Defocus - In The Eye Of Death We Are All The Same

Review

Soundcheck Juli 2021# 19

Mit ihrem neuen Album “In The Eye Of Death We Are All The Same“ setzen sich DEFOCUS mit der Entwicklung der Welt, in der wir leben, auseinander. Die Songs handeln davon, wie wir stetig von äußeren Umständen beeinflusst werden und welches Leid dadurch entsteht. Die Platte ist also nicht nur klanglich, sondern auch textlich heavy.

Kreatives Songwriting

Mit “Thought Of A Vision“ haben sich DEFOCUS für einen starken ersten Track entschieden. Getragen von tief gestimmten Gitarren und einem treibendem Rhythmus shoutet sich Frontmann Simon Müller durch den Song und hinterlässt dabei einen ordentlichen Eindruck. Der Refrain löst sich erfreulicherweise nicht im Klargesang auf. Stattdessen bleibt die Band bei harten Sounds. Es folgen zwei verschiedene Breakdowns, welche beweisen, dass das Songwriting auf “In The Eye Of Death We Are All The Same“ deutlich kreativer ist als bei vielen anderen Bands.

DEFOCUS zeigen sich von einer neuen Seite

Der Song “Immerse Me“ sticht ebenfalls hervor. Das liegt vor allem an dem unerwartet groovigen und rhythmischen Bass-Part, auf dem fast schon gerappte Vocals liegen. Die Kombination aus beiden kommt zur richtigen Zeit und sorgt für Abwechslung.

Der Titel des Albums stammt aus dem Song “Common Grave“: “Await hell and heaven to open the gates, bury the masses in a common grave. Regardless of ranks and positions, in the eye of death we are all the same.“ Der Song steht stellvertretend für die Thematik und Grundstimmung des gesamten Albums. Der Tod unterscheidet nicht zwischen Menschen und so entpuppen sich unsere gesellschaftlichen Werte als reine Konstrukte.

DEFOCUS punkten an dieser Stelle auch klanglich. Die Kombination aus einprägsamen Riffs und Shouts geschmückt mit sanften Clean Vocals bildet an dieser Stelle eine gute Mischung. Die Band klingt hier wie eine Fusion aus SLIPKNOT und PARKWAY DRIVE.

Der Egoismus der Menschheit

„Mankind still tends to be living an egoistic lifestyle and there’s probably a reason why we’re not considered as ‘social’ beings. With this being said while the world turns upside down and everything seems to get worse and worse, everyone will die alone in the end“, sagt Sänger Simon Müller bezüglich der Thematik von “In The Eye Of Death We Are All The Same“. Der vorletzte Track “Disease“ entpuppt sich als Hymne gegen totalitäre Herrschaftssysteme. DEFOCUS positionieren sich mit “Disease“ gegen jegliche Menschenrechtsverletzungen. Der Deathcore-Einfluss und die aggressiven Vocals unterstützen diese Message. Der Song entstand außerdem in enger Zusammenarbeit mit James McKendrick von VOID OF VISION, der als Co-Produzent mitwirkte.

“Shelter“

Nach dem sowohl thematisch als auch klanglich heftigen Song folgt als Abschluss das genaue Gegenstück. Über sechs Minuten dauert “Shelter“ und baut sich langsam auf. Dass WHILE SHE SLEEPS hier ein Einfluss war, ist nur schwer zu überhören.

Die Mischung aus halligen und atmosphärischen Gitarrenmelodien und weiblichem Klargesang sorgt für eine positive Überraschung. Der Song bleibt im Kopf und wird live für die ein oder andere Gänsehaut sorgen. Die melancholische Grundstimmung bleibt erhalten: “If every life finding its way into heaven life gets darker here on earth.“

DEFOCUS liefern ab

DEFOCUS beweisen der Szene mit “In The Eye Of Death We Are All The Same“, dass Metalcore noch nicht tot ist. Nicht alle Songs des Albums stechen hervor, aber trotzdem sorgt das Songwriting für Abwechslung. Dadurch, dass auch groovige Basslines ihren Platz auf dem Album gefunden haben, wird die Band sicherlich auch Fans anderer Metalgenres von sich überzeugen.

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29.06.2021

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14 Kommentare zu Defocus - In The Eye Of Death We Are All The Same

  1. Watutinki sagt:

    „Der Refrain löst sich erfreulicherweise nicht im Klargesang auf“

    Den gleichen Gedanken hatte ich auch, wertet das Teil auf jeden Fall ein wenig auf, auch wenn das Modern Zeugs eigentlich alles völlig austauschbar ist.

  2. nili68 sagt:

    Auch nicht austauschbarer als in jedem anderen Genre, wenn man’s nicht explizit mag. Ich will ja nicht immer nörgeln, aber warum denken Leute nur immer wieder, dass der persönliche Geschmack ein Maßstab für Qualität ist? Naja, das hier ist ganz gut und wenn alles so ist, sind 8 Pkt. vermutlich auch angemessen.

  3. Watutinki sagt:

    Stimt schon, ich freue mich ja auch, wenn ein neues BM Album mal wieder so intensiv klingt, wie früher. Warum das hier anders ist, keine Ahnung, vielleicht weil mir diese Musikrichtung prinzipiell nicht so viel gibt und man hier schon etwas besonderes fabrizieren muss, damit ich hellhörig werde. Im Endeffekt aber natürlich nur meine Meinung!

  4. nili68 sagt:

    Es gibt sehr wenige Bands, die wirklich einzigartig klingen. Im (weiteren Sinne) Black Metal wären das für mich A Forest Of Stars (spontan, es gibt bestimmt noch mehr), der Rest des Genres klingt alles jeweils „gleich“, auf unterschiedlichem Qualitätsniveau. Selbst Emperor und Dimmu Borgir sind jetzt nichts völlig Unterschiedliches, unabhängig was man bevorzugt und es gibt noch viele weitere Beispiele.

  5. Watutinki sagt:

    „Selbst Emperor und Dimmu Borgir sind jetzt nichts völlig Unterschiedliches“

    Jetzt nur die alten Alben betrachtet, sind diese defintiv sehr unterschiedlich, eigentlich wie Tag und Nacht.
    Und astreiner nordischer oldschool BM ist ja ansich schon etwas Besonders! :)))

  6. nili68 sagt:

    Du weißt was ich meine. Nordischen oldschool BM gibt’s doch auch bei Aldi im 10er-Pack. Was davon jetzt astrein ist, muss jeder für sich selber entscheiden..

  7. Interkom sagt:

    Es riecht nach BM-Stammtisch, ich schenke mir schon mal einen Absinth ein und lausche der Diskussion.

  8. Watutinki sagt:

    Den Gefallen tue ich Dir nicht, wenn Du selbst nichts beiträgst. :PP

  9. Interkom sagt:

    Zurecht! Beim Absinthgenuss ist mir aufgefallen, dass das Schlagzeug nicht so aussieht wie es sich anhört. Ich weiß ja, dass du auf „schlechte“ Produktionen stehst, aber ich verstehe dein Anliegen sehr gut – wer sich hinter einer teuren Produktion versteckt, steht zumindest unter Verdacht sich ohne diese Produktion – in diesem Fall – wie eine Hardcoreband anzuhören. Mich langweilt das Zeug, was allerdings nicht bedeutet, dass es qualitätsfrei wäre. Aber diese Videos?! Für wen werden die eigentlich noch produziert? 14 Jährige?
    Ich hoffe das war genug Meinung für meinen Stammtischbeitrag.

  10. nili68 sagt:

    Wer nichts beitragen und nur lauschen will, kann mir auch pro forma einfach recht geben und liegt damit auch noch automatisch richtig. B-)

  11. nili68 sagt:

    Warum nicht für 14 Jährige? Alten Knackern sind die Videos doch meistens eh egal, da geht’s nur um die Musik. Die Kids brauchen beides, mehr Stimulanz.

  12. Interkom sagt:

    „Warum nicht für 14 Jährige?“ – Weil die auf TikTok stehen und nicht den Altmännerkram, wie unauthentisches Posing mit diversen Penisersätzen. Wäre es authentisch, sähe das die Zielgruppe vermutlich anders, aber ohne inszeniertes Missgeschick sagt doch jeder 14-Jährige* heutzutage „Gähn“.

    *Die ich alle persönlich kenne, dank der Nachwuchsprobleme der deutschen Gesellschaft wird der Haufen ja auch immer überschaubarer.

  13. nili68 sagt:

    Aussterbende 14 Jährige, Alte Knacker, TikTok oder authentische Kunst.. was soll’s..

  14. Interkom sagt:

    Große Themen. Aber TikTok ist doch keine Kunst, das ist doch nur authentisch.