Memfis
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Interview

Anlässlich des coolen Debüts "The Wind-Up" dachte ich mir, man könnte die Jungs von MEMFIS ja mal ein wenig ausquetschen. Mattias Engström, einer der beiden gitarrespielenden Sänger, hatte wohl nicht seinen kommunikativsten Tag erwischt, stellenweise wurde der gute Mann doch ein wenig einsilbig.

MemfisSei gegrüßt, Mattias! Es scheint ja beinahe so, als ob es überhaupt kein negatives Feedback zu „The Wind-Up“ gibt – zumindest konnte ich nicht wirklich Durchschnittsreviews oder gar Verrisse finden. Wie läuft’s so? Stehen schon die blitzblank polierten Ferraris vor euren Villen?

Hehe, nee, noch steht da draußen kein Ferrari. Aber wir sind wirklich happy über den Zuspruch, den unser Album bekommt. Wir haben hart dafür gearbeitet und sind sehr stolz darauf.

Gib unseren Lesern doch mal einen Einblick in die Entstehung und Entwicklung der Band!

MEMFIS sind eine Metalband aus Schweden (hätte ich ja nun wirklich nicht gedacht! – Anm. d. Verf.), die 2003 von mir (Mattias Engström, Gitarre und Vocals), Johan Boqvist (Gitarre und Vocals), Carl-Johan Lindblad (Drums) und Cristian Öhberg (Bass) gegründet wurde. 2004 haben wir zwei Demos aufgenommen, welche exzellente Reviews bekamen und uns letztendlich den aktuellen Deal bei Dental Records einbrachten. Das Album „The Wind-Up“ wurde hier erstmals im September 2006 veröffentlicht. Nach dem Albumrelease hat Johan die Band verlassen und wurde von Daniel Grahn (THE KOLONY, ex-BRIMSTONE) ersetzt.

Wir sind bereits mit Bands wie ENTOMBED, THE HAUNTED und SATYRICON getourt und haben unter anderem den „Newcomer des Jahres“-Preis in der schwedischen Radioshow „P4 Dist.“ abgeräumt. Der Gewinn war ein Auftritt beim diesjährigen Sweden Rock Festival. Ende 2006 gab es einen weiteren Lineup-Wechsel, so hat Christian Öhberg angekündigt, dass er MEMFIS verlassen wollte. Er ist fairerweise aber noch so lange in der Band geblieben, bis wir mit Henrik Eriksson (ZKILLEMAN) einen neuen Basser gefunden hatten.

So weit ich weiß, ist Memfis der Name einer ägyptischen Stadt. Hat euer Bandname eine besondere Bedeutung? Wenn ja, welche? Und in wie weit ist der Bandname mit der Musik verbunden?

Der Bandname bedeutet für uns nichts Besonderes, außer dass es eben der Name der ägyptischen Stadt ist und nichts mit dem Memphis in den USA zu tun hat. Wir fanden ihn einfach gut und dachten, dass es cool ist, wenn man vom Bandnamen nicht gleich auf die Musik schließen kann – das wiederum gibt uns mehr Freiheit dabei, unseren Sound zu finden.

Eine wohl unvermeidliche Frage: eure Musik wird oftmals als MetalCore bezeichnet. Für mich persönlich ist das völliger Humbug! Wie siehst du das?

Nee, ich denke absolut nicht, dass wir auch nur irgend etwas mit Bands wie KILLSWITCH ENGAGE oder diesen anderen Ami-Kapellen gemeinsam haben. Unsere Musik ist Metal. Nicht traditioneller Death Metal oder dieses moderne Emo- oder MetalCore-Zeugs. Dafür beinhaltet „unser“ Metal viel 70er Progrock, welcher ein breites Spektrum an Tempi, Stilen und Harmonien bietet.

Mit welchen Themen setzt ihr euch textlich auseinander?

Die Texte ziehen sich fast konzeptmäßig durch die meisten Songs des Albums. In ihnen reflektiere ich meine Gedanken und Meinungen darüber, wie wir, die Menschen, unseren Planeten verletzen. Ich finde, wir sollten aufhören, uns die Köpfe über Wirtschaft und Profit zu zerbrechen und stattdessen mehr über umweltfreundliche Themen nachdenken.

Ihr werdet ja nicht gerade selten mit MASTODON, BURST, MESHUGGAH, PORCUPINE TREE und OPETH verglichen. Behagt euch das?

MASTODON, OPETH und BURST sind klasse Bands, die ich mir oft anhöre. Gerade in unseren Anfangstagen haben uns diese Bands durchaus stark beeinflusst.

Du sprachst es ja bereits an und kamst mir damit schon ein bisschen zuvor: ich höre in eurer Musik eine Menge Einflüsse aus den 70ern…

…wir mögen den Sound aus dieser Dekade wirklich sehr. KING CRIMSON, CAMEL, FRANK ZAPPA, PINK FLOYD, LED ZEPPELIN und so weiter… Die Art, wie sie in ihren Stücken experimentieren und sie arrangieren, ist sehr inspirierend!

Habt ihr schon Gigpläne für Deutschland?

Bisher ist noch nichts gebucht. Aber wir wollen auf jeden Fall bei euch spielen – unsere Bookingagentur bemüht sich sehr, Auftrittsmöglichkeiten für uns zu finden.

Gab es schon ein paar peinliche Momente in eurer noch jungen Musikerkarriere?

Nichts Großes, manchmal habe ich Pech mit meinem Liveequipment. Meine Gitarre ist wegen kaputten Kabeln – zum Beispiel zwischen diversen Effektboxen – schon mal komplett ausgefallen. So Zeugs halt.

Anderes Thema: MySpace scheint ja momentan DIE Internetplattform zu sein, um bekannter zu werden. Was denkt ihr denn so über die „MySpaceisierung“ der Musikszene?

MySpace ist für Künstler optimal, um sich selbst kostenlos zu promoten. Es ist bekannt und macht es Musikfans einfach, Bands zu entdecken und anzutesten. Ich kann absolut nichts Schlechtes über MySpace sagen.

Was hältst du von Filesharing?

Filesharing kann für Bands gut sein, da die Leute so auf die Bands aufmerksam werden und eventuell ihre Platten kaufen und ihre Gigs besuchen. Aber die Leute sollten mal darüber nachdenken, dass es bald keine Albumreleases mehr gibt, wenn sie die Musik nicht auch käuflich erwerben.

…und von Castingshows?

Find ich toll.

…vom Kommen und Gehen der Trends im Metal und in der Musik generell?

Ich verstehe nicht, dass sich einige Bands an Trends hängen, nur weil es entweder das nächste große Ding ist oder die Verkaufszahlen steigert. Musik ist Kunst, sie ist nicht nur ein Produkt, das man einfach schön verpackt verkaufen kann.

…und von MANOWAR?

Nicht meine Baustelle.

Wo wir gerade so schön off-topic sind: welches Gig-Lineup wäre das deiner Träume?

Geil wäre zum Beispiel, zusammen mit TOOL zu touren – und mit MASTODON als Opener!

Stell uns doch mal die schlimmste Band aller Zeiten zusammen!

Die gibt’s doch schon… ich würde sagen, beispielsweise diese ganzen Fake-Punkbands wie MY CHEMICAL ROMANCE oder GOOD CHARLOTTE.

Aber kommen wir mal wieder zu ernsthafteren Themen zurück. Schweden scheint ja eine der unerschöpflichsten Quellen für Musik zu sein. Ob Metal, Hardcore, Crust, Pop – es gibt so verdammt viel qualitativ hochwertigen Stoff von dort. Wie kommt das?

Vielleicht liegt es einfach am Interesse an harter Musik und dem hohen Standard etablierter Bands, was die jungen Musiker wiederum dazu anspornt, ihre eigene Band zu gründen. Dann haben wir da noch die öffentlichen Musikschulen für Kinder, die Instrumente lernen wollen.

Sollte es in Deutschland auch mal in diesem Umfang geben. Wunschdenken. Nun, wie schaut es mit neuem MEMFIS-Material aus? Habt ihr schon an neuen Ideen herumgeschraubt?

Ja, ich habe bislang fünf neue Songs geschrieben, die wir bereits proben. Sie sind ein wenig straighter, aber manchmal auch ein wenig progressiver. Ich habe für einzelne Songs auch mit anderen Gitarrentunings experimentiert – das für uns etwas völlig Neues.

Sehr schön, dann kann es ja nicht mehr lange dauern, bis die hungrige Meute die Nachfolgerscheibe bewundern darf! Damit wären wir auch schon am Ende angelangt! Ich danke dir herzlich, Mattias! Gibt es noch etwas, was euch auf dem Herzen liegt?

Ich hoffe, die deutschen Metalheads geben MEMFIS einen Probehör – auf unserer Bandhomepage (www.memfis.net) und auf MySpace (www.myspace.com/memfisband) könnt ihr euch etwas Material von uns antun. Bleibt nur noch zu hoffen, dass man sich bald auf Gigs sieht!

20.03.2007

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