewusst, dass er sich beim ersten Anhören ekstatisch auf dem eigenen Wohnzimmerboden herumwälzen wird. Dass dieser Eindruck keinesfalls aus der Sturköpfigkeit eines Die-Hard-Fans entstammt, ist durch diese Scheibe um ein weiteres Mal bewiesen. Prost, Amen und Ende!

22.06.2009
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