Aeveris - Imminence

Review

AEVERIS kommen aus Belgien und spielen Metalcore mit leicht progressivem Einschlag. Mit „Imminence“ veröffentlicht die Gruppe ihr zweites Album. Nach dem Debüt „White Elephant“ von 2021 hatte die Band diverse Line-Up-Wechsel zu verkraften und ist nun mit neuem Sänger und Gitarristen zurück. Das Album ist in zwei Akte aufgeteilt, die bereits im Vorfeld digital veröffentlicht wurden. Das komplette Werk gibt es auch physisch im schmucken Digipak.

AEVERIS – viel Tumult um eine junge Band

Manchmal dauert es eine Weile, bis sich ein stabiles Line-Up gefunden hat. Wir kennen das Debüt von AEVERIS nicht, aber die neuen Musiker machen auf „Imminence“ einen guten Job. Sänger Wouter van Kerschaver hat bei der belgischen Ausgabe von „The Voice“ mitgemacht und beherrscht sowohl vernünftige Shouts als auch klaren Gesang. Das Riffing geht über den Metalcore-Standard hinaus und liefert immer wieder nette Leads und flinke Passagen, die genauer hinhören lassen.

Der leicht progressive Ansatz der Belgier erinnert ein wenig an MENDEED – kennt die noch wer? Besonders deutlich wird er in „And Then There Were None“, das keinem klassischen Songaufbau folgt und auch nicht das typische „Strophe geschrien – Refrain gesungen“-Schema verwendet. Stattdessen kommt der Song emotional und gleichzeitig brutal daher. Auch der Gitarrensound erinnert an die viel zu früh aufgelöste britische Band.

Am meisten dreht „Imminence“ in der zweiten Hälfte auf. Die ersten Lieder sind ebenfalls gut, aber eher Standardkost im Vergleich zu dem, was der zweite Akt zu bieten hat. Dort finden sich überwiegend Highlights.

Die Produktion des Albums ist nicht ganz so krachend, wie man es von Genrekollegen kennt, sondern lehnt sich stärker an schwedisch geprägten Melo-Death an. Sie ist jedoch professionell, und der Klang überzeugt.

„Imminence“ ist ein guter Start

Mit ihrem neuen Album liefern AEVERIS eine runde Sache ab. Die Eigenproduktion hat viele Stärken und wenige Schwächen, sodass man sie Metalcore-Fans und Freunden modernen Metals empfehlen kann.

03.09.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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