Mork & Soulburn
Doppelschlag zum Wochenteiler

Konzertbericht

Billing: Mork und Soulburn
Konzert vom 14.10.2026 | Amadeus, Oldenburg

MORK ist eigentlich das Soloprojekt von Thomas Eriksen, live bekommt er jedoch Unterstützung von drei fähigen Gastmusikern. Im Sommer veröffentlichte Eriksen das neue Album „Monolitt“, sodass eine Tour dazu obligatorisch ist. Mit dabei sind SOULBURN, die nach sechs langen Jahren mit „Quantifying Cosmic Doom“ endlich ein neues Album herausgebracht haben. Eigentlich sollten ARROGANZ den Abend eröffnen, mussten jedoch aus persönlichen Gründen absagen. Dennoch ist das Billing Grund genug, an einem Mittwoch nach Oldenburg zu brettern.

SOULBURN verfinstern das Amadeus

Wir erschrecken kurz, als wir sehen, wie wenig im Amadeus los ist. Klar, Oldenburg ist keine Weltstadt und ein Mittwoch für Gäste, die weiter weg als Bremen und Umgebung wohnen, ungünstig. Doch mit den ersten Tönen von SOULBURN füllt sich die Location in der Innenstadt deutlich. Vermutlich sind viele Anwesende erst kurz vor knapp eingetroffen oder stehen noch draußen zum Rauchen.

SOULBURN legen ohne Umschweife los und präsentieren Material aus ihrer über dreißigjährigen Karriere. Zwischen 1998 und 2014 gab es zwar eine längere Pause bei den Albumveröffentlichungen, dennoch ist die Setlist abwechslungsreich zusammengestellt. Dass man Songtitel wie „An Impious Journey Through The Cathedral’s Mouth“ eher nicht mitsingt, ist klar. Dafür sehen wir einige Headbanger, und alle haben eine gute Zeit.

Das gilt auch für SOULBURN, die sich auf Deutsch mit starkem niederländischen Akzent vorstellen, dann aber lieber auf Englisch wechseln. Hauptsächlich lassen sie die Musik für sich sprechen, und die spricht eine eindeutige Sprache. Bei sehr gutem Sound geht der Gig viel zu schnell zu Ende. Wir hoffen, dass es nicht wieder sechs Jahre dauert, bis die Band neues Material veröffentlicht oder auf Tour geht.

MORK mausern sich zum Black-Metal-Monolith

Als MORK mit der genreüblichen Pandaschminke auf die Bühne kommen, haben alle richtig Bock auf eine Dosis norwegischen Black Metal. Die liefert die Gruppe auch direkt, und man merkt sofort, dass die Band, die Thomas Eriksen mitgebracht hat, gut eingespielt ist. Zwar muss sich der Sound anfangs noch etwas zurechtruckeln, was der Fronter geschickt und sympathisch kommentiert, doch nach den ersten ein, zwei Songs läuft alles.

Was genau Eriksen bei Titeln wie „Verden“ (nicht die niedersächsische Kreisstadt, so viel stellen wir fest), „Kulden“ oder „Dype Røtter“ besingt, bleibt uns aufgrund der norwegischen Sprache verborgen. Doch gerade Schwarzmetall auf Norwegisch hat eine besondere Magie, die kaum eine andere Sprache reproduzieren kann.

Alle Anwesenden haben Bock, trinken ein Bierchen, lassen ihre Haare kreisen und applaudieren und pfeifen zwischen den Liedern fleißig. MORK bedanken sich mehrfach für den herzlichen Empfang – schließlich ist es ihr erster Auftritt in Oldenburg. Angesichts des Zuspruchs an diesem Abend hoffen wir, dass sie bald wieder in die Nähe kommen.

24.10.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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