Rage - The Devil Strikes Again

Review

Galerie mit 20 Bildern: Rage - Metal Diver Festival 2018

Nachdem Victor Smolski mit seinem ALMANAC-Projekt kürzlich schon amtlich vorgelegt hat, wird das neue RAGE-Werk “The Devil Strikes Again” szeneintern mit großer Spannung erwartet. Ich war nach der Listening Session schon ganz gefangen von dem Album. Auf den ersten Eindruck wird hier aber nix gegeben, deshalb kein weiteres Geschwafel, sondern die Anlage aufgedreht, ein Bier aufgemacht und den Playknopf betätigt.

Zurück zu alter Stärke

Ich hatte im Rahmen der Listening Session bereits erwähnt, dass RAGE zur alten Stärke aus den Mittneunzigern zurück gefunden haben. Das ist noch fast untertrieben, möchte man meinen. “The Devil Strikes Again” holt den Hörer genau da ab, wo “End Of All Days” ihn abgesetzt hat. Fetter Sound trifft auch traditionelles, aber frisch klingendes RAGE-Riffing und Peavys typische Gesangslinien. Traditionelles Riffing? Richtig gelesen. Marcos Rodríguez hat die Essenz von RAGE anscheinend mit der Muttermilch aufgesogen, setzt die Tradition fort und bedient sich bei seinem Spiel immer wieder cleaner Gitarren, die unter die brachialen Riffs gespielt werden. “Black In Mind” lässt angenehm grüßen. In dem Kontext macht der eröffnende Titeltrack auch ohne große Umschweife – sprich Intro – die Marschrichtung der Platte deutlich. Als Zwilling des Bandklassikers “Sent By The Devil” (O-Ton Peavy) geht die Nummer gleich in die Vollen und bietet dem Fan alle Facetten, die man von dem Dreigestirn erwarten kann. Marcos Rodríguez spielt seine Gitarre sehr songdienlich und verzichtet auf übermäßige Soloeskapaden. Das wiederum kommt den Songs zugute und hält den Spannungsbogen auf “The Devil Strikes Again” aufrecht. Gleiches gilt für die geschickt eingestreuten Tempowechsel und Ruhephasen in denen die Band den Fuß vom Gaspedal nimmt. Dies geschieht immer wieder kurz, und gerade wenn man sich als Hörer daran gewöhnt hat, zieht die Band das Tempo wieder an. So entsteht eine sehr interessante Dynamik, die dem Hörer nur wenig Zeit zum Verschnaufen lässt.

Viel Licht, ein wenig Schatten

“The Devil Strikes Again” hat zudem eine enorm hohe Hitdichte. Neben dem Titeltrack und dem im Vorfeld veröffentlichten “My Way” (das im Kontext der Platte übrigens besser funktioniert als alleine) stehen mit “Ocean Full Of Tears”, “Deaf Dumb And Blind”, sowie den extrem starken “Back On Track” und “The Final Curtain” noch vier weitere Highlights zu Buche. Auch “Spirits Of The Night” und “The Dark Side Of The Sun” würden auf den bisherigen RAGE-Veröffentlichungen eine gute Figur abgeben. Einzig “War” und “Times Of Darkness” können auch noch mehreren Durchläufen nicht überzeugen. “War” klingt dabei wie ein Lückenfüller und kann den hohen Standard der anderen Stücke nicht halten. Dafür plätschert der Song viel zu seicht am Hörer vorbei. “Times Of Darkness” ist prinzipiell kein schlechtes Lied, fällt kompositorisch aber ein wenig aus dem Rahmen und stört an der vorletzten Position leider den Albumfluss.

Fazit

Ich kann vor RAGE nur den imaginären Hut ziehen. Was Peavy und seine beiden neuen Mitstreiter auf “The Devil Strikes Again” für ein Feuerwerk abliefern, hätte ich so nicht für möglich gehalten. Peavy hat sich selbst eine Frischzellenkur verschafft, die anscheinend bitter nötig war. So vor Spielfreude strotzen habe ich RAGE in letzter Zeit selten gesehen. Acht fette Punkte mit Tendenz zur neun, weil das Restmaterial die beiden Ausfälle locker kompensiert. Fans müssen, Freunde von “Black In Mind” und “End Of All Days” sollten die Scheibe abgreifen.

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07.06.2016

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