Reflexion
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Interview

„Out Of The Dark“ heißt das erste Album der finnischen Formation REFLEXION, die mit ihrem eingängigen Gothic Rock nun auch in Deutschland Fuß fassen will. Wir sprachen mit Bassist Mikko Uusimaa über die Band, ihre Musik und ihre Hörerschaft.

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Da ihr recht neu in der deutschen Musikszene seid, stelle unseren Leser doch bitte erst einmal kurz die Band vor.

REFLEXION stehen für sehr emotionalen und melancholischen Hard Rock. Die Band existiert bereits seit 1997, das aktuelle Line-Up der Band besteht seit Herbst 2004, zu diesem Zeitpunkt bin auch ich zur Band gestoßen. REFLEXION bestehen heute aus Juha Kylmänen, (Vocals), Ilkka Jolma (Gitarre), Juhani Heikka (Gittare), Raymond Pohjola (Drums) und mir. Bis auf Juha, der in Helsinki lebt, leben alle von uns im Norden von Finnland in einer Stadt namens Oulu. Oulu wird in Finnland manchmal als „Hauptstadt des Metals“ bezeichnet und man kennt sie vielleicht von Bands wie SENTENCED oder IMPALED NAZARENE. Juha schreibt die meisten Songs und auch die Texte. Wir spielen dann die Songs gemeinsam ein, so dass jeder seinen persönlichen musikalischen Hintergrund einbringen kann und am Ende alle individuellen Einflüsse in ihrer Kombination den Sound von REFLEXION ausmachen. Gemeinsam interessieren wir uns jedoch alle für den Rock der 70er und 80er.

Eigentlich könnt ihr dann ja dann schon auf eine lange „Karriere“ zurückblicken …

Ja, die anderen Jungs haben wie gesagt bereits 1997 mit der Musik angefangen, der Bandname REFLEXION kam dann allerdings erst 2000 dazu. Es gab jedoch lange Phasen, in denen gar nichts passierte und erst 2004, als ich zur Band stieß, haben wir ernsthaft an der Entwicklung der Band gearbeitet. Obwohl es bereits 1998 das erste Angebot für einen Plattenvertrag gab, war es eher unser Glück, dass die Jungs ihn damals nicht unterschrieben haben. Nachdem wir 2005 den Vertrag mit A1 Music klar gemacht hatten, lief es für uns nämlich ziemlich gut.

„Out Of The Dark“ ist das erste offizielle Album hier bei uns in Deutschland. Warum hat es so lange gedauert, bis dieses hier erschienen ist ?

Naja, so lange hat es nun auch wieder nicht gedauert. In Finnland wurde es im März veröffentlicht, in verschiedenen europäischen Ländern bereits im Juni. Ende Juni dann in Deutschland – ich denke, drei Monate sind eine relativ kurze Zeit.

Wie hat sich euer Sound die Jahre über verändert ? Wo siehst du persönlich die stärkste Entwicklung ?

Das Songwriting und das Performen der Songs haben sich in den vergangenen Jahren bei uns enorm entwickelt, was auch das Wichtigste ist, um den Sound der Band zu verbessern. Dabei haben wir unseren Sound jedoch nicht bewusst in eine bestimmte Richtung entwickelt. Alle Veränderungen sind das Ergebnis einer natürlichen Weiterentwicklung und basieren hundertprozentig auf unseren eigenen Entscheidungen. Man hat schon viele Vergleiche zu uns angestellt, aber uns hat nie jemand gesagt, wie wir klingen sollten.

Wie kann man sich die Entstehung eines REFLEXION-Songs von der ersten Idee bis zum finalen Track auf der CD vorstellen ?

Zunächst schreibt Juha den Song, schafft das Grundgerüst per Computer und schickt uns dann Demos zu. Danach arbeiten wir dann zusammen und ergänzen die Demo-Version mit unseren eigenen Ideen. Es ist nicht gerade der traditionelle Weg, Songs zu komponieren, aber heutzutage weit verbreitet und zumindest in unserem Fall scheint es ganz gut zu klappen.

Wie wichtig sind euch die Texte eurer Songs ? Mit welchen Themen setzt ihr euch auseinander ?

Selbstverständlich sind uns die Texte wichtig. Vor allem müssen sie zur Stimmung und der Thematik des Songs passen. Melancholie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Texte und die meisten Lyrics sind Auszüge aus der persönlichen Gedankenwelt von Juha, unserem Sänger. Dies kann alles sein, was sich zwischen Himmel und Erde oder Paradies und Hölle abspielt. Das Wichtigste ist es, dabei die entsprechende Atmosphäre zu schaffen. Es geht nicht immer darum, irgendeine wahre Geschichte zu erzählen. Vielmehr geht es darum, dass jeder Einzelne die Texte für sich selbst auf seine eigene Weise interpretiert.

Habt ihr auf euren Konzerten Eindrücke gewinnen können, welche Zielgruppe ihr mit eurer Musik ansprecht ? Eher die Gothic- oder doch die Metal-Fraktion ?

Ich denke wir sprechen beide Gruppen an. Gleichzeitig gibt es jedoch keine Grenzen oder Genreeingrenzungen, was unser Publikum angeht. Es ist bunt durchmischt, reicht von kreischenden Teenies, über Metal-Fans bis hin zu Älteren, die ihre besten Tage zu Zeiten des 70er/80er Rock’n’Rolls erlebt haben. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie vielschichtig unser Publikum doch ist.

Inwieweit seid ihr vertraut mit der „dunklen Szene“ hier in Deutschland ? Wo seht ihr Unterschiede zu der in Finnland ?

Eigentlich habe ich nicht viel Ahnung, was in der dunklen deutsche Szene abgeht. Ich weiß, dass es viele Bands gibt und dass viele davon zumindest in Deutschland immer mehr Erfolge feiern. Ich denke, dass der Unterschied vor allem darin besteht, dass wir hier in Finnland mehr Bands haben die Richtung „Rock“ tendieren, in Deutschland dagegen auch viele Bands aus dem Bereich „Elektro“ einen großen Namen haben.

Plant ihr Liveauftritte in Deutschland ? Vor allem nachdem eure Tour mit CHARON vor kurzem gecanceled werden musste ?

Wir hoffen und freuen uns darauf, eine andere Gelegenheit zu bekommen, live in Europa zu spielen. Wir sind eine sehr energiegeladene Liveband und es ist immer etwas anderes, uns auf der Bühne zu sehen, statt auf CD zu hören und wir hoffen, dass dies bald passieren wird.

Vielen Dank für deine Antworten und alles Gute für die Zukunft von REFLEXION.

Vielen Dank für das Interview !

18.09.2006

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