Do Not Dream - Herbststurm

Review

DO NOT DREAM ist eine noch recht unbekannte Melodic-Dark-Rock Formation aus Oldenburg. Die Betonung liegt hier ganz klar auf dem Wort „noch“, denn lange kann es sicher nicht mehr dauern bis die Jungs und das Mädel einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.
Melodic-Dark-Rock ist ja schon ein recht offener Begriff, doch beschreibt er bei weitem nicht die Vielseitigkeit der Band. Neben einigen neoklassischen Anleihen bedient man sich auch beim Folk / Mittelalter, mixt noch etwas Dark Wave hinzu und verpackt das ganze in ein, von einfachen Riffs getragenen, Gothic Rock / Metal Gewand. Dazu gesellt sich noch die gesangliche Komponente, die abwechslungs- und facettenreicher kaum hätte ausfallen können. Die beiden Sänger Tina Menke und Lars de Haan ergänzen sich nicht nur perfekt, der Gesang bewegt sich zudem auch noch fernab der üblichen Klischees. Insbesondere Lars konnte mich mit seiner Vielfalt, von einer cleanen, melancholischen bis hin zu einer tief grunzenden, hasserfüllten Stimme, vollkommen überzeugen. Tinas engelsgleiches Organ steht dem aber in nichts nach und trumpft vor allem in den ruhigeren Momenten auf. Ein klasse Team hat sich da gefunden.
Bereits beim ersten Song fallen einem aber die zu einfach gehaltenen Riffs negativ auf, die ganz klar nur Mittel zum Zweck sind. Auch wenn die meisten Lieder klar von den wirklich schönen Melodien und dem Gesang getragen werden hätte man hier etwas mehr Arbeit investieren können. Fast noch schlimmer sind die viel zu aufdringlichen Synthie Klänge, die sich zu weit in den Vordergrund drängen. Diese sollen wohl Atmosphäre erzeugen, hinterlassen aber nur einen teils übertrieben pathetischen Eindruck.
Abgesehen davon hat man aber eine unglaublich abwechslungsreiche Scheibe geschaffen, die vor allem für eine Eigenproduktion aus dem deutschen Underground sehr gelungen ist. „Fallen Angels“ (sehr episch mit stimmigem In- und Outro), „Abendrot“ (ein akustisches Meisterwerk) und „Hexentanz“ (schönes Mittelalter-Flair) sind über jeden Zweifel erhaben und meine persönlichen Anspieltipps. Zugreifen wird hier zwar noch nicht ganz zur Pflicht, dafür gibt es noch zu viele Kinderkrankheiten auf der CD, aber Freunde des gepflegten, etwas ruhiger gehaltenen Gothic Metal sollten zumindest mal reinhören. DO NOT DREAM sind nach den ganzen NIGHTWISH-Plagiaten herrlich erfrischend.

24.04.2005

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