Wasteland - Torture Tactics - Mercy Killings

Review

Jau, selten habe ich ein Album erlebt, bei dem Artwork, Titel und Lyrics dermaßen im Einklang standen wie auf WASTELANDs Drittwerk „Torture Tactics – Mercy Killings“. Bekommt man in Form des Covers schon eine optische Anleitung zum Töten von Artgenossen, wird diese Thematik in den Texten mit bekanntem Gore-Vokabular noch ausführlicher ausgebreitet. Ein gewohntes Bild also. Wird dann allerdings noch eine Vergewaltigung haarklein beschrieben („Merciless Sluthunt“), halte ich die Grenzen des Tolerierbaren jedoch eindeutig überschritten. Musikalisch hauen die fünf Wolfsburger hingegen überraschenderweise nicht in die GrindGore-Kerbe, sondern klatschen uns eine old-schoolige Thrashbreitseite in die Fresse, die sich gewaschen hat. Ausflüge in DM/BM-Raserei eingeschlossen. Als Vergleich würde ich am ehesten RAISE HELLs rotzige Attitüde gepaart mit weniger melodiösen BRIMSTONE (gibt’s die eigentlich noch?) heranziehen. Dabei handelt es sich leider um zwei völlig unterbewertete Bands, weswegen selbiges Schicksal WASTELAND auch blühen kann. Sie erfinden nämlich rein gar nichts neu und legen eher weniger Wert auf höchst ausgefeilten Kompositionsanspruch (und wenn doch, geht es wie beim breakdurchsetzten „Deathtrapped“ in die Hose.). Stattdessen fährt man lieber das einfach strukturierte Riffbrett mit stark erhöhtem Abgeh- und Abschädelfaktor auf. Eine coole Sache, wie ich finde, denn „verkopfte“, pseudointellektuelle Mucke gibt es heutzutage genug. Dass WASTELAND aber trotzdem keine Songschreiber-Banausen sind, zeigen Akustikeinschübe („The Sweet Suffering“) oder effiziente Tempovariationen. Den stärksten Eindruck hinterlässt insgesamt jedoch Sänger Tobias, dessen Vocals wie eine Symbiose aus NAGLFARs Jens Ryden, DISSECTIONs Jon Nödtveidt und einer gesunden Todesblei-Tiefe klingen. Somit ist „Torture Tactics – Mercy Killings“ insgesamt ein cooles Biervernichtungs- und Partyalbum geworden bei dem es lediglich die lyrische Klischeelastigkeit samt genannter Geschmacklosigkeit und einen Songausfall zu beanstanden gibt.

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10.10.2003

Der metal.de Serviervorschlag

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