Caligula - Not Too Short To Be Great

Review

Ich muss gestehen, dass ich schon böseste Vorahnungen hatte, als ich „Not Too Short To Be Great“, das Debutalbum der Belgier CALIGULA, zum ersten Mal in meinen Händen hielt. Ein vollkommen schwachsinniges, kunterbuntes Coverartwork mit Weintrauben, lustigen Vögelchen und Blättern, Songtitel wie „Per Qualche Euros in Plu“ (ich musste dabei an ERSTE ALLGEMEINE VERUNSICHERUNG denken…) und eine Selbstdarstellung, die in ihrer Komik zwar originell ist, aber keinen professionellen Eindruck weckt, tragen nicht gerade zu einer allzu hohen Erwartungshaltung bei. Doch siehe da: von ihrer ungewohnt spaßigen Ader einmal abgesehen, versteht es das belgische Fünfergespann auch, durchaus einfallsreiche und schlüssige Songs zu schreiben!

Es fällt schwer, „Not Too Short To Be Great“ streng in eine Kategorie einzuordnen. Das Material bewegt sich irgendwo zwischen modernem Thrash, Alternative, Rock und sogar einem klitzkleinen Hauch Doom/Death Metal. Fiese Thrash-Riffs werden abgelöst von sanften, etwas daherleiernden Keyboardpassagen und rockigen Auflockerungen. Das Schlagzeugspiel ist ziemlich bodenständig, der Gesang wechselt zwischen Thrash-Gebrüll, schiefem Klargesang und Growls hin und her. Alles in allem ist das Material etwas gewöhnungsbedürftig, macht aber, sobald man sich an den Klang gewöhnt hat, eine Menge Spaß. Das liegt zum einen daran, dass die Jungs technisch wirklich fit sind, zum anderen aber auch eben an besagter humoristischer Ader der Band. Das Material nimmt sich selbst selten so ernst, dass der etwas schräge Sound einem ernsthaft auf den Keks gehen könnte, aber es besitzt genug ernstzunehmende Substanz, um das Gehör auch nach mehreren Durchläufen zu fordern.

Mein Fall ist das Ganze dennoch nur bedingt, aber man kann CALIGULA einen gewissen Charme nicht absprechen. Eine Bewertung fällt mir jedoch schwer. 31 Minuten abgefahrene, manchmal etwas angestrengt variable Musik, viele tolle Ideen, eine passable Produktion. Ich lasse CALIGULA lieber etwas mehr Luft nach oben, da könnte sich noch einiges anbahnen.

22.03.2011

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1 Kommentar zu Caligula - Not Too Short To Be Great

  1. pelz sagt:

    Ich habe Caligula durch ihren Song "Thrashing Puppies" by youtube kennengelernt. Mich hat diese Band auf Anhieb begeistert. Gerade auch was ihren Sänger anbelangt, der sich wohltuend von der Masse der Durchschnittssänger abhebt. Das betrifft sowohl seine Sangeskunst als auch sein Auftreten.

    Ich musste sehr lange warten, bis das Debutalbum endlich erschienen ist und ich es mein eigen nennen durfte. Aber Wartezeit hat sich gelohnt.

    Dieses Album ist allerdings für ungeübte Ohren nicht sehr einfach zu verstehen. Es finden sich sowohl Elemente des "Circus Metal", des Avant-Garde Metals und den diversen anderen Spielarten darauf.

    Manche hören Thrash- und Doom-Elemente. Bei mir gehen diese Elemente in der eigenständigen Mixtur ein wenig unter. 😉

    Vergleiche mit der "Ersten Algemeinen Verunsicherung" sind ziemlich Fehl am Platz, da sie einen kompletten falschen Eindruck der Band vermitteln. Zumal ich diesen "Humorfaktor" auch nicht wirklich so ausgeprägt bei diesem Album finde.

    Bei Caligula handelt es sich um eine ernstzunehmende Band, die verschiedenste musikalische Einflüsse miteinander verbinden, um etwas Eigenständiges und Unverwechselbares zu erschaffen.

    Rein musikalisch ist an der Band auch nichts auszusetzen. Das Album macht aufgrund seiner Vielschichtigkeit auch nach mehreren Durchläufen Spaß. Man merkt, dass sich die Musiker in den einzelnen "Musikrichtungsfragmenten" durchaus wohlzufühlen scheinen.

    Es ist zudem noch eine Menge Raum für Entwicklung gegeben. Ich bin zumindest auf die weitere Entwicklung der Band gespannt.

    6 Punkte sind allerdings viel zu wenig. Da hat jemand die CD nicht verstanden. Aber es handelt sich bei diesem Album ja auch keineswegs um ein durchschnittliches Metalalbum.

    9/10