Game Over - When Darkness Falls

Review

Die Thrash-Kultur kapriziert sich in Italien eigentlich seit jeher auf den Underground. Die großen Truppen im internationalen Sinne hat La Dolce Vita bisweilen nicht hervorgebracht, doch in der Emilia-Romagna lagert mit GAME OVER seit fast 20 Jahren ein bestens geöltes Maschinengewehr, das mit „When Darkness Falls“ bereits das siebte Studioalbum veröffentlichen wird. In einem ohnehin nicht sonderlich dehnbaren Genre, ist das Quartett quasi Werbeträger für den Slogan „Schuster, bleib‘ bei deinen Leisten“, doch die direkt aus der Bay-Area entliehenen Killerriffs sind scharf wie ein 7,62 mm-Geschoss.

Ein 7,62 mm-Geschoss

Demzufolge erwartet auch niemand, dass GAME OVER auf ihrem neusten Langspieler wesentliche Änderungen vornehmen, wobei Danny Schiavina schon zum zweiten Mal den langjährigen Lead-Vocalist und Bassist Renato Chiccoli ersetzt – schließlich ist der letzte Output „Face The End“ auch gerade mal ein gutes Jahr auf dem Markt. Die Ideen sind den Südeuropäern jedenfalls noch nicht ausgegangen, denn „When Darkness Falls“ ist erneut ein tänzelndes Rasiermesser geworden, das von fetter Produktion und TESTAMENT-Attitüde umgarnt wird.

Mit seinem tief voluminösen Timbre klingt Schiavina ein bisschen wie der gröbere Bruder von Michael Poulsen, zumindest wenn dieser mit VOLBEAT antritt, und trifft dazu auch noch die Töne, sodass „When Darkness Falls“ die nötige instrumentale Härte mitbringt und gleichzeitig die hohe Musikalität auch nicht verstecken braucht. Besonders stark brodeln die beiden Dampfwalzen-Tracks „Curse Of Strahd“ und „Beneath The Ground“ im Unterbau, die gemeinsam mit dem abschließenden Killer „Command To Die“ die zweite Hälfte des Albums als die deutlich Stärkere markieren.

Die pure Verlässlichkeit

Auch wenn die Italiener den einen oder anderen Füller in die Mitte der Platte gepackt haben, so glänzen die richtigen Stellschrauben bei „When Darkness Falls“ förmlich. Das siebte Album der Thrasher ist keine Überraschung und gleichzeitig auch kein unfrisches Lorbeerbett. Während KREATOR ihren Dunstkreis mit Stadion-Thrash erweitern, TESTAMENT auf ihrer Letzten mit Death Metal experimentieren und EXODUS eher langweilen, gibts mit GAME OVER eine Portion Verlässlichkeit.

11.09.2026

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