
Kein Metal, aber...
...für Metalheads vielleicht trotzdem interessant. - Teil 2
Special
MEPHISKAPHELES

Mephiskapheles – Maximum Perversion
Beim Black Metal stehen alle meist rum. Und Glen Benton wird auch nicht jünger. Mindestens daher gebührt MEPHISKAPHELES Dank. Die Musik der vielköpfigen Ska-Truppe aus New York geht nämlich im Namen des dunklen Herrn gar teuflisch ins Bein. Zugegeben: Klanglich derart weit vom Metal entfernte Musik auf unserer Seite zu erwähnen, das mag als skandalös betrachtet werden und als digitale Papierverschwendung. Aber: Alben von MEPHISKAPHELES heißen eben „God Bless Satan“ und „Maximum Perversion“.
Ska! Skandalös?
Inhaltlich brennt da also nichts an außer den Seelen der Rechtschaffenen. Musikalisch gehören die Herren um Sänger Andre A. „The Nubian Nightmare“ Worrell zu den Wegbereitern der sog. Third Wave des Ska. Der Anteil an Punk Rock ist jedoch gering, die verzerrte Gitarre hält sich zumeist im Hintergrund. Im Vergleich zu den frühen ruppigen Ausbrüchen der MIGHTY MIGHTY BOSSTONES beispielsweise klingen MEPHISKAPHELES insgesamt deutlich traditioneller.
Das macht im Verbund mit den unheiligen Texten aber gerade den Reiz der Band aus. Zwar vermittelt der Gesang auch abseits der Inhalte immer mal wieder eine latente Gefährlichkeit. Eine besondere Phrasierung hier, ein eindringliches Flüstern da – damit man sich nicht zu sehr in Sicherheit wiegt. Wenn man dann noch von einigen dezent noisigen Jazz-Schleifen ganz weit weg von John Zorn absieht, scheint hier musikalisch aber schon die Sonne, während dem Gehörnten gehuldigt wird.
Man kann also breit grinsend zu „Doomsday“ ungelenke Gute-Laune-Pirouetten aufs Parkett legen ohne im Mindesten mit der Welt versöhnt zu sein. Man kann sich ja auch nicht immer nur anschreien lassen. Und die Sonne scheint hier, so viel sei versichert, wirklich äußerst unfreundlich.
Die Sonne scheint hier unfreundlich
MEPHISKAPHELES haben seit der Gründung 1991 im East Village in New York City in wechselnder Besetzung insgesamt drei Alben und zwei EPs veröffentlicht. Sie sind mit den BUZZCOCKS getourt und haben für GWAR eröffnet. Zu empfehlen sind vor allem ihre eingangs genannten ersten beiden Alben aus den Neunzigern. Dass die noch beziehungsweise wieder aktive Band hierzulande die einschlägigen Clubs anzünden wird, erscheint unwahrscheinlich. Dass sie dein Herz entfacht und dein Tanzbein entfesselt, das nicht. Es sei denn, du hasstest Blechbläser UND Satan. Dann sind MEPHISKAPHELES für dich wahrscheinlich maximal im unteren Mittelfeld anzusiedeln. Aller Musikgruppen. Weltweit.
(Marek Protzak)
Galerie mit 15 Bildern: Koenix – Hörnerfest 2023

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metal.de Redaktion 




























Die Spitz ist eine meiner persönlichen Entdeckungen des Jahres und Emma Ruth Rundle holt mich sowieso mit jedem Album aufs Neue ab.