Rage
Interview mit Andre Hilgers zu "21"

Interview

Rage

Fast 30 Jahre Bandbestehen und 21 Alben machen RAGE zweifellos zu einer der dienstältesten und produktivsten Bands der Szene und ihr neustes Werk „21“ zeigt deutlich, dass die Nordrhein Westfalen noch immer kein Zeichen von Müdigkeit zeigen. Wir sprachen mit einem leider etwas wortkargen André Hilgers über das Album, die Entwicklung und die weiteren Pläne der Band.

Hallo Andre! Na, alles gut bei dir?

Jo, danke der Nachfrage!

In wenigen Tagen kommt euer neues Album “21” in die Läden. Bist du vor dem Release eines neuen Werks noch aufgeregt und vielleicht etwas nervös oder ist das inzwischen Routine?

Das Album kommt exakt heute raus. Wir sind immer ein bisschen aufgeregt und gespannt auf die Fanreaktionen. Aber im Moment sind wir sehr zufrieden. Routine lassen wir nicht aufkommen.

Wie zufrieden seid ihr mit dem Album? Würdet ihr im Nachhinein noch einzelne Sachen verändern wollen?

Wir sind absolut happy mit dem Ergebnis, im Moment würde ich gar nichts ändern wollen. Eine runde, feine Sache, die wir da am Start haben, denke ich.

Seit der Bandgründung ist es euch fast immer gelungen, innerhalb von maximal zwei Jahren ein neues Album zu veröffentlichen und wirkliche Totalausfälle finden sich in eurer Diskographie auch nicht. Wie stellt ihr das an? Man könnte meinen, die Kreativität geht euch nie aus!

Genauso so ist es. Wir haben immer einen heiden Spaß im Proberaum zu hocken und neue Songs zu schreiben.

Entsteht durch die hohe Messlatte, die ihr euch sowohl in qualitativer Hinsicht, als auch, was den zeitlichen Abstand zwischen euren Alben betrifft, selbst angelegt habt, nicht ein gewisser Druck für euch, schnell wieder ein sehr gutes Album auf die Beine zu stellen? Oder lasst ihr euch da nicht stressen?

Nein, wir stressen uns überhaupt nicht. Wir sprechen uns auch immer mit unser Plattenfirma ab und haben nie Druck. Deshalb funktioniert es auch immer ziemlich stressfrei.

Auf “21” habt ihr meiner Meinung nach etwas zu euren musikalischen Wurzeln zurückgefunden, die Songs sind deutlich härter und straighter, als die auf den vorherigen Alben. Auch habt ihr diesmal nicht mit orchestralen Parts gearbeitet. War diese Entwicklung bewusst und zielgerichtet oder sind die Songs ganz natürlich so entstanden?

Wir haben unser Orchester Lingua Mortis jetzt separiert und werden bald ein reines Orchesteralbum aufnehmen. Deshalb haben wir “21” genauso ausgelegt, wie es ist. Es war also auf jeden Fall der Plan, etwas Hartes zu machen.

Den Eindruck, dass eure Musik wieder härter geworden ist, unterstützen beispielsweise auch die Experimente mit Growls bei “Serial Killer”. Wolltet ihr was Neues ausprobieren?

Peavy hat sich darauf eingelassen, nachdem wir es mal ausprobiert haben. Wir fanden es gut und sind ziemlich glücklich mit dem Ergebnis.

Die Arbeit mit orchestralen Elementen habt ihr allerdings auch nicht gänzlich aufgegeben, sondern lediglich von RAGE abgesplittet. Seht ihr das LINGUA MORTIS ORCHESTRA als komplett eigenständige Band oder eher ein kleines Nebenprojekt, bei dem ihr euch auf eine Art musikalisch austobt, wie ihr es bei RAGE nicht wollt oder könnt?

Wir können alles machen, was wir wollen und wir möchten diese zwei Sachen einfach voneinander trennen. Somit können wir auf der einen Seite wieder härter zu Gange gehen. Austoben werden wir uns dann auf dem Progressive-Sektor mit dem LINGUA MORTIS ORCHESTRA. Und ja, es sind zwei eigenständige Bands, nicht nur ein Nebenprojekt.

Ihr habt den Titeltrack als erste Single-Auskopplung gewählt und zu diesem Song auch ein Video gedreht. Wieso gerade dieser? Ist er euer Favorit auf dem Album?

Wir haben viele Favoriten, aber wir fanden den Titelsong einfach am besten! Zumal er einfach ein cooles Thema hat.

Womit habt ihr euch in den Lyrics auf “21” beschäftigt? Hat das Album eine Art Konzept oder zumindest ein bestimmtes Thema?

Nein, ein Konzept gibt es nicht. Peavy schreibt die Texte und die sind einfach nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Aber sie spiegeln auf dem Album genau das wider, finde ich, den wir rüberbringen wollten.

Wie sehen eure Live-Pläne in diesem Jahr aus? Seid ihr auf Tour oder spielt ein paar Festival-Shows, auf denen sich eure Fans die neuen Songs live anhören können?

Beides, wie sind im März auf Europatour und dann folgenden noch ziemlich viele andere Länder. Festivals werden wir natürlich auch beackern!

“21” ist, wie der Titel schon sagt, das 21. Album der Band nach mehr als einem Vierteljahrhundert Bandbestehen. Diese Zahlen sind ziemlich beeindruckend, wenn man bedenkt, wie viele Bands sich nach kurzer Zeit wieder auflösen. Seid ihr stolz darauf, dass ihr offensichtlich nicht totzukriegen seid? 😉

Natürlich, aber das haben wir auch unseren Fans zu verdanken. Daran sind wir ja nicht alleine Schuld.

Ich denke, ihr habt so gut wie alles erreicht, was eine Metal-Band erreichen kann. Ihr habt unzählige Fans auf der ganzen Welt, einen Deal mit einem rennommierten Label, seid durch die verschiedensten Länder getourt, und und und. Habt ihr eigentlich noch irgendwelche Ziele, die ihr mit der Band erreichen wollt oder seid ihr wunschlos glücklich?

Ich habe Victor letztens vorgeschlagen, er solle mal seine russischen Kontakte spielen lassen. Ein Auftritt in der MIR, das wäre doch mal was…. Muahahaha!

Und zum Schluss meine Lieblingsfrage an Bands, die schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben und bereits seit langer Zeit Teil der Metal-Szene sind: Wie würdest du die Entwicklung der Metal-Szene in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten beschreiben? Gibt es Dinge, die früher cool waren, die heute anders sind oder Dinge, die ihr heute schätzt und die es früher nicht gab?

Über sowas denke ich nicht nach. Ich schaue nach vorne und finde die Entwicklung ok so, wie sie ist!

Vielen Dank für das Interview! Du hast die letzten Worte.

Kauft unser Album und besucht uns auf Tour!

27.02.2012
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