Kein Metal, aber...
...für Metalheads vielleicht trotzdem interessant. - Teil 2

Special

THE IRON ROSES

Bei THE IRON ROSES liegen Wut und Freude erstaunlich dicht beieinander. Die Band singt über Macht, gesellschaftliche Ungleichheit, Faschismus und Gewalt und setzt damit etwas in Bewegung. Körperlich, weil diese Musik zum Tanzen, Springen und Mitsingen einlädt. Emotional, weil sie auffängt, stärkt und Wut ebenso zulässt wie Hoffnung. Und gedanklich, weil ihre Songs Haltung zeigen und etwas hinterlassen, das nicht mit dem letzten Ton verschwindet.

THE IRON ROSES – Credit: Chelsea Oxborough

Punk darf hier rau, direkt und politisch sein, ebenso wie melodisch, verspielt und manchmal beinahe poppig. Diese Seiten gehören bei THE IRON ROSES zusammen und bilden einen Schutzraum für Liebe und Wut, in dem alle willkommen sind, genau so, wie sie sind.

Aus einem Soloprojekt wird eine Band

Die musikalische Mischung hat sich mit der Zeit entwickelt und ist nach wie vor nicht festgeschrieben. THE IRON ROSES entstanden aus Nats Soloprojekt. Becky war bereits an früheren Veröffentlichungen beteiligt, bevor während der Arbeit an „Rebel Songs“ Nats Wunsch wuchs, daraus eine tatsächliche Band zu machen. Nat wollte die Musik nicht länger um die eigene Person bauen. Freundinnen und Freunde sollten mitgestalten, Verantwortung übernehmen und ihre eigenen Ideen einbringen. Eine Band, so beschreibt Nat diesen Gedanken, ist kollektives künstlerisches Arbeiten, ein Soloprojekt hingegen ist viel mehr ein Egoprojekt.

Für viele führt dennoch ein direkter Weg von BOYSETSFIRE zu THE IRON ROSES. Logisch, denn Nats musikalische Vergangenheit verschwindet nicht einfach und manches davon lässt sich auch in den Songs wiederfinden. Doch diese Band ist viel mehr als Nats musikalische Geschichte. Dieser Rosenstrauß entfaltet sein volles Bouquet erst durch jede einzelne Rose: Becky, Pedro, Devon, Kate und Oliver bringen ihre eigenen Erfahrungen, Vorlieben und musikalischen Sprachen mit. Gerade in Europa erlebt die Band inzwischen, dass aus ehemaligen BOYSETSFIRE-Fans zunehmend THE IRON ROSES-Fans werden und ebenso finden neue Fans den Weg zu ihnen, die mit Nats früherer Band gar nichts verbinden.

Gerade darin entsteht der Sound von THE IRON ROSES. Punk bildet das Fundament, doch darin finden auch Hardcore, Ska, Reggae, Folk, Pop und sogar Country ihren Platz. Was auf dem Papier nach einem wilden Gemisch klingt, bleibt in den Songs stimmig, weil die Einflüsse nicht nebeneinanderstehen, sondern ineinanderfließen. „Hearts Of Fire“ zeigt das schon früh. Der Song lebt von einem dunkleren Reggae-Groove, zieht das Tempo an und kippt immer wieder zurück in Punk.

Freude als Widerstand

Mit „Class War Cheer Squad“ wurde 2025 noch deutlicher, wie eng Musik und Haltung bei THE IRON ROSES miteinander verbunden sind. Der Song entstand aus dem Gefühl, der eigenen Community in einer belastenden politischen Lage etwas mitgeben zu müssen. Die Idee dahinter: Die Verhältnisse dürfen schlimm sein, ohne einem auch noch die Freude zu nehmen. Protest wird so nicht zur dauerhaften Düsternis, sondern zu gemeinsamer Bewegung.

Auf „Molotov Nights“ tritt der Punk stärker nach vorn, ohne die Offenheit der Band zu verlieren. „The Good News“ beginnt fast folkig, bekommt einen Country-Einschlag, wächst, wechselt in Reggae-Passagen und folgt dabei keinem starren Bauplan. Gerade diese Spielfreude hält die unterschiedlichen Facetten zusammen.


Somit ist THE IRON ROSES eine Band, bei der Menschen aus Metal, Hardcore und Post-Hardcore schnell Zugang finden dürften. Nicht, weil THE IRON ROSES besonders nah am Metal wären. Sondern weil Härte hier aus Haltung, Druck und Dringlichkeit entsteht, und weil diese Musik bewegt: im Körper, im Geiste und irgendwo dazwischen.

(Diana Heinbucher)

Galerie mit 15 Bildern: Koenix – Hörnerfest 2023Galerie mit 5 Bildern: Emma Ruth Rundle in der Kulturfabrik Luxemburg 10.7.18

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28.10.2026

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1 Kommentar zu Kein Metal, aber... - ...für Metalheads vielleicht trotzdem interessant. - Teil 2

  1. Speedkartoffel sagt:

    Die Spitz ist eine meiner persönlichen Entdeckungen des Jahres und Emma Ruth Rundle holt mich sowieso mit jedem Album aufs Neue ab.