
MINOTAURUS sind eine Band aus Aschaffenburg, die sich zwischen Heavy- und Folk Metal bewegt. Seit 1994 musizieren die sechs Mitglieder zusammen und blicken auf sechs Alben – darunter drei bei Limb Music Products – sowie diverse EPs zurück. „Memories In The Haze“ ist Album Nummer sieben und enthält neben Eigenkompositionen auch zwei Vertonungen von Gedichten Friedrich Schillers.
MINOTAURUS – zwischen Schiller und Sagen
Musikalisch präsentieren sich MINOTAURUS überwiegend von der gemütlicheren Sorte. Die ersten Stücke „Master Of The Universe“, der Titelsong sowie „Coming Home“ fließen ohne größere Höhepunkte dahin. Die Schiller-Vertonung „Der Jüngling Am Bache“ ist aufgrund der seltenen Idee interessant, bleibt musikalisch jedoch auf ähnlichem Niveau. Genau so verhält es sich mit „Sehnsucht“ – ebenfalls von Schiller. Erst nach etwa der Hälfte des Albums kommt die Band mit „Heroes“ auch instrumental stärker in Fahrt. Der Song ist vielseitig, bietet einen eingängigen Refrain und einen ruhigen Zwischenpart, der von Clarissa Hobeck getragen wird. Sie teilt sich die Lead Vocals mit Oliver Klump.
In der zweiten Albumhälfte finden sich insgesamt die stärkeren Stücke. „Proud Kings Of Avalon“ überzeugt mit epischen Momenten und flottem Drumming, während der Rausschmeißer „Goodbye“ insbesondere im Refrain seine Wirkung entfaltet. Ein Schwachpunkt von „Memories In The Haze“ ist die Produktion: Sie ist zwar solide, könnte aber mehr Druck und vor allem klarere Höhen vertragen. Über dem Album liegt ein leicht dumpfer Schleier, der einige Songs trocken wirken lässt. Auch Klumps Gesang erscheint stellenweise sehr zurückgenommen und dürfte mehr Emotion und Kraft transportieren.
„Memories In The Haze“ kann man entspannt laufen lassen
MINOTAURUS‘ siebtes Album eignet sich gut zum entspannten Nebenbeihören und bleibt dabei über weite Strecken unauffällig – Easy-Listening-Metal im besten Sinne. Ähnlich wie bereits bei unserer Rezension zu „The Call“ handelt es sich um ein durchweg angenehmes Album ohne größere Qualitätsschwankungen. „Memories In The Haze“ ist solide, dürfte in den Jahresbestenlisten 2025 jedoch kaum eine Rolle spielen.

Minotaurus - Memories in the Haze
Jannik Kleemann






























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