Anneke van Giersbergen - The Darkest Skies Are The Brightest

Review

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„The Darkest Skies Are The Brightest“ ist ein Album, das einer Krise in ANNEKE VAN GIERSBERGENs Leben entsprungen ist. Ihr Ausflug in Progressive-Metal-Gefilde mit ihrer Band VUUR war nicht zuletzt ein finanzielles Abenteuer, und außerdem sah sie in ihrer Ehe unerwartet einen Sturm heraufziehen, wie es etwas wolkig im Promotext heißt. „I instantly knew I needed to write music about fixing my life“, sagt sie, und davon gibt sie uns in den Texten erstaunlich viele Einblicke.

ANNEKE VAN GIERSBERGEN und die Krise

Musikalisch ist das Album aus der Situation heraus geboren, denn ANNEKE VAN GIERSBERGEN hat sich bei der Erschaffung immer wieder in ein Haus am Waldrand zurückgezogen, mit einer Akustikgitarre, mit ihrer Stimme und ihren Gedanken. Was dabei rausgekommen ist, klingt erst einmal ziemlich reduziert: „The Darkest Skies Are The Brightest“ ist hauptsächlich getragen von Akustikgitarren und ANNEKEs Stimme, aber auch von stampfenden Rhythmen: Die Single „Hurricane“ ist dafür ein schönes Beispiel, wie man mit einfachen Mitteln als Hörer mitgerissen werden kann. Übrigens ist der Song einfach klasse.

Ein weiteres schönes Beispiel dafür ist „I Saw A Car“, das zunächst über den stampfenden Rhythmen eine skelettierte Gitarrenlinie legt. Spätestens zum Refrain zeigt aber auch dieser Song elegante Wendungen im Arrangement und schöne Melodien; und zum Schluss ist es die wiederholte Aussage, die ein Lächeln auf das Gesicht zaubert: „I am 100 Percent imperfect, I am 100 percent alone.“ Wie wahr.

Rhythmen sind ein Merkmal

Die Rhythmen sind also ein Merkmal von „The Darkest Skies Are The Brightest“, die reduzierten Arrangements auch, selbst wenn diese sich bei genauerem Hinsehen als durchaus ausgetüftelt entpuppen können: „Keep It Simple“ fährt beispielsweise ein paar Streicher auf, um dann im Refrain noch einen Chor zu addieren, der den Hörer durchaus dazu animieren kann, es ihm gleich zu tun: Mitsingen. Und rockig wird es dann auch noch einmal, wenn in „Survive“ das Tempo mal anzieht und die Akustikgitarren etwas härter angeschlagen werden.

Die Grundstimmung des Albums ist übrigens nicht so düster, wie der Titel suggeriert, denn „The Darkest Skies Are The Brightest“ handelt nicht nur von der Krise, sondern auch von der Zeit danach, wenn der Himmel wieder aufklärt. Und so finden sich nicht nur wehmütige (und absolut schöne) Lieder wie „Losing You“, sondern auch hoffnungsvolle Stücke wie „The Soul Knows“, das von einem leichfüßigen Rhythmus getragen wird und eine lichte Stimmung vermittelt. Und es darf auch ein wenig Süße und meinetwegen auch Cheesyness nicht fehlen, wenn ANNEKE im Opener „Agape“ und im Schlusstrack „Love You Like I Love You“ die Melodie summt und ein wenig Geigenschmalz aufgetragen wird.

„The Darkest Skies Are The Brightest“ klingt nicht nur düster

Allerdings ist „The Darkest Skies Are The Brightest“ ja auch ein ziemlich persönliches Album von ANNEKE VAN GIERSBERGEN, und letzten Endes erfährt man als unbeteiligter Hörer sogar recht viel über sie. Wenn man denn will, denn aufdringlich ist das alles auch wieder nicht. Wer sich einfach auf ein Album der holländischen Sängerin mit der schönen Stimme freut, darf das: „The Darkest Skies Are The Brightest“ hat einige wirklich tolle Songs in petto. Der reduzierte instrumentale Ansatz sollte jedenfalls nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele der Stücke einfach mitreißend sind und auch live rocken werden. Hoffen wir also, dass der Himmel auch über der Coronazeit langsam wieder aufklärt und wir uns bald über eine Livedarbietung der neuen Songs freuen dürfen.

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09.03.2021

- Dreaming in Red -

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13 Kommentare zu Anneke van Giersbergen - The Darkest Skies Are The Brightest

  1. Watutinki sagt:

    Wirklich feines Album, auch wenn ich in erster Linie etwas mit den ruhigeren Stücken anfangen kann.

    7/10
  2. cocs sagt:

    wieder ein sehr hörenswertes Album von Anneke, wie alle Soloalben von ihr, mit dieser Stimme kann auch nichts schief gehen

    8/10
  3. doktor von pain sagt:

    Das kann ich so unterschreiben, sie hat wirklich eine in meinen Ohren sehr angenehme Stimme.

  4. Lord Budweiser sagt:

    Weiß nicht… Da fand ich die letzte von Fenne Lily oder Chelsea Wolfe um längen besser. Auch wenn das keine schlechte Musik ist

  5. cocs sagt:

    naja, Chelsea Wolfe ist eine ganz andere Stilrichtung als Anneke,also nicht vergleichbar, ich schätze beide, Fenne Lily kenne ich nicht

  6. Lord Budweiser sagt:

    Und inwieweit ist das was völlig anderes?

  7. Watutinki sagt:

    Ich finde Chelsea Wolfe deutlich doomiger, als Anneke, die ebenso wie Kari Rueslåtten, mehr dem Akustik Folk-Pop zuzuordnen sind. Wobei der Pop Faktor hier nicht so kritisch zu tragen kommt, wie es klingt. Beides hat seinen Charme. Kari würde ich als etwas experimenteller einordnen.

    Wer das mag sollte auf jeden Fall mal Agnes Obel checken, die von den hier genannten aber eigentlich auch die Bekannteste sein sollte. Ich habe die mal live erlebt, das war – und ich übertreibe nur wenig – ein akustischer Orgasmus. Ich habe noch nie so intensiv erlebt, wie jeder einzelne Ton mir Gänsehaut bescherrte. (https://www.youtube.com/watch?v=K5eNHmhYr5k)

  8. Lord Budweiser sagt:

    Das ist aber schon Erbsenzählerei

  9. Lord Budweiser sagt:

    Beides hat singer/songwriter Attribute…
    Das ist wie wenn ich zwischen raw und lofi black metal unterscheide XD

  10. Lord Budweiser sagt:

    … ich differenziere in dem Bereich auch nicht so wie ich es bei anderen Genres tue

  11. Watutinki sagt:

    Ja klar, sage auch nicht, dass man sie gar nicht vergleichen kann, wollte nur die Unterschiede herausstellen, die mir zumindest auffallen. Die Songs sind bei Beiden ja auch sehr facettenreich, da gibt es einige, die hätte auch auf beiden Alben existieren können.

  12. Knirps sagt:

    Ich hab die olle tolle Hippe Anneke vor 24 Jahren an der Bar auf nem Gig mit ihren The Gathering und Tiamat in Bochum getroffen. Voll toll. Ich war dann aber doch enttäuscht dass sie nur eine Sterbliche war. So ist dat mit den Schtarrs und der Fan-Anbetung.

  13. Watutinki sagt:

    Sterbliche? Nie und nimmer! Welche Sterbliche hat denn bitte so eine Stimme!!?? ;))