Hatesphere - Murderlust

Review

Wenn es um zünftigen „Auf die Fresse“-Metal geht, kommt man schon seit über einem Jahrzehnt an den dänischen Krawallbrüdern HATESPHERE nicht vorbei. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass der Fünfer unter anderem mit „The Sickness Within“ oder „Serpent Smiles And Killer Eyes“ bereits diverse Genre-Meilensteine veröffentlicht hat, sondern auch wegen ihrer absolut grundsympathischen Art werden die Musiker um Frontschwein Esben „Esse“ Hansen in der Szene geschätzt. Zwar war die Vergangenheit geprägt von zahllosen Besetzungswechseln (Gitarrist „Pepe“ Hansen ist das einzige verbliebene Gründungsmitglied), was die Dänen aber nicht davon abgehalten hat, fleißig Album für Album rauszuhauen. Mit „Murderlust“ steht nun also das mittlerweile achte Langeisen aus dem Hause HATESPHERE in den Startlöchern – und um es vorwegzunehmen: es ist das vielleicht stärkste der Bandhistorie.

Bereits der Opener und Titeltrack kommt ohne Umschweife zur Sache und kracht mit viel Energie und unverkennbarer Thrash-Schlagseite aus den Boxen. Dabei folgt ein Killer-Riff dem nächsten, die Snare hackt schädelspaltend und Frontmann „Esse“ Hansen brüllt sich in mitreißender Manier die Seele aus dem Leib – HATESPHERE at it’s best. Nach knackigen dreieinhalb Minuten setzt dann das furiose „Pandoras Hell“ noch einen drauf: Wem es hier nicht im Nacken zuckt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt Schlagwerker Mike Park, der auf „Murderlust“ eine absolute Sahneleistung an den Tag legt: Was für ein Groove! Einfach nur – man verzeihe mir den Ausdruck – arschgeil.

Nachdem beim stampfenden „Fear Me“ das Tempo etwas gedrosselt wird, folgen im Anschluss mit „The Violent Act“ und „Punishable By Death“ zwei absolute Abrissbirnen erster Güte, die live sicherlich für ordentlich Nackenbeanspruchung sorgen werden – und ganz nebenbei das Groß der Konkurrenz wie Schulbuben stehen lassen. Mit dem folgenden Instrumental „In Process“ wird es danach überraschend melodisch, hier treffen zunächst träumerische Clean-Gitarren auf zweistimmige, klassisch angehauchte Melodic-Death-Leads, bevor sich der Track zu einem coolen Midtempo-Stampfer entwickelt – definitiv ein interessanter Kontrast zum restlichen Material.

Aber keine Sorge, HATESPHERE klingen anno 2013 alles andere als weichgespült. Und so rückt das starke „Iconoclast“ die Verhältnisse im Anschluss wieder zurecht und ballert munter nach vorn. Und auch in der Folge leistet sich die Platte keinen Durchhänger, „Darkest Of Forces“ (absolute Headbang-Gefahr), „Refill The Chest“ und das hervorragend umgesetzte MUSE-Cover „Assassin“ (man kann manchmal gar nicht fassen, wie ähnlich sich Bands eigentlich sein können) – allesamt Klasse-Songs mit Suchtpotenzial. Den Abschluss des Albums markieren eine Pre-Production-Version des Openers (deren Daseinsberechtigung allerdings nicht wirklich erkennbar ist – wohl eher was für Studio-Nerds) und eine soundtechnisch wunderbar roh daherkommende Live-Aufnahme des Songs „500 Dead People“.

Wenn man sich die Bewertungsmaßstäbe für eine Platte aus diesem Bereich noch einmal vor Augen ruft, kann man den Herren von HATESPHERE zu „Murderlust“ letztlich nur gratulieren. Das Teil knallt über die gesamte Distanz (wobei das Tempo hier und da geschickt variiert wird), hat von Tue Madsen einen perfekten, druckvollen Sound auf den Leib geschneidert bekommen und – was mir am wichtigsten ist – groovt ohne Ende. Fazit: Nackenschmerzen garantiert.

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20.09.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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1 Kommentar zu Hatesphere - Murderlust

  1. Pascal sagt:

    Der Tue Madsen kann ja tatsächlich noch gute Arbeit abliefern, Respekt. Auf’s Album bin ich mal gespannt, der Vorabsong knallt schon ordentlich.