Voivod - Synchro Anarchy

Review

Seit nunmehr vierzig Jahren wandeln die Kanadier von VOIVOD als Gemeinschaft durch unser Universum und veröffentlichen in schöner Regelmäßigkeit ihre Platten, die beinahe immer hochklassig sind. Mit „Synchro Anarchy“ steht nun der Nachfolger zu „The Wake“ in den Startlöchern. Und einmal mehr zeigen sich VOIVOD völlig unbeeindruckt von irgendwelchen Trendanbiederungen und ziehen beinahe schon stoisch ihren Stiefel durch. Das wiederum heißt, dass Fans sich auf ein ‚typisches‘ VOIVOD-Album freuen können.

Eigenwillige Riffs und angepisster Gesang

Es dominieren auch heuer wieder die eigenwilligen Riffs von ‚Chewy‘ gepaart mit dem teilweise angepissten Gesang von Frontmann Denis ‚Snake‘ Belanger. Die eigenwilligen Riffs, die Chewy im Gedenken an den verstorbenen Gitarristen ‚Piggy‘, immer wieder darbietet, wirken auf „Synchro Anarchy“ zum ersten Mal wirklich befreit. Will sagen, ‚Chewy‘ lehnt seine Riffs nicht mehr gänzlich an die Vorgaben vom Meister an, sondern spielt hier völlig frei von der Leber weg. Das ist gut und gibt dem Album eine neue Facette. Sicher, völlig ist ‚Piggys‘ Riffing nicht aus dem Sound verschwunden, darauf hat die Band penibel geachtet. Eine Sound ohne die typischen ‚schiefen‘ Riffs würde der Band auch nicht zu Gesicht stehen. Songs wie der Titeltrack leben von dem Potpourri, das VOIVOD bieten. Alleine „Synchro Anarchy“ hat derart viele Facetten, dass man die Nummer von vornherein öfter goutieren muss. Dabei stehen die Riffs in perfektem Zusammenspiel mit dem Gesang, der hier sehr melodisch ist. Aber auch die anderen Songs bieten dem Hörer viel und so manche Band braucht für diese Musikalität mehrere Alben. VOIVOD nicht. Die spielen das Material von „Synchro Anarchy“ so homogen herunter, als wären die Stücke schon immer genau so da gewesen.

Spannender Weltraumtrip

Das wiederum macht das sechzehnte Studioalbum (sofern ich mich nicht verzählt habe – cb) so spannend. Man wird von den Kanadiern auf eine Reise in unendliche Weiten mitgenommen, bei dem „Synchro Anarchy“ wie aus einem Guss wirkt. Das hier ist der Soundtrack für den nächsten abgefahrenen Trip durchs Weltall. Sicherlich werden VOVIOD mit dem Album keine Nummer eins abliefern, dafür ist es dann doch zu speziell (zumal auch nicht jeder Chorus gleich beim ersten Mal erkenntlich ist). Für Fans ist das hier aber genau das richtige Werk für den (noch) herrschenden Winter. Oder eben den nächsten Space-Trip. „Synchro Anarchy“ wirkt wie ein in sich geschlossenes Werk, dem man sicher seine Zeit geben muss. Dann aber erschließt sich nach und nach der musikalische Wert von „Synchro Anarchy“.

Gereifter, aber nicht brav

Alles im allem ist das neue Studioalbum von VOIVOD eine starke Scheibe geworden, die ihre Zeit braucht um zu wachsen. Die aus Jonquière stammende Band hat es erneut geschafft ein Album zu veröffentlichen, dass alle Trademarks des Bandsounds beinhaltet. Chapeau! Das aggressive, wütende Element bricht dabei nur noch sporadisch durch, aber auch VOIVOD sind gereift und spielen konkurrenzlos in ihrem völlig eigenen Kosmos.

01.02.2022
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