Channel Zero
Interview mit Franky de Smet van Damme zu "Kill All Kings"

Interview

Channel Zero

„Kill All Kings“ ist das zweite Werk von CHANNEL ZERO nach ihrer Wiedervereinigung 2009 und dem 2011er Reunionsalbum „Feed ‚Em With A Brick“. Auch das neue Album führt den eingeschlagenen Weg fort, mit modernem, melodischem Groove Thrash Metal. Über das neue Album sowie die letzten Jahren sprachen wir mit Sänger Franky de Smet van Damme.

Channel Zero

Zuerst würde mich interessieren, aus welchen Gründen CHANNEL ZERO 1997 aufgelöst wurden?

Ich denke die Band war am Ende. Wir haben es immer wieder auf so vielen Wegen versucht, aber wir waren müde. Die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band waren so schwerwiegend, dass an ein Weitermachen nicht mehr zu denken war. Daher mussten wir an einem bestimmten Punkt eine Entscheidung treffen um auseinanderzugehen, damit jeder weiterkommt.

Was habt ihr in musikalischer Hinsicht in den Jahren gemacht, während es CHANNEL ZERO nicht mehr gab?

Ich machte eine Soloband namens SKITSOY aber es war nicht wirklich eine Metalband. Ich hatte gemischten Erfolg damit in Belgien, da jeder wollte, dass ich eine Metalband mache. Aber ich fand damals nicht die richtigen Jungs dafür, daher war ich eine sogenannte Rock Metal Band hahaha!

2009 startete eine Facebook-Gruppe mit dem Ziel, dass es zu einer Reunion von CHANNEL ZERO kommt. Was ist dann passiert?

Das war schon ein irrer Zufall. Die Facebook-Gruppe war gerade gestartet zu dem Zeitpunkt, als ich die ersten Gespräche mit unserem Manager hatte. Ich denke, es war die richtige Zeit, um eine Reunionsshow zu spielen. Das war auch die erste Idee, was wir tun wollten. Der Rest ergab sich dann von allein, alles lief gut mit Mikey (Doling, neuer Gitarrist, Anmerk. D. Verf.) usw., wir stolperten alle in ein neues Leben…mit CHANNEL ZERO.

Aber warum ist euer ursprünglicher Gitarrist Xavier Cario nicht mehr Teil der Band?

2009 ging ich zu Xavier nach Hause und fragte ihn, ob er an der Reunionsshow teilnehmen möchte. Er sagte zu mir, dass er das nicht tun möchte. Außerdem hat er Probleme mit den Ohren, wovon ich nichts wusste. Er sagte, sollten wir die Shows spielen, sollten wir das mit jemand anderem an der Gitarre machen. Also kontaktierten wir Mikey, der dann CHANNEL ZERO beitrat, also hatten wir einen Neustart mit jemand Neues an der Gitarre.

Wie kam denn der Kontakt mit eurem neuen Gitarristen Mikey zustande?

Um ehrlich zu sein haben wir viele Jungs hier aus Belgien getestet. Aber aus verschiedenen Gründen fanden wir einfach nicht den richtigen Gitarristen für uns. Wir bekamen dann einige Namen von Roadrunner Records mitgeteilt, und Mikey war dann unser erster Versuch und es passte gleich richtig gut mit ihm. Er fühlte sich später so wohl in der Band dass er dabeiblieb.

Ihr habt hintereinander sechs ausverkaufte Konzerte von 12.000 Fans im Ancienne Belgique in Brüssel gespielt. Was kommt dir in den Sinn, wenn du daran zurückdenkst?

Das war unglaublich. Nach solch einer langen Zeit zurückzukommen und nicht nur eine sondern insgesamt sogar sieben Shows zu spielen! Wir spielten nämlich zusätzlich noch ein Konzert für behinderte Leute, und das war auch fantastisch, da diese nun alle direkt vor der Bühne waren, anstatt auf einem separaten Podest irgendwo in der Halle. Wir erhielten bei allen Konzerten wirklich umwerfende Reaktionen von den Leuten. Wir trafen so viele wieder nach so vielen Jahren. Viele von ihnen brachten ihre Töchter und Söhne mit, ein wirklich umwerfendes Erlebnis.

Leider verstarb am 10. August 2013 euer Schlagzeuger Phil Baheux. Mein aufrichtiges Beileid! Ist auf eurem neuen Album „Kill All Kings“ auch noch etwas von ihm aufgenommen? Welchen Einfluss hatte er auf das Album? Und könnte man „Kill All Kings“ als eine Art Tribut an Phil sehen?

Dankeschön. Der Tod von Phil war eine der härtesten Momente in meinem Leben. Er war so ein enger Freund von uns allen. Wir wollten ursprünglich zwei Tage später mit den Schlagzeugaufnahmen beginnen, daher sind leider keine Aufnahmen von Phil auf dem Album enthalten.

Als Roy (Mayorga, Schlagzeuger, ex-SOULFLY, STONE SOUR, Anmerk. d. Verf.) uns vorschlug, das Album in Gedenken an Phil mit uns zusammen aufzunehmen waren wir sehr ergriffen. Er machte alles so, dass er stets das Demo von Phil im Hinterkopf behielt, während er das Beste aus sich herausholte, um das Album zu ehren. „Kill All Kings“ ist Phil gewidmet, das war unsere Intention. Das ist auch der Grund, weshalb wir nur sein Foto verwendet haben. 

Roy stand euch ja bei den Aufnahmen als Schlagzeuger zur Verfügung. Wie kam denn der Kontakt mit ihm zustande? Wird bzw. ist er vollwertiges Bandmitglied oder schaut ihr gerade nach einem anderen Schlagzeuger? Welchen Einfluss hatte er auf „Kill All Kings”?

Nein, Roy schlug vor, uns auszuhelfen. Er ist vollwertiges Bandmitglied bei STONE SOUR, und es gab nie Gespräche darüber, dass er CHANNEL ZERO beitreten würde. Wir sind zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht bereit einen neuen Schlagzeuger aufzunehmen. Es fühlt sich so unbehaglich an, dass Phil nicht mehr hinter dem Schlagzeug sitzt. Momentan hält Seven Antonopoulos die Sticks in den Händen, wir werden sehen wohin das führt. Er macht einen großartigen Job, und das ist ein schwieriger Job, anstelle von Phil zu spielen. Wir brauchen Zeit, um über diesen großen Verlust hinwegzukommen.

Was kannst du uns über das Songwriting und die Produktion von „Kill All Kings” erzählen?

Wir haben uns mehr Zeit gelassen, um die neuen Stücke zu schreiben. Der Vorgänger „Feed ‚Em With A Brick“ entstand zu einem Zeitpunkt, als ich in Los Angeles festsaß aufgrund eines Vulkanausbruchs. Ich verkaufte damals für Meyersound PA-Lautsprecher, und war zur Weiterbildung in San Francisco. Ich wollte für zwei Tage nach Los Angeles, um mit Mikey abzufeiern, aber dann explodierte der Vulkan und ich war dort für über einen Monat, also haben wir in der Zeit die meisten Songs für „Feed ‚Em With A Brick“ geschrieben. Inzwischen kennen Mikey und ich uns schon länger und besser, und wir verbrachten mehr Zeit mit dem Songwirting. Wir schrieben nicht nur mehr sondern auch bessere Songs, und das ist das Resultat von „Kill All Kings“, ein intensiveres Album mit besseren, stärkeren Songs, die wir gebraucht haben, um weiterzukommen.   

Worin siehst du selbst den genau die Unterschiede zwischen „Kill All Kings“ und euren vorherigen Alben?

Ich denke, unser Songwriting ist reifer und erwachsener. Und was auch sehr wichtig ist, es musste 2014 sein und nicht 1995. Ich habe das sehr genau beobachtet. Reunionsbands schauen manchmal zu sehr zurück, was sie in der Vergangenheit gemacht haben, während Mikey einen unglaublichen Job machte, die perfekte Mischung aus den alten CHANNEL ZERO vor dem Split und die neuen CHANNEL ZERO heutzutage.

Es gibt einige Songtexte in flämischer Sprache wie „Duisternis“. Wie kam es zu dieser Idee? Wovon handelt der Song?

Der Song handelt von der Situation in Israel. Alle Familien trainieren jeden Tag den gesamten Schutz eines chemischen Angriffs, also jeder von jung bis alt trainiert jeden Tag einmal diesen möglichen Angriff. Ich dachte dass das verrückt ist, dieses tägliche befassen damit zwischen deinen täglichen Aktivitäten. „Duisternis“ bedeutet Dunkelheit in Flämisch. Ich singe Dunkelheit Dunkelheit über in Flämisch. Ich begann damit, das zu singen, da ich nicht zufrieden mit dem war, was ich zuvor gesungen hatte, und jeder mochte es. In Los Angeles machte Roy die Bemerkung, warum ich nicht in dem Song alles in Flämisch singe, also änderte ich das während der Aufnahmen in LA, auch einen Vers in Französisch, da ich an Belgien als ein Land glaube und nicht als separate Teile.

Welche Bedeutung steckt hinter dem Albumtitel, und in welcher Verbindung steckt dieser mit den Texten?

„Kill All Kings“ handelt von dem Einfluss der Illuminaten auf unser tägliches Leben. Alle Länder zahlen extrem hohe Steuern um eine Währung namens Euro verwenden zu dürfen. Ich bin nicht gegen den Euro, aber ich glaube der Unterschied zwischen dem, worunter wir alle leiden um unser Leben zu meistern, und den 30 Familien welche extreme Summen an Geld anhäufen, da sie sich dem System widersetzen ist zu stark aus dem Gleichgewicht geraten. Ich kann mir nicht vorstellen dass diese Familien 30 Croissants jeden morgen essen, um ihren Hunger zu stillen. Es ist meine Reaktion auf das monetäre System, das uns mehr und mehr zum Ersticken bringen. Vor einigen Monaten war eine Demonstration in Deutschland, wo sogar die Polizei ihre Helme abnahm und gegen die Geldmaschine protestierte. Ich denke, die Leute sollten sich solcher Dinge bewusster sein, und nicht immer einfach alles herunterschlucken.

Was habt ihr in nächster Zukunft geplant mit CHANNEL ZERO?

Wir hoffen, dass wir mit diesem Album einen Schritt weiterkommen und in Deutschland spielen können. Wir möchten ein gute Europatour spielen und zeigen, dass wir ein neues Album haben, und die Leute glücklich machen mit unserem Belgischen Amerikanischem Metal haha! Wir sehen uns bald nach dem Sommer auf einer deutschen Bühne!!!

14.06.2014

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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