
Soundcheck Januar 2026# 8
TOTAL ANNIHILATION setzen auf internationale Zusammenarbeit und können damit hörbar punkten: Die Band aus Basel hat ihr viertes Album „Mountains Of Madness“ in Freiburg aufgenommen und im schwedischen Sundsvall abmischen und mastern lassen – und herausgekommen ist eine absolut fett klingende Thrash-Breitseite. Wobei Thrash: Die Band hat daneben auch einen deutlichen Death-Metal-Einschlag, setzt sonst auf die Macht der dreschenden Riffs und einen schön verhallten und gebieterisch gebellten Gesang. Nochmal zur länderübergreifenden Co-Produktion: Als letztes Puzzleteil hat ein brasilianischer Künstler die „Mountains Of Madness“ angemessen optisch umgesetzt.
„Mountains Of Madness“ setzt auf die Macht der rohen Gewalt
Sound und Optik stimmen also, wie ist es aber mit der Musik? Die ist erst einmal flott: Der Opener „The Art Of Torture“ beginnt mit Double-Bass-Gewitter, bis galoppierendes Uptempo übernimmt und die fett produzierte Gitarren-Armada den Hörer knechtet. Das Solo setzt statt auf Flitzefingereien auf die Macht pointiert gesetzter Töne. Das klingt … nun ja, spätestens bei „Chokehold“ kommen unweigerlich alte PARADISE LOST in den Sinn, und das ist hier äußerst positiv zu sehen. Ansonsten haben TOTAL ANNIHILATION immer dann ihre besten Momente, wenn sie ihrem Bandnamen alle Ehre machen und ohne Rücksicht auf Verluste drauflos dreschen. Gerne bis in Blastbeat-Gefilde und mit mächtig Druck auf dem Kessel.
Punktabzüge gibt es lediglich hinsichtlich der Memorabilität. Klar, niemand erwartet hier ein Hitfeuerwerk, schließlich setzt die Band eher auf die Macht der rohen Gewalt. Dennoch könnte das Songwriting hier und da noch etwas pointierter sein. Dennoch: „Mountains Of Madness“ unterhält über 40 Minuten ganz gediegen, selbst wenn die Wirkung im Hier und Jetzt und weniger darüber hinaus liegt.

TOTAL ANNIHILATION - MOUNTAINS OF MADNESS
Eckart Maronde































Kommentare
Sag Deine Meinung!