Blood Red Angel - Abyssland

Review

BLOOD RED ANGEL polarisieren. Das war immer so und wird wahrscheinlich immer so sein. Vielen ist der Gesang von Klaus Spangenberg auf Dauer zu nervig, andere lieben seine fanatische und teils kreischende Stimme eben. Was den großen Unterschied zu ihrem letzten Album „Crime Entertainment“, welches rückblickend doch nicht so stark war, jedoch ausmacht ist die Tatsache, dass die Jungs in Sachen Songwriting einiges dazugelernt haben.

Konnte man auf den alten Alben hier und da mal einen richtigen Gassenhauer finden, so ist die Hitdichte auf „Abyssland“ um einiges höher. Zwar befinden sich auch auf „Abyssland“ ein paar Songs, die eher in der Mitte anzusiedeln sind („Decline“, „Leaders In Disguise“), dafür jedoch auch Stücke, die einem beinahe die Rübe wegpusten. Und davon eben die Überzahl.

Tracks wie „Revelation“, “New Born Virus”, das Titelstück “Abyssland”, “Dead End Corridors” oder der Kracher “ITN” bringen es endlich auf den Punkt und schmettern dabei eine Gitarrensalve nach der anderen an die Wand. So kann der selbstbetitelte Rhein-Area-Thrash also auch klingen. Sehr, sehr geil ist auch das SACRED REICH-Cover „Independent“. Sollten es SACRED REICH noch mal richtig versuchen, und Phil Rind hat gerade keine Zeit, dann könnte Sänger Klaus den Job übernehmen, denn der Track klingt sehr nach dem Original.

Und dass Sänger Klaus Spangenberg durch seine verschiedenen Projekte gerade in Sachen Produktion dazugelernt hat, hört man mit der ersten Sekunde. Leider geht aber auch hier der Bass wieder sehr unter, man hört den Tieftöner kaum. Dafür dominieren die Gitarren und vor allem das Schlagzeug, was an sich ja nicht schlecht ist. Doch beim nächsten Mal sollte Bassist Bernd Groß besser zu hören sein. Doch nicht nur der Mann am Mikro hat sich weiterentwickelt. Die gesamte Band scheint aus sich heraus gewachsen zu sein. Seien es die Gitarristen Jens Sonntag und Jens Pesch, die einfach nur coole Riffs aus der Hüfte schütteln oder Schlagzeuger Andreas Danner, der mit seinem ganz eigenen Charme die Kessel beheizt.

BLOOD RED ANGEL haben eine lange Entwicklungsphase hinter sich. Diese ist natürlich noch nicht vorbei, aber die Jungs sind definitiv auf dem richtigen Weg. Wer auf Thrash Metal der gehobenen Mittelklasse steht, der investiert mit 10 Flocken (zu bestellen auf der bandeigenen Homepage) in eine klasse Band garantiert nicht falsch.

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27.02.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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