Cthulhu Wars - Grundspiel

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Sicher verfolgt ihr regelmäßig die Beiträge vom Kollegen Marc Thorbrügge, in denen er sich ausgiebig mit den CTHULHU Rollenspiel-Bänden befasst. Der ursprüngliche Entwickler dieser umfassenden Reihe ist ein Mann namens Sandy Petersen, der durch seine Arbeit die klassischen Werke von H.P. Lovecraft um ein vielfaches vergrößern und dadurch seinen eigenen Cthulhu Mythos erschaffen konnte.
Sandy Petersen hat allerdings nicht nur Rollenspiele im Cthulhu-Universum geschrieben, sondern auch ein gigantisches Brettspiel namens CTHULHU WARS entwickelt und bereits vor 10 Jahren zum ersten Mal erfolgreich via Crowdfunding finanziert. Obwohl es inzwischen zahlreiche Erweiterungen gab und das Spiel in der Brettspielszene auch massiv gefeiert wurde, blieb eine deutsche Lokalisierung bislang aus. BISLANG, denn dank des Pegasus Spieleverlags hat sich das nun geändert.

Worum geht’s?

CTHULHU WARS ist ein Gebietskontrollspiel für 2-5 Kultanführer. Die Welt ist zerstört und das Leben auf der Erde nahezu ausgelöscht. Frieden herrscht dadurch aber sicher nicht, denn nun streiten sich die großen Alten über die alleinige Herrschaft auf der uns bekannten Erde.
Jeder von euch wählt eine Fraktion und erhält somit die Kontrolle über das kriechende Chaos, das gelbe Zeichen, die schwarze Ziege oder Cthulhu persönlich.
Ihr habt richtig gezählt, das sind nur vier zur Wahl stehende Parteien. Solltet ihr zu fünft spielen wollen, benötigt ihr bereits eine Erweiterung. Diesen werden wir uns aber erst in einem späteren Bericht widmen.

Zum Start erhaltet ihr ein Fraktionsbrett, 6 Zauberbücher und einen großen Haufen quietschbuntes Plastik. Auf eurem Spielertableau könnt ihr sehen, welche Geschöpfe ihr zu welchen Kosten beschwören könnt und welche Kampfwerte und Fähigkeiten diese euch bringen. Ebenso findet ihr Platzhalter für all eure Zauberbücher und Voraussetzungen, wie ihr an diese erhaltet. Zum Beispiel erhält Cthulhu bereits in der ersten Runde sein erstes Buch, während das gelbe Zeichen bestimmte Gebiete kontrollieren muss.

Oberhalb eures Fraktionsbretts findet ihr eine Machtleiste. Macht ist eure Währung und ihr nutzt sie für den Kauf von Einheiten, Truppenbewegungen, Kämpfe oder aber zur Entführung gegnerischer Akolyten, um durch deren Opfer in der nächsten Runde zusätzliche Macht zu bekommen. Akolythen sind eure Arbeiter und werden sowohl zur Machtgenerierung, als auch für Beschwörungsrituale benötigt. Behaltet sie also gut im Auge und haltet stets ein paar Monster zum Schutz bereit.

In jeder Runde spielt ihr reihum jeweils eine einzelne der aufgezählten Aktionen. Das macht ihr so lange, bis alle ihre Macht ausgegeben haben. Anschließend wird Macht für die nächste Runde generiert und in der abschließenden Verdammnisphase hat jeder die Möglichkeit, ein Ritual der Auslöschung auszuführen. Entsprechend der Spielerzahl triggert dieses nämlich mit steigenden Kosten eines der möglichen Spielenden. Wird diese Ritualleiste erfolgreich bis zum Ende geführt, werden alle ausgelöscht, die nicht alle sechs Zauberbücher ihrer Fraktion erringen konnten. Die Fraktion mit den meisten Verdammnispunkten UND allen Büchern, gewinnt dann das Spiel.

Irgendwie vertraut und doch anders

CTHULHU WARS begleitet mich bereits seit vielen Jahren im Brettspielhobby. Bei meinem ersten Kontakt damit auf einer Messe, gab ich dem Spiel zunächst gar keine Chance, denn das quietschbunte Plastik schreckte mich ab. Als mich das Sub-Genre der Gebietskontrollspiele endlich faszinieren konnte, war es allerdings nicht möglich, zu humanen Preisen an das Spiel zu kommen. Umso größer war die Freude, als Pegasus Spiele die deutsche Version des (zu diesem Zeitpunkt bereits) Klassikers ankündigte. Dank zahlreicher Lieferprobleme verzögerte sich das allerdings erneut um ein weiteres langes Jahr. Die Vorfreude darauf steigerte auch meine Erwartungen und die muss CTHULHU WARS nun erfüllen können.

Leider ist dem bereits 10 Jahre alten Spiel ist im Vergleich zu seinen modernen Genrekollegen die Materialentwicklung anzumerken. Nach heutigem Standard wären die Portale wohl 3D-Elemente und die Fraktionsboards doublelayered, damit der Machtmarker auf keinen Fall verrutschen kann. Sicherlich würde sich auch ein durchdachtes Sortiersystem anbieten, um vor Spielbeginn nicht erst tonnenweise buntes Plastik sortieren zu müssen. Auf diese Annehmlichkeiten müssen Lovecraft-Fans hier jedoch verzichten, denn CTHULHU WARS stammt eben noch aus einer anderen Zeit.
Schmälert das jedoch den Spielspaß? Nein, auf gar keinen Fall! Wie eine 80s Heavy Metal Kombo steht auch CTHULHU WARS in Urbesetzung noch auf der Bühne und kann das Publikum problemlos zur Ekstase mitreißen!
Die Konkurrenz in dem Genre ist groß und nur zu gerne überbieten sich die Entwickler mit immer ausgefeilteren und komplexeren Mechaniken, die so manches Gebietskontrollspiel über die Grenze des Expertenspiels weit hinausschießen lassen.
Wie die Heavy Metal-Band hat CTHULHU WARS das nicht nötig. Die Regeln sind auch jedem Neuling (Brettspielerfahrung allerdings vorausgesetzt) in knapp 20 Minuten erklärt. Der Spielablauf liefert durch die einzelnen kurzen Aktionen kaum Downtime und durch die Masse an Einheiten auf beschränkt großem Gebiet entsteht zwangsläufig Reibung mit den Mitspielern. Spielerisch erinnert das Spiel sehr an BLOOD RAGE, allerdings mit dem Unterschied, dass die Fraktionen bei CTHULHU WARS deutlich asymmetrisch sind und völlig unterschiedliche Strategien erfordern.
Um eine Taktik für euer Spiel erarbeiten zu können, solltet ihr euch vorher die Fähigkeiten eurer Truppen und die Zauberbücher sehr gut anschauen.
Wie bereits erwähnt, kann das quietschbunte Plastik auf den ersten Blick abschreckend wirken, aber wenn ihr erstmal die Welt mit euren Truppen gefüllt habt, seid ihr froh, dass euch die Farben so deutlich ins Auge stechen.

Brauch ich das?

CTHULHU WARS ist eine ganz klare Empfehlung für Freunde des Cthulhu Mythos und auch mäßig erfahrene Spieler sollten nicht vor der Größer der Packung oder der dicke des Regelwerks zurückschrecken. In diesem befinden sich praktischerweise direkt alle Regeln und Geschichten zu allen bisher (auf englisch) erschienen Erweiterungen. Das macht zum Einen natürlich Hoffnung, dass Pegasus die Lokalisation auch weiterhin verfolgen kann, bietet euch aber durch zahlreiche Texte und Illustrationen einen kleinen Einblick in Sandy Petersens eigenen Cthulhu Mythos.

Dürfte ich nur ein einziges Gebietskontrollspiel in meiner Sammlung behalten, würde meine Wahl auf CTHUHU WARS fallen.

Spieleranzahl: 2-5 Spieler
Spielzeit: 60 – 120 Minuten
Verlag: Pegasus / Petersen Games
Sprachen: deutsch
Festivaltauglichkeit: eher für das Wochenende danach, wenn von Bier und Partystimmung erstmal Alle die Nase voll haben.
Musikempfehlung: DOOOOOOM, schließlich geht’s hier um das Ende aller Existenz!

Würfeln und blättern, statt lauschen und headbangen – In der Rubrik „Dice ‚em All“ stellen wir euch ausnahmsweise keine Musik vor, sondern Rollen- und Brettspiele. 

16.01.2023

"HINTER DIR! EIN DREIKÖPFIGER AFFE!" - Guybrush Threepwood

Der metal.de Serviervorschlag

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6 Kommentare zu Cthulhu Wars - Grundspiel

  1. Huetti sagt:

    Kleiner Klugscheißer-Einschub: es gab in 2017 bereits einmal eine deutsche Version von Cthulhu Wars, die damals über Kickstarter verfügbar war. Wer die aber bis vor ein paar Wochen unbedingt haben wollte musste mit Preisen um die 500€ rechnen… Das hat sich mit der neuen Pegasus-Auflage jetzt aber zum Glück erledigt.

    Ansonsten alles richtig: Cthulhu Wars ist noch immer der Platzhirsch unter den asymmetrischen Area-Control-Spielen und ist durch seine vielen Erweiterungen schier unendlich lange spielbar. Da die vielen Kombinationen an großen Alten und die komplett unterschiedlichen Strategien die diese Asymmetrie hervorruft enorme Abwechslung garantieren läuft auch keine Partie gleich ab. Und ja, die Figuren sehen im Vergleich zu den Minis von CoolMiniOrNot nicht mehr gut aus, aber die Farbcodierung hilft bei mehr als drei Spielern enorm weiter 🙂

    Ach ja… drei Spieler sind das Minimum mit denen man antreten sollte. Zu zweit muss entweder jeder zwei Fraktionen spielen, oder es wird ein relativ langweiliges „Aktion und Reaktion“-Figuren-Geschiebe, bei dem der Startspieler zu 90% auch gewinnt…

    8/10
  2. Cyi sagt:

    Ich finde und fand das Game schon immer overhyped! Was macht man im Cthulu?
    Eigentlich nicht viel, wir stellen unsere riesigen Figuren irgendwo rein und warten Bis es Punkte gibt….

    Das Spiel ist ohne einen einzigen Kampf zu beenden….

    Ich war damals schon nach der Kickstarter Campaign herbe enttäuscht!

    Warte sehnlichst auf City of the Great Mashine. Ob es genauso ein Fail wird, wissen wir leider noch nicht!

    4/10
  3. Alex Becker sagt:

    Zu zweit macht die Duell Variante wirklich Spaß. Die ist zwar nur auf englisch verfügbar, ist aber deutlich günstiger. Leider macht die Fähigkeit des Schläfers in der Version kaum noch Sinn.

  4. Cyi sagt:

    Ist zwar etwas komplett anderes aber ich kann euch wärmstens „Mage Knight“ empfehlen!
    Spiel ist schon älter, ist allerdings kein bisschen schlimm! Ihr schlüpft in die Rolle eines Helden und erkundet eine Welt.
    Wäre vll mal eine Review wert!

  5. Huetti sagt:

    Mage Knight hab ich mittlerweile drei Anläufe gestartet, aber ich komme da irgendwie nicht rein.
    Das ist mir irgendwie zu kleinteilig und zu viel Micromanagement. Keine Ahnung… werd ich nicht warm damit.
    Aber ja, das ist sehr beliebt und hat viele Fans. Ist wohl einfach nur nichts für mich.

  6. Alex Becker sagt:

    Deiner Empfehlung bin ich nachgegangen und habe mir MAGE KNIGHT besorgt. Ein Review wird also kommen. Danke für den Tipp.