
Drei Jahre nach „Ethik“ meldet sich eine der qualitativ verlässlichsten Deutschrock-Bands zurück. Die Rede ist von ARTEFUCKT, deren bislang überschaubares Portfolio von vier Alben komplett abreißt. Da sind wir natürlich neugierig, ob Album Nummer fünf nicht nur die Tradition der bedeutungsschwangeren Ein-Wort-Albumtitel, sondern auch die hohe Qualität fortsetzt.
ARTEFUCKT kochen ihr eigenes Süppchen
An der musikalischen Zusammensetzung hat sich nichts geändert. André Donay ist weiterhin alleiniger Songschreiber und Texter der Band und für Gitarre und Gesang zuständig. Mit der dritten Single „Leben Voller Leben“ stellt sich ein erster Ohrwurm ein, auch wenn die dreifache Wiederholung im Refrain etwas simpel wirkt. Dennoch ist sie effektiv, und wir sind schließlich im Deutschrock und nicht im Progressive Rock.
Die Texte sind zwar nach wie vor gut, reißen einen aber nicht mehr vollends mit. Sie bewegen sich auf einem guten Genreniveau, doch Gänsehaut bleibt aus. Ausnahmen bilden „Lass Nicht Los“ und „Was Ist Mit Liebe“, die etwas mehr in die Tiefe gehen. „Sommer“ passt zur scheidenden Jahreszeit.
Musikalisch überzeugt „Alchemie“ mit zahlreichen flotten Deutsch- und Punk-Rock-Songs. Das Tempo bleibt durchgehend hoch und reißt mit. Insbesondere die Refrains sind gelungen und laden zum schnellen Mitsingen ein. Gelegentlich sorgt ein kurzes Gitarrensolo für Abwechslung und zeigt, dass die Musiker mehr als die üblichen Akkordfolgen draufhaben.
„Alchemie“ harmoniert gut
Der neue ARTEFUCKT-Output bewegt sich eher auf einem Niveau mit der vorletzten Scheibe „Gemini“, denn „Ethik“ war in seiner Gesamtheit etwas stärker. Dennoch können sich Fans der Band und des Genres die CD bedenkenlos ins Regal stellen, da die Rheinberger ein weiteres Mal eine Platte ohne Durchhänger abgeliefert haben.

Jannik Kleemann































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