Indecent Behavior - Therapy In Melody

Review

INDECENT BEHAVIOR legen dieser Tage ihr drittes Album „Therapy In Melody“ vor. Das Album ist laut Band stark metaphorisch, so steht der das Cover zierende Blumenstrauß eigentlich für Glückwünsche, Liebe und Freude, für die abgeschnittenen Blumen bedeutet es aber den Anfang vom Ende. Dieser Kontrast von Leid und Freude soll sich auch durchs Album tragen. Die stilistische Marschrichtung dafür: Pop-Punk.

INDECENT BEHAVIOR katapultieren einen musikalisch in die frühen 2000er

Was ist der Hauptunterschied zwischen Teenie-Filmen von vor 20 Jahren und heute? Ob die Witze damals oder heute besser waren (oder schon immer einfach nur „cringe“, wie man auf Neudeutsch so schön sagt) ist wohl Geschmackssache. Zweifelsohne bieten aber Filme wie der erste „American Pie“-Teil einen deutlich besseren Soundtrack als aktuelle Gehversuche. Immerhin bekamen wir damals noch Punk-Rock-/Pop-Punk-Größen wie BLINK-182 oder SUM 41 auf die Ohren. Warum diese Einleitung? Weil INDECENT BEHAVIOR mit ihrer Musik genau im Fahrwasser dieser Bands schwimmen.

Hier sind allerdings keine US-Amerikaner am Werk sondern vier Jungs aus Saarbrücken, die ein Genre, welches heute kaum noch Beachtung erfährt, versuchen wieder zu beleben. Und es muss gesagt werden, das machen sie wirklich gut. Schon der Refrain der Single „Twice As Good“ lässt im Kopf direkt eine Teenie-Romanze mitlaufen, insbesondere wegen des provokativen Refrains.

Neben der wirklich passenden Klargesangsstimme von Sänger Henrik Bergmann lässt dieser auch wohldosierte Shouts vom Stapel wie in „Show Me What You Got“ , sodass man sich gelegentlich an LINKIN PARK erinnert fühlt, allerdings ohne die Rap-Komponente. „To Hell And Back“ ist in den Strophen so dermaßen nach vorne pushend, dass sich ganz wie von selbst der Kopf hin und her bewegt.

„Animal“ dreht dann den Genremix mit eingestreuten Elektro-Beats und einem ziemlich core-lastigen Breakdown noch einmal ein ganzes Stück höher, um sich immer wieder im hymnischen Refrain wiederzufinden. Die darauf folgenden Songs erreichen zwar nicht mehr das Niveau der ersten sieben Tracks, mit der Ballade „A Life Turned Into Art“ endet das Album sogar ziemlich antiklimaktisch, aber insgesamt steckt in „Therapy In Melody“ schon im wahrsten Sinne des Wortes ein kleiner Blumenstrauß bunter Melodien.

„Therapy In Melody“ ist neuer Wind in einem totgeglaubten Genre

Wer dem Stilwechsel der DONOTS nach „We Got The Noise“ von 2004 noch hinterher trauert, seine Jugend nochmal in musikalischer Form durchleben will, oder wer einfach mal wieder 40 Minuten Feelgood-Musik braucht, dem sei „Therapy In Melody“ ans Herz gelegt. Viele der Songs treffen den Nerv einer Generation, deren Jugend mittlerweile auch schon ein paar Jährchen vorbei ist.

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06.05.2023

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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