Hokum - Pi

Review

Manchmal ist es doch einfach wie verhext. Da erscheinen Monat für Monat zig überflüssige, (unter-)durchschnittliche Platten auf irgendwelchen Labels, und so ne klasse Band wie die Oberbayern HOKUM geht leer aus und muss ihr Debütalbum selbst veröffentlichen. Wirklich eine Schande! Zuerst nochmals in aller Kürze die Fakten: Gegründet im Jahr 2000, folgte 2005 die Demo-CD „First Blood“, ein Jahr später die EP „No Escape“, welche beide bei mir gut abgeschnitten haben.

Auf „Pi“ zeigen sich HOKUM nochmals wirklich ordentlich gesteigert. Ernsthaft, in der deutschen Undergroundszene dürften sich wohl nur wenige andere Bands rumtreiben, welche es in Sachen technischer Finesse mit diesen Herren aufnehmen können. Ihr äußerst versiert dargebotener klassischer Thrash Metal mit Death Metal Schlagseite, aber auch einigen Heavy Metal Anleihen, lässt dabei aber gleichzeitig niemals die Eingängigkeit oder Durchschlagskraft außer Acht. So stellt „Pi“ die konsequente und logische Weiterentwicklung von „No Escape“ dar, die Mischung aus Härte, Aggressivität und Power einerseits, die melodische Harmonie andererseits sowie der stark progressive Ansatz wurden nunmehr weiter forciert.

Alle Instrumente brillieren, seien es die ausgefeilten Riffs, die harmonischen Leads und frickeligen Soli, das vertrackte, abwechslungsreiche und sehr versierte Schlagzeugspiel oder die progressiven, sehr verspielten Bassläufe. Dabei wirkt erfreulicherweise überhaupt gar nichts aufgesetzt, der Songfluss wird trotz zig Breaks immer am Leben gehalten, alles fügt sich hervorragend zusammen. HOKUM untermauern mit „Pi“ eindrucksvoll, dass sie hervorragende Songwriter mit hoher technischer Virtuosität sind. Alles nur Licht? Nicht ganz, wie auch schon früher bemängelt, kann das manchmal doch etwas eindimensionale Shouting / Growling mit der Musik nicht so ganz mithalten, wenn auch Benjamin dieses Mal um etwas mehr Abwechslung bemüht ist wie bspw. gesprochene Passagen oder etwas Klargesang.

„Pi“ stellt einen wirklich sehr gelungenen Einstand dar und zeigt HOKUM nochmals reifer, dynamischer und abwechslungsreicher. Labels, sperrt endlich mal die Ohren auf!

25.08.2008

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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