Hatesphere - Guillotine
Review
HATESPHERE veröffentlichen mit „Guillotine“ ihr zwölftes Album in 26 Jahren Bandgeschichte und gut ein Vierteljahrhundert nach dem selbstbetitelten Debüt. Es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber auch einige Unterschiede. Seit einigen Jahren ist die dänische Thrash-Kapelle wieder bei Scarlet Records unter Vertrag, wo einst ihre Karriere begann. Von der ursprünglichen Besetzung ist nur noch Gründungsmitglied Peter Lyse Karmark dabei. Insbesondere der Posten am Gesang wurde häufig neu besetzt. Seit 2022 schreit uns Matias Uldall an, der stark wie Jacob Bredahl – einer seiner Vorgänger – klingt. Dieser nahm mit „The Sickness Within“ das mit Abstand beste Album der Band auf. Können wir also Großes erwarten?
HATESPHERE schrauben uns den Schädel ab
Tatsächlich ballern die Dänen mit angezogener Handbremse los. Viele Nummern auf „Guillotine“ sind nicht so schnell im Nacken wie das titelgebende Fallbeil. Stattdessen setzt das Album auf ruhigere, gediegene Momente und Atmosphäre. Das ist prinzipiell nicht verkehrt, doch HATESPHERE haben seit jeher am meisten Spaß gemacht, wenn sie kompromisslos groovend oder in Hochgeschwindigkeit aufs Maul gegeben haben. Das bestätigt sich auch hier, denn die Single „Mouth Filled With Barbed Wire“ ist der erste Song, bei dem man sofort mitmachen möchte.
Die teils fast doomigen Gitarren zeigen allerdings, dass HATESPHERE auch nach über 25 Jahren Aktivität die Lust am Experimentieren nicht verloren haben. Dass nicht jedes Experiment ins Schwarze trifft, ist nicht von der Hand zu weisen. In der zweiten Hälfte von „Guillotine“ versöhnt sich die Band jedoch mit den Fans, die sich die klassischere Kost der Gruppe wünschen, und liefert mit „Human Scum“ sowie dem abschließenden „Heresy“ gutes Material.
„Guillotine“ experimentiert und gewinnt nicht immer
Nach mehrmaligem Genuss und viel Haare raufen – was bei spärlicher Metal-Mähne gar nicht so einfach ist – stellen wir fest, dass die neue Platte von HATESPHERE eine durchwachsene Angelegenheit ist, die mit vereinzelten Highlights aufwartet. Auf der einen Seite ist der Gesang von Matias Uldall dank seiner Ähnlichkeit zu Vorgänger Bredahl ein sofortiges Wiedererkennungsmerkmal. Auf der anderen Seite ist kein Stück so schmissig wie „The Fallen Shall Rise In A River Of Blood“ oder „The Sickness Within“. Fans können trotzdem zugreifen.
Hatesphere - Guillotine
| Band | |
|---|---|
| Wertung | |
| User-Wertung | |
| Stile | Groove Metal, Thrash Metal |
| Anzahl Songs | 10 |
| Spieldauer | 39:53 |
| Release | 09.10.2026 |
| Label | Scarlet Records |
| Trackliste | 1. Chapter XII 2. Dogma 3. Guillotine 4. Morbid 5. Cleansing 6. Snake Charmer 7. Mouth Filled With Barbed Wire 8. Bottom Feeder 9. Human Scum 10. Heresy |
