
Zehn Jahre nach „Urstant“ melden sich ABROGATION mit ihrem neuen Werk „Widerschein“ eindrucksvoll zurück. Bereits im Vorfeld ließen die seit 1995 aktiven Magdeburger mit den Singles „Morgenrot“ und „Spieglein, Spieglein“ keinen Zweifel daran, dass sie immer noch voll im Saft stehen.
Musikalisch bewegt sich Album Nummer sieben im Spannungsfeld zwischen Melodic Death Metal und klassisch geprägter deutscher Härte. Gitarrist Kutte hat sich dabei mehr denn je ins Songwriting eingebracht. Viele Ideen reichen bis in die Zeit der Corona-Pandemie zurück, weshalb die Songs durch die lange Entstehungsphase erfreulich ausgearbeitet und zielgerichtet sind. Sänger Benny zeichnet, passend zu seinem Amt, für die lyrische Linie verantwortlich.
ABROGATION überzeugen mit klarer Handschrift
Der Einstieg über das instrumentale „Anbeginn“ schafft eine dichte, leicht verstörende Atmosphäre. Der anschließende Titel „Puppenspieler“ baut Druck auf. Das kontrollierte Wechselspiel aus brachialer Wucht und melodischer Präzision zeigt die Stärke der Platte. „Morgenrot“ bleibt zielsicher auf Spur und verbindet treibende Riffs mit eingängigen Leadgitarren, während „Der Nimmersatt“ mit Groove und dunkler Grundierung zusätzliche Akzente setzt.
Durch Gastsängerin Jyl erhält „Spieglein, Spieglein“ eine zusätzliche emotionale Ebene. Der Kontrast zwischen Klargesang und Growls erweitert das Klangspektrum und macht den Song zu einem kleinen Highlight der Platte. Auch im weiteren Verlauf verzahnt „Widerschein“ Härte, Melodie und dramaturgische Zuspitzung.
Klanglich bewegt sich das Album auf hohem Niveau. Der Mix von Jens Bogren und Ricardo Borges sowie das Mastering von Tony Lindgren sorgen für Transparenz und Druck, ohne den Charakter der Band zu glätten.
„Widerschein“ bündelt Stärken
Unterm Strich steht ein Album, das die Stärken von ABROGATION bündelt und weiterentwickelt: „Widerschein“ verbindet kompositorische Reife mit der Entschlossenheit erfahrener Haudegen. Die Magdeburger knüpfen an ihre bekannten Qualitäten an und heben sie auf ein neues Level.
Wer die Band live sehen möchte, hat spätestens im Oktober die Chance: Dann sind ABROGATION für einige Termine als Support von BLUTGOTT unterwegs.

Abrogation - Widerschein (Digipak)
Torsten Meierhöfer































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