Brymir - What We Leave Behind

Review

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Von BRYMIR hat man seit der Veröffentlichung von „Voices In The Sky“ vor vier Jahren außerhalb ihrer Heimat nicht mehr viel gehört. Es gab einen kurzen Run im Vorprogramm von SERENITY und in diesem Jahr ein paar Festivalauftritte. Die finnische Band hat ihre Live-Aktivitäten weitgehend auf lokale Konzerte beschränkt und Gitarrist und Gründungsmitglied Joona Björkroth hat mit seiner anderen Spielwiese BATTLE BEAST natürlich ebenfalls genug zu tun. Vielleicht hat es deswegen so lange gedauert, bis wir „What We Leave Behind“ zu hören bekommen. Hat sich das Warten gelohnt?

BRYMIR bauen den orchestralen Anteil ihrer Musik aus

Wenn man provozieren möchte, könnte man sagen: „Die klingen doch alle gleich, die Finnen!“ Und ja, BRYMIR haben den orchestralen Anteil ihrer Musik weiter ausgebaut, sodass sie sich irgendwo zwischen ENSIFERUM und WINTERSUN verorten. Man könnte natürlich auch über den großen Teich zu ATAVISTIA schielen, die ähnliche Vorbilder haben. Will heißen: Der Melodic Death Metal der Band wird von Keyboardteppichen und orchestralen Elementen getragen, während sich harsche Vocals mit epischen Cleangesängen abwechseln.

Doch „What We Leave Behind“ ist auch düsterer geworden – nicht nur auf dem Cover. Es gibt deutlich mehr Blastbeats und Double-Bass-Parts, während die Synth-Sounds eher bedrohlich als fröhlich klimpernd daherkommen. Songs wie „True Darkness“ sind nicht nur dem Namen nach ein bisschen angeschwärzt. Das steht BRYMIR gut zu Gesicht und passt auch zum Konzept, denn es geht um unsere im Schatten versinkende Welt und Existenzängste.

Passend dazu gibt es mit „Moment Of Silence“ in der Albumhälfte einen instrumentalen Moment zum Durchatmen, bevor die zweite Hälfte ähnlich unerbittlich weitergeht wie die erste. Das zieht sich bis zum überlangen Finale von „Broken Dawn“ durch. Erst danach brechen BRYMIR mit der Düsternis und verwandeln den SCOOTER-Hit „How Much Is The Fish“ in einen wahren Melo-Death-Banger. Das ist ein gelungener Kontrast und wertet das eintönige Gebumse des Originals deutlich auf.

„What We Leave Behind“ klingt reifer, mächtiger und besser

BRYMIR haben in allen Bereichen eine Schippe draufgelegt und mit „What We Leave Behind“ ihr bislang reifstes Werk aufgenommen. Wenn sie jetzt dranbleiben, könnten sie bald zur nächsten Hoffnung im finnischen Melo-Death zählen.

25.09.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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