Flotsam And Jetsam - Rats In The Temple

Review

FLOTSAM AND JETSAM sind eine umtriebige Band – seit dem Debüt „Doomsday For The Deceiver“ veröffentlicht die Thrash-Metal-Gruppe regelmäßig neue Alben. Nur in den 00er-Jahren waren sie etwas langsamer unterwegs. Daher überrascht es wenig, dass die Truppe aus Phoenix, Arizona, mit „Rats In The Temple“ bereits ihr 17. Album vorlegt. Es stellt sich die Frage, ob die nach einem nautischen Begriff für Treibgut benannte Kapelle schon im Alterswerk angekommen ist oder noch jugendliche Frische versprüht.

FLOTSAM AND JETSAM brauchen einen Kammerjäger

Wer Ratten hat, beschäftigt einen Kammerjäger. Natürlich ist „Rats In The Temple“ nicht von Schädlingen befallen und legt mit den von Streichern begleiteten flotten Klängen von „Harvesting The Hate“ los. Der Song überzeugt neben dem leichten Orchestertouch mit einem hymnischen, eingängigen Refrain. Auch danach hält die Band um die beiden langjährigen Mitglieder Eric A.K. (Gesang) und Michael Gilbert (Gitarre) das Tempo hoch und zeigt, dass sie noch nicht müde geworden ist.

Flinke Leadgitarren und Erik A.K.s charismatischer Gesang sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Mit dem Titelsong und „The Ghost Behind The Door“ sind im mittleren Teil der Scheibe zwei erwähnenswerte Nummern enthalten. Spannend ist zudem, dass FLOTSAM AND JETSAM immer wieder die Grenzen zwischen Thrash- und klassischem Heavy Metal aufreißen, sodass Fans beider Lager auf ihre Kosten kommen.

Geht „Rats In The Temple“ gegen Ende die Puste aus? Klares Nein! Beim Stampfer „A Taste For War“, der zwischendrin auch vor ruhigeren Parts nicht zurückschreckt, merkt man, dass die Gruppe noch richtig hungrig ist. Wenn man etwas bemängeln möchte, dann die leicht klinische Produktion. Da hätte etwas mehr Raum zum Atmen gutgetan. Zudem ist das Cover halt „irgendwas mit Drachen“.

„Rats In The Temple“ ist ziemlich gut

Kleines Outing: Für diesen Schreiberling ist es die erste intensivere Begegnung mit FLOTSAM AND JETSAM. „Rats In The Temple“ sorgt jedoch dafür, dass auch Leute, die bislang nicht mit der Gruppe in Kontakt kamen, Lust bekommen, sich mit der umfangreichen Diskografie zu beschäftigen. Was kann also mehr für ein Album sprechen, wenn man danach Lust auf 16 weitere hat?

21.08.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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